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2017-03-20 [

Jasmin Gründling-Riener

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Sind HTL-AbsolventInnen mit der Bezeichnung "IngenieurIn" nun auch Bachelor?

Mit 1. Mai 2017 tritt das neue Ingenieurgesetz (IngG 2017) in Kraft, das die Basis für die Einstufung der Qualifikation „IngenieurIn“ in die Stufe 6 des nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) darstellt. Dieselbe Stufe, wie für Bachelorabschlüsse.

Mit 1. Mai 2017 tritt das neue Ingenieurgesetz (IngG 2017) in Kraft. Auf Basis dessen erfolgt nun die Einstufung der Qualifikation "IngenieurIn" in die Stufe 6 des nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) und damit auch im europäischen Qualifikationsrahmen (EQR). Voraussetzung für eine Zertifizierung als "IngenieurIn" ist die positive Reife- und Diplomprüfung sowie eine mindestens dreijährige fachbezogene Praxis an Tätigkeiten, die typischerweise von HTL-AbsolventInnen durchgeführt werden und die Feststellung der beruflichen Praxis in Form eines Fachgespräches mit ExpertInnen. Dadurch wird die bisher nur in Österreich anerkannte Qualität von "IngenieurInnen" auch international sichtbar und verwertbar.

Durch die Einordnung der "IngenieurInnen" auf derselben Stufe des Qualifikationsrahmens, wie ein Bachelorabschluss, erhalten "IngenieurInnen" und die sie beschäftigenden Unternehmen, jene Anerkennung, die ihnen auf Grund der in Theorie und Praxis erworbenen Kompetenzen zusteht.

Die Zertifizierung als "IngenieurInnen" ist aber im Sinne des Hochschulrechtes nicht mit dem Abschluss eines Bachelorstudiums gleichwertig und berechtigt daher nicht zur Zulassung zu einem Masterstudium. Voraussetzung für die Zulassung zu einem Masterstudium ist gemäß § 64 Abs. 5 Universitätsgesetz 2002 (UG) der Abschluss eines fachlich in Frage kommenden Bachelorstudiums oder eines fachlich in Frage kommenden Fachhochschul-Bachelor/Diplomstudienganges oder eines anderen gleichwertigen Studiums an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung. Eine postsekundäre Bildungseinrichtung ist eine Bildungseinrichtung, die Studien im Ausmaß von mindestens sechs Semestern durchführt und bei der für die Zulassung zu diesen Studien die allgemeine Universitätsreife (= Reifeprüfung) nachzuweisen ist (§ 51 Abs. 2 Z 1 UG).

Die Zulassung zu einem Masterstudium ist somit aufgrund der alleinigen Erfüllung der Voraussetzungen des IngG 2017 nicht möglich. Es bedarf jedenfalls eines vorherigen Studienabschlusses bspw. an einer Universität, Fachhochschule oder Pädagogischen Hochschule. Es besteht auch keine Berechtigung der "IngenieurInnen", den akademischen Titel "Bachelor" zu führen, es sei denn, es wurde ein entsprechendes Studium absolviert.

Die Beantwortung von FAQs zum IngG 2017 finden Sie auf der Seite des Wissenschaftsministeriums.