Technische Universität Wien
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2010-05-18 [ ]

ECOTRAM: Die Straßenbahn der Zukunft soll noch weniger Energie verbrauchen

Der öffentliche Verkehr kann und soll noch umweltfreundlicher werden. Aus diesem Grund haben sich die Wiener Linien, Siemens, Vossloh Kiepe, Rail Tec Arsenal und die SCHIG zu einem Konsortium unter Führung der Technischen Universität Wien zusammengeschlossen.

ULF (Copyright Wiener Linien)

Die Projektpartner wollen neue Maßstäbe beim Energieverbrauch von Straßenbahnen setzen. Das Projekt ECOTRAM wird wegen seines Beitrages zum Klimaschutz aus Mitteln des Klima- und Energiefonds im Rahmen des Programms „NEUE ENERGIEN 2020“ von der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert.

Modernste Technik und höchster Komfort durch klimatisierte Fahrzeuge werden von den Fahrgästen gewünscht, brauchen aber Energie. Damit die Bim in Zukunft noch umweltfreundlicher unterwegs sein kann, wurde das Forschungs-Projekt ECOTRAM ins Leben gerufen. Ziel ist die Optimierung des Heizungs-, Klima-, Lüftungssystems der Straßenbahn, um Energie zu sparen. Mittels Simulationsmodell, das auf den Mess- und Betriebsdaten der Straßenbahn basiert, sollen Möglichkeiten zur Verbesserung der Energiebilanz gefunden werden. Bei einer Lebensdauer von 30 Jahren und mehr wird eine erhebliche Ersparnis an Energie und somit der Betriebskosten (Life Cycle Costs) erreicht. In Folge profitieren durch die Reduktion der Emissionen die Umwelt und durch eine massive Verringerung der Betriebskosten das Verkehrsunternehmen. Beides kommt dem Steuerzahler zu Gute. Projektergebnisse in Zahlen sind vor allem erhebliche Energieeinsparungen im Betrieb.

Jährliche Einsparung von etwa 600.000 Kilogramm CO2


Das voraussichtliche Einsparungspotential im Bereich der Heizung bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 100.000 kWh pro Jahr und Fahrzeug beträgt bei 300 Straßenbahnen bis zu 3,0 Millionen kWh, umgerechnet auf durchschnittliche Haushalte, kann damit jährlich eine Ortschaft wie Frauenkirchen im Burgenland mit cirka 3.000 EinwohnerInnen und etwa 1.200 Haushalten ausreichend mit Energie versorgt werden. Auf CO2-Emissionen hochgerechnet könnten im Jahr bis zu 600.000 kg CO2 vermieden werden. Für neue Projekte gilt es den Mehrwert aus den Untersuchungen in die Praxis zu übertragen und den Technologiesprung standardmäßig zu etablieren, dadurch die Entwicklungs- und Anschaffungskosten zu senken um dadurch die neue energieeffiziente Technologie europaweit zu forcieren.

Dauer und Umfang des Forschungsprojektes


Die Projektdauer beträgt im wesentlichen 1 ½ Jahre und wird in mehrere relevante Abschnitte unterteilt. Technischer Start war März 2010, geplantes Ende September 2011. Die Kosten von ECOTRAM belaufen sich auf etwa 900.000 Euro, davon wurden knapp 600.000 Euro an Fördermitteln beantragt. Neben den theoretischen Untersuchungen der Optimierungspotentiale am ULF werden statische und dynamische Messreihen das Projekt begleiten. Die statischen Messungen finden im Mai 2010 im Klima-Wind-Kanal der Rail Tec Arsenal statt, danach erfolgt die Ausstattung des Testfahrzeugs für den cirka 6 bis 8 Monate andauernden Probebetrieb im Wiener Stadtverkehr. Diese Messungen sind für den Winterbetrieb geplant - konkret von September 2010 bis März 2011. Bei den statischen Messungen im Klima-Wind-Kanal werden die tatsächlichen Energieströme von Heizungs- und Klimageräten unter realistischen Klima- und Betriebsbedingungen erfasst und analysiert. Daraus werden die Prognosewerte beziehungsweise Methoden für das Simulationsmodell abgeleitet.

Probebetrieb unter echten Umweltbedingungen


Durch den Probebetrieb werden strecken- und beladungsabhängige Einflüsse unter realen Umweltbedingungen über einen längeren Zeitraum erfasst und mit den gemessenen Werten abgeglichen. Zugleich wird ein umfangreiches Simulationsmodell für das thermische Verhalten des Fahrzeugs erstellt, mit dem unterschiedliche Fallstudien möglich werden. Mit diesen Maßnahmen werden die Zusammenhänge zwischen Umgebungsbedingungen, Betriebsparametern, Fahrzeugaufbau und Klima- bzw. Heizungsgeräten dargestellt und quantitativ bewertet. Die Forschungsergebnisse sollen aufzeigen, ob und welche Umrüstungen am ULF notwendig sind, damit es zu einer wesentlichen Einsparung des Energieverbrauches bei Heizung, Klimatisierung und Lüftung kommen kann - unter Beibehaltung des hohen Fahrgastkomforts. ECOTRAM leistet einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz und sichert gleichzeitig hochqualitative Arbeitsplätze und Know-how am Wirtschaftsstandort Wien.

Fragen zu wissenschaftliche Details:

Konsortialleiter Eco Tram
Ao.Univ.Prof. DI Dr. Martin Kozek
Technische Universität Wien
Institut für Mechanik und Mechatronik
T: +43-1-58801-328 12
martin.kozek@tuwien.ac.at
http://www.mec.tuwien.ac.at/

Rückfragen:
Dominik Gries
Wiener Linien GmbH & Co KG
Kommunikation
T: +43-1-7909-14203
presse@wienerlinien.at
www.wienerlinien.at

Veronika Gasser
Siemens AG Österreich
Konzernpresse
Pressesprecherin Sektor Industrie
T: +43-51707-24629
M: +43-664-80117-24629
veronika.gasser@siemens.com  
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