Technische Universität Wien
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2012-10-18 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Wasser ist zum Forschen da

Im Doktoratskolleg „Water Resource Systems“ werden Forschungsfragen rund ums Wasser interdisziplinär beantwortet. Nun geht es in die zweite Runde.

Rund ums Wasser gibt es unzählige interdisziplinäre Forschungsthemen

Prof. Günter Blöschl, Leiter des Doktoratskollegs

Wir trinken Leitungswasser, und wollen darauf vertrauen, dass es sauber ist. Wir bauen Häuser und wollen darauf vertrauen, dass sie nicht vom nächsten Hochwasser fortgespült werden. Das Thema Wasser begleitet uns jeden Tag – und auch für die Wissenschaft ist es von höchster Bedeutung. An der TU Wien besteht seit drei Jahren das Doktoratskolleg „Water Resource Systems“, nun geht es in die zweite Runde: Zehn junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen zu den Forschungsteams des Doktoratsprogrammes hinzustoßen. Am 29. Oktober wird die zweite der vier Projektphasen offiziell gestartet.

Schutz des Wassers – und Schutz vor dem Wasser

„Wir forschen an ganz unterschiedlichen Themen rund ums Wasser“, sagt Prof. Günter Blöschl, Leiter des von FWF geförderten Doktoratskollegs. „Wie können wir unser Wasser schützen? Und wie können wir uns vor dem Wasser schützen – etwa bei Hochwasser?“ Hochwasserschutz ist ein wesentlicher Bestandteil des Doktoratsprogrammes, Günter Blöschl erhielt für seine Arbeiten zu diesem Thema auch ein ERC Advanced Grant des European Research Council.

Auch in der Risikoforschung spielt Hochwasser eine Rolle: Welche Gefahren für Mensch, Eigentum und Umwelt kann vom Wasser ausgehen? Dadurch ergeben sich Strategien für den technischen Umgang mit Wasser: Wie müssen Dämme und Deiche gebaut werden? Auch für das globale Problem des Klimawandels ist das Wasser entscheidend: Durch Auswertung von Satellitendaten lässt sich die Bodenfeuchte in unterschiedlichen Regionen der Welt berechnen, und diese Bodenfeuchte ist ein wichtiger Parameter für Klimamodelle.

Stadt, Land und Fluss
Um zu verstehen wie sich Verunreinigungen ausbreiten, muss man verstehen, wie sich das Wasser bewegt – nicht nur in Flüssen und Bächen, sondern auch im Boden. Von Stickstoffverbindungen bis zu Viren oder Bakterien: Unterschiedliche Inhaltsstoffe breiten sich unterschiedlich aus. Durch Messungen und mathematische Modelle lässt sich das erforschen und vorhersagen. Damit lässt sich auch der Einfluss der Landwirtschaft auf die Wasserqualität besser verstehen. Auch für Kläranlagen und Abwasser-Management liefern die TU-Forschungsgruppen wichtige neue Erkenntnisse.

Sechzig Hektar Laborfläche
Eine wichtige Rolle für das Doktoratskolleg „Water Resource Systems“ spielt das Freiluftlabor in Petzenkirchen bei Wieselburg. „Dieses Gebiet ist für uns besonders interessant, weil es viele hydrologische Aspekte vereint“, sagt Günter Blöschl. Der Grundwasserspiegel ist hoch, dadurch sind manche Flächen bei Regen rasch mit Wasser gesättigt, und das wirkt sich auf den Wassertransport aus. Auf etwa 60 Hektar Fläche wurde dort eine Vielzahl von Messgeräten installiert: Durchflussmenge, Grundwasserspiegel und Niederschlag werden gemessen, die Wasserqualität wird überwacht.

Auch wenn sich hydrologische Forschungen oft auf ein ganz bestimmtes Gebiet beziehen - für Günter Blöschl ist der internationale Aspekt des Doktoratsprogrammes besonders wichtig: „Wir wollen junge Leute aus unterschiedlichen Ländern miteinbeziehen und die Studierenden unseres Doktoratsprogrammes international vernetzen.“ Bereits 25 Studierende forschen in der ersten Runde des Doktoratsprogrammes, 10 weitere in der zweiten Runde. Insgesamt wird das Programm „Water Resource Systems“ bis zum Jahr 2021 laufen - mit etwa 80 Doktorandinnnen und Doktoranden. Die zweite Projektphase wird am 29. Oktober um 18:30 im Böcklsaal der TU Wien in Anwesenheit der Rektorin Sabine Seidler und der Vizerektoren Johannes Fröhlich (Forschung) und Adalbert Prechtl (Lehre) offiziell gestartet.

Mehr zum Doktoratskolleg: http://www.waterresources.at/DK/index.php?id=2

Nähere Informationen:
Prof. Günter Blöschl
Centre for Water Resource Systems (CWRS) / Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie
Technische Universität Wien
T: +43-1-58801-22315
guenter.bloeschl@tuwien.ac.at