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2011-06-30 [

Christian Bauer

 | Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik ]

Elektromobilität bringt neue Jobs

Nicht nur aus Umweltgründen sondern auch aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen dürften sich Investitionen in Elektromobilität auszahlen: Eine Studie der TU Wien und Fraunhofer Austria sieht großes wirtschaftliches Potenzial.

Diskussionsrunde mit (v.l.n.r.): SCh. Michael Losch (Wirtschaftsministerium), Peter Koren (Industriellenvereinigung), Josef Affenzeller (AVL List), Wilfried Sihn (Fraunhofer Austria, Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, Bernhard Geringer (TU Wien) und Stephan Schwarzer (Wirtschaftskammer Österreich) (Quelle: BMWFJ/HBF/Livio Srodic)

Eine große Zukunft für Elektrofahrzeuge sagt eine neue Studie der TU Wien und Fraunhofer Austria voraus. Bis zum Jahr 2030 könnten zehntausende neue Arbeitsplätze im Bereich Elektromobilität geschaffen werden. Die Studie wurde am 29. Juni im Wirtschaftsministerium offiziell präsentiert.

Technologie mit großem wirtschaftlichen Potenzial
Die Studie wurde von Wirtschaftsministerium, Wirtschaftskammer Österreich und Industriellenvereinigung beim Fraunhofer-Institut und dem Institut für Fahrzeugantriebe & Automobiltechnik der TU Wien in Auftrag gegeben. Federführend beteiligt waren Professor Bernhard Geringer (Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik, TU Wien) und Professor Wilfried Sihn (Fraunhofer Austria). Die Studie über die Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale der Elektromobilität bescheinigt der neuen Technologie bei Ausnützung aller Potenziale bis 2030 die Schaffung von 57.100 neuen Arbeitsplätzen und eine zusätzliche Wertschöpfung von 3,8 Milliarden Euro. Da die Fahrzeuge mit klassischem Antrieb in diesem Zeitraum weiterhin dominieren werden, gingen durch die Elektromobilität dort auch keine Arbeitsplätze verloren, so die Studienautoren. Zudem hätten heimische Unternehmen schon heute bei Multi-Use-Technologien große Kompetenz.

Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner betonte am Mittwochabend die Bedeutung der Elektromobilität für den österreichischen Wirtschaftsstandort. "Mit dem Ausbau der Elektromobilität reduzieren wir nicht nur unsere Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen, sondern schaffen auch neue Perspektiven für Österreichs Automobilzulieferer, die Elektro- und Elektronikindustrie und die Energieversorger.“

Bemerkenswerte Effizienz

"Die Energieeffizienz der Elektromobiliät ist mit einem Wirkungsgrad von bis zu 95 Prozent unschlagbar. Benzin- oder dieselgetriebene Autos setzen nur 25 Prozent der Energie in Bewegung um", streicht Mitterlehner weitere Vorteile der mit Strom angetriebenen Fahrzeuge hervor. Daher nennt die Energiestrategie auch ein Ziel von 250.000 Elektrofahrzeugen bis 2020. Um die Entwicklung voran zu treiben, engagiert sich das Wirtschaftsministerium auf EU-Ebene in der High Level Group Cars 21 bei der Etablierung gemeinsamer Standards und unterstützt Innovationen österreichischer Unternehmen über seine Tochtergesellschaften aws und FFG mit Finanzierungen, Haftungen und Forschungsförderungen für den gesamten Innovationszyklus, und insbesondere bei der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft.

Industriellenvereinigungs-Vize-Generalsekretär Mag. Peter Koren betonte die Wichtigkeit von Investitionen in Forschung und Entwicklung für die Wirtschaft. Ziel müsse sein, Spitzentechnologie und Produktion für Elektromobilität aus Österreich zu fördern, damit die betroffenen Unternehmen, die als Exporteure zumeist in einem globalen Wettbewerb stehen, die jetzt gegebenen Marktchancen nutzen könnten, fordert Koren.

Kleine und mittlere Unternehmen als große Profiteure

"Das Thema Elektromobilität bietet vor allem für kleine und mittlere Unternehmen Chancen. Im Mechatronikgewerbe, bei Recyclingbetrieben, aber auch bei Softwareherstellern für Abrechnungssysteme sowie in der Kfz-Branche mit Mietwagenfirmen und dem Reparaturgewerbe tut sich für KMU vieles auf", wie der Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik der Wirtschaftskammer Österreich, Stephan Schwarzer, anlässlich der Studienpräsentation betonte. Denn Klein- und Mittelbetriebe spielen aufgrund ihrer Fähigkeit, sich rasch auf neue Situationen einzustellen, eine zentrale Rolle als Innovatoren. Mehr als die Hälfte aller zusätzlichen 57.100 Arbeitsplätze, die durch die Entwicklungen in der E-Mobilität entstehen, werden in kleinen und mittleren Unternehmen zu finden sein.

Nähere Informationen:
DI Christian Bauer
Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik
Technische Universität Wien, Getreidemarkt 9, 1060 Wien
T: +43-1-58801-31542
ch.bauer@ifa.tuwien.ac.at
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