Technische Universität Wien
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2017-06-12 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Sichere Software: Ada-Konferenz in Wien

Softwaretechnologie als Überlebensfrage: Wer die Steuerung von Flugzeugen oder Autos programmiert, darf sich keinen Fehler leisten. Wie man optimale Sicherheit erreicht ist Thema einer Konferenz in Wien.

Ada Lovelace

Ada Europe

"Horror-Crash von autonom fahrenden Autos mit 23 Toten wegen Software-Fehlers" oder
"Auch heuer wieder keine Toten im Straßenverkehr". Welche dieser Schlagzeilen in Zukunft Realität werden wird, hängt davon ab, wie zuverlässig Software hergestellt werden kann. Über die Zuverlässigkeit von Softwaretechnologie wird bei der 22. Ada-Konferenz diskutiert, die vom 12 bis 16. Juni 2017 in Wien stattfindet.

Ada: Auf die Programmiersprache kommt es an
Software dringt in immer mehr sicherheitskritische Bereiche vor. Flugzeuge, Kraftwerke, autonom fahrende Fahrzeuge sind nur einige davon. „Es gibt viele Methoden und Werkzeuge, die heute von der Software-Industrie eingesetzt werden, um Sicherheit zu gewährleisten oder zu erhöhen“, sagt Prof. Johann Blieberger vom Institut für Rechnergestützte Automation der TU Wien, einer der Organisatoren der Ada-Konferenz. „Keinesfalls unterschätzen darf man dabei die Frage, welche Programmiersprache verwendet wird. Sie prägt schließlich das Denken von Software-Developern ganz entscheidend mit.“
Diese Tatsache wurde schon früh erkannt, und so entwickelte man eine spezielle Programmiersprache, für die Sicherheit und Zuverlässigkeit oberstes Gebot ist. Nach Lady Augusta Ada Lovelace, die oft als erste Programmiererin der Welt bezeichnet wird, wurde diese Programmiersprache „Ada“ genannt und 1983 von der ISO genormt. Seither wird sie in regelmäßigen Abständen an neue Herausforderungen und an den Stand der Technik angepasst. Ada-Programme können objektorientiert sein und auf mehreren Computern verteilt ablaufen. Der entscheidende Vorteil von Ada-Programmen: Ihre Zuverlässigkeit lässt sich mittels formaler Methoden nachweisen. Man ist nicht auf bloßes Ausprobieren und Testen angewiesen, im optimalen Fall lässt sich mit mathematischer Präzision beweisen, dass das Programm funktioniert.

So setzt etwa die ESA für ihre in Entwicklung befindliche Ariana 6 auf Ada, die Steuerungssoftware der Boeing 777 wurde in Ada implementiert, der französische TGV verlässt sich auf ein Bremssystem, dessen Software in Ada geschrieben wurde, und auch in der Pariser Metro kommt Ada zum Einsatz.

Jährlich findet die Ada-Europe-Konferenz statt, bei der neueste wissenschaftliche Erkenntnisse ausgetauscht werden. Der Kommunikation zwischen Wissenschaft und Industrie wird dabei breiter Raum gegeben. Im Zentrum stehen die Programmiersprachen Ada und SPARK, ihre Anwendungen sowie Methoden und Tools zur Erhöhung der Sicherheit und Zuverlässigkeit von Software.

Die 22. Ada-Europe findet heuer vom 12. bis zum 16. Juni im Wiener Palais Eschenbach statt. Prominente Vortragende werden Keynote-Talks zu den Themen "Juristische Voraussetzungen für autonome Fahrzeuge", "Formale Überprüfung der Übereinstimmung von Anforderungen an Software und ihre Implementierung" sowie "Zuverlässiges Internet of Things (IoT)" halten.
Weitere Vorträge werden u.a. die Themen Echtzeitsysteme, Programm-Modelle sowie Safety & Security behandeln.

Details über die Konferenz finden Sie unter http://www.ada-europe.org/conference2017.