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2012-05-07 [

Florian Aigner

 | Presseaussendung 34/2012 ]

Schluss mit überflüssigen Kosten

Von Zulieferern zu Produzenten, von Lagerhallen zum Kunden: Transport und Logistik ist ein Thema, an dem kein Wirtschaftsunternehmen vorbeikommt. Ein TU Wien Forschungsprojekt zeigt, dass man hier noch einiges besser machen könnte.

Logistik: Unterschiedliche Transportmittel sind unterschiedlich teuer

Niemand baut alleine einen Eisenbahnwaggon. Wirtschaftsbetriebe sind heute von vielen Zulieferern abhängig und sind gleichzeitig oft selbst Zulieferer für andere Unternehmen. Solche Logistikketten sind einem ständigen Wandel unterworfen: Volatile Märkte und schwankende Stückzahlen erschweren die Planung, sodass viele Unternehmen entweder überdimensionierte Lager befüllt halten oder auf teure Sondertransporte zurückgreifen müssen. Durch geschickte Planung kann man noch immer große Einsparungspotenziale erschließen, das unterstreicht nun ein Forschungsprojekt, das von der TU Wien  in Kooperation mit der Knorr-Bremse GmbH Division IFE und der Seisenbacher GmbH durchgeführt wurde. Das Ergebnis der Forschungsarbeit soll es Betrieben ermöglichen, ihre Logistik- und Bestandsstrukturen, sowie die Anliefer- und Transportkonzepte zu optimieren. Das spart Geld, verkürzt Lieferzeiten – und bringt eine deutliche Reduktion des CO2-Ausstoßes.

Umwelt und Geldbörse leiden gemeinsam
„Zulieferer und ihre Kunden sind immer voneinander abhängig“, erzählt Markus Florian (Institut für Managementwissenschaften und Fraunhofer Austria). „Kann ein Zulieferer einen vereinbarten Termin nicht halten, kommt man auch selbst in Schwierigkeiten. Dasselbe passiert, wenn die Kunden ihre Wünsche ändern.“ In globalisierten, volatilen Märkten wird dieses Problem immer größer. Oft führt das zu unnötig teuren und unnötig CO2-intensiven Transporten. Wenn ein LKW halbleer auf die Reise geschickt wird, weil der Liefertermin anders nicht einzuhalten ist, oder wenn durch Zeitdruck der billige Schiffstransport durch teuren Flugzeugtransport ersetzt werden muss, dann steigen die Logistikkosten und die Umweltbelastung. „Wir haben genau analysiert, wie man solche Probleme beheben kann“, sagt Markus Florian. „Unser Modell zeigt Lösungsvorschläge auf, die massive Vorteile für alle beteiligten Unternehmen bringen können.“

Bessere Strukturen, weniger Kosten  
Das Forschungsprojekt, das von der FFG (österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) und vom BMVIT (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie) unterstützt wurde, illustriert in Fallbeispielen, welchen Vorteil die an der TU Wien entwickelten Modelle mit sich bringen. „Wir haben uns bei konkreten, realen Unternehmen angesehen, wie sich geänderte Logistikplanung auswirken würde“, sagt Markus Florian. Modelliert wurde der Fall eines Unternehmens, das Schienenfahrzeug-Teile produziert. Der Kunde muss zeitlich flexibel beliefert werden: Manchmal benötigt er Teile rascher als ursprünglich vereinbart. Das führt in vielen Fällen zu Sondertransporten per Luftfracht. Eine Möglichkeit, solche Transporte zu vermeiden ist ein sogenanntes Konsignationslager zu errichten – ein Lager in der Nähe des Kunden, von dem er bei Bedarf die nötigen Teile beziehen kann. Dadurch entstehen zwar Lagerkosten, doch die Transportkosten sinken, weil die Sondertransporte dann durch Standardtransporte ersetzt werden können. Eine Alternative wäre, dass der Produzent ein Lager einrichtet, in dem er die halbfertigen Teile aufbewahrt, die er seinerseits von Lieferanten zukauft. So kann der Produzent flexibler auf die Kundenwünsche reagieren und das Produkt innerhalb kürzerer Zeit fertigstellen.

Bis zu 60% weniger CO2
„Unsere Rechnungen zeigen: solche Strategien zahlen sich aus“, sagt Markus Florian. Die nötigen Investitionen rentieren sich – und auch die Umwelt ist letztlich ein großer Gewinner: „Bis zu 60% des CO2-Ausstoßes, der bisher in der Lieferkette auftritt, konnte in unserem Modell eingespart werden“, betont Florian. Die Palette an Optimierungsmöglichkeiten reicht noch weiter.

Innerhalb des entwickelten Konfigurationsmodells erhält der Anwender die Möglichkeit, durch eine strukturierte Vorgehensweise sowie die eigens dafür entwickelten Methoden und Werkzeuge, ihre Logistikketten auf mögliche Verbesserungspotentiale zu prüfen. Die nötigen Maßnahmen wären also weder aufwändig noch kompliziert. „Man kann Unternehmen mit komplexer Logistik wirklich nur empfehlen, ihre Logistikketten genau zu überdenken“, betont Markus Florian. „Oft sind die Einsparungspotenziale größer als man denkt.“ Er und seine Kollegen sind jedenfalls bereit, bei solchen Untersuchungen unterstützend mitzuwirken.

Nähere Information: http://www.kowalo.at/ 

Rückfragehinweis:
Dipl.-Ing. Markus Florian
Institut für Managementwissenschaften/Fraunhofer Austria Research GmbH
Technische Universität Wien
T: +43-676-888 616 13
florian@imw.tuwien.ac.at

Aussender:
Dr. Florian Aigner
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Wien
Operngasse 11, 1040 Wien
T: +43-1-58801-41027
florian.aigner@tuwien.ac.at

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