Technische Universität Wien
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2012-12-06 [

Florian Aigner

 | Presseaussendung 85/2012 ]

Ihr Weg zum Frühstückskipferl

Ein neuer Routenplaner hilft auch bei komplexen Wünschen – die Technologie dafür kommt von der TU Wien.

MyITS: Ein neuer Routenplaner für Wien [1]

[2]

Sie wollen abends vom Büro ins Theater und dazwischen noch an einem italienischen Restaurant mit Gastgarten Halt machen? Sie wollen vom Hotel zum Konferenzort und suchen auf dem Weg dorthin eine Bäckerei, die bei einem Park gelegen ist, um dort in Ruhe Ihr Frühstückskipferl essen zu können?
Internet-Routenplaner gibt es zwar viele, doch die meisten von ihnen sind durch solche komplizierten Anfragen gewiss überfordert. Forschung der TU Wien ermöglicht nun allerdings völlig neue Arten von Suchanfragen – auf myits.at, dem intelligenten Routenplaner. Er wurde nun mit dem Smart City Preis der Wiener Stadtwerke Holding AG im Rahmen der Content-Award Night der Technologieagentur ZIT ausgezeichnet.

MyITS: Schlauer als die anderen
Wenn Sie von A nach B wollen und unterwegs noch einen Supermarkt brauchen, dann können Sie mit einem herkömmlichen Routenplaner Supermärkte suchen, einen auswählen und sich dann eine Route zum Supermarkt und von dort weiter zu Ihrem Ziel berechnen lassen. Welcher der Supermärkte aber am besten auf Ihrem Weg liegt, erkennt der Routenplaner nicht. Für MyITS ist das allerdings kein Problem. „Diese Verbindung aus Routenplanung und Suche ist technisch nicht trivial“, sagt Thomas Krennwallner von der Knowledge-Based Systems Group der TU Wien (Institut für Informationssysteme). Schließlich können nicht alle gespeicherten Supermärkte durchprobiert werden – kluge Softwarelösungen sind gefragt.

„Griechische Küche neben Theater“ 
MyITS kann sogar noch deutlich mehr: Die Points of Interest, nach denen man suchen kann, sind intelligent geographisch verknüpft, sodass sehr spezielle Anfragen möglich werden - etwa „griechische Küche neben Theater“ oder „Supermarkt neben Tankstelle“. Die Suchmaschine kann auch mit unterschiedlichen Formulierungen umgehen. Es findet auch eine Pizzeria, wenn man nach einem „italienischen Restaurant“ sucht, es ordnet Filialen unterschiedlicher Firmen dem Begriff „Supermarkt“ zu, es ist nicht verwirrt, wenn man statt eines „Restaurants“ ein „Beisl“ finden will.

Clevere Datenbank-Lösungen
„Um das zu ermöglichen, muss man mit ganz speziellen Beschreibungslogiken und ‚Semantic Web‘ Technologien arbeiten“, erklärt Thomas Krennwallner. Er entwickelte gemeinsam mit Patrik Schneider und Prof. Thomas Eiter in der der Knowledge-Based Systems Group Methoden, große Mengen an Daten für die Suchmaschine passend aufzuarbeiten. An dem von der Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderten Projekt beteiligt war auch das Austrian Institute of Technology (AIT) – dort wurde der Routenplaner entwickelt, der mit den vom TU-Team aufbereiteten Daten gefüttert wird. Das Design der User-Schnittstelle kam von der Firma Fluidtime.

Die Daten kamen aus unterschiedlichen Quellen: „Wir verwenden die frei verfügbaren Metadaten und Karten von Open Street Maps, greifen auch auf Open Government Data der Stadt Wien oder etwa auch auf die Restaurantkritiken vom ‚Falter‘ zurück“, sagt Thomas Krennwallner. So unterschiedliche Daten in ein funktionsfähiges Gesamtsystem einzufügen ist sehr aufwändig – und die Arbeit ist auch noch nicht völlig abgeschlossen, die Suchmaschine wird auch in Zukunft noch weiterverbessert.

Content Award für TU-Know-How
Bei der Content Award Night am 22. November vergaben Die Technologieagentur der Stadt Wien (ZIT) Preise für besonders innovative Ideen im Medienbereich. Der von der Wiener Stadtwerke Holding AG unterstützte Smart City Preis ging an das MyITS-Projekt. Von der Qualität der Idee können Sie sich selbst unter http://myits.at/ überzeugen. Vielleicht stellen Sie dort ja fest, dass Sie in Zukunft Ihr Frühstücksgebäck doch besser ganz wo anders kaufen sollten.


Rückfragehinweis:
Dipl.-Ing. Thomas Krennwallner
Institut für Informationssysteme
Technische Universität Wien
Favoritenstr. 9-11, 1040 Wien
T: +43-1-58801-18469
thomas.krennwallner@tuwien.ac.at


Aussender:
Dr. Florian Aigner
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Wien
Operngasse 11, 1040 Wien
T: +43-1-58801-41027
florian.aigner@tuwien.ac.at

 

 

 

[1] Openstreetmap

[2] Stephanie Hofschläger, pixelio

 

Logo Information & Communication TechnologyInformation & Communication Technology ist – neben Computational Science & Engineering, Quantum Physics & Quantum Technologies, Materials & Matter sowie Energy & Environment – einer von fünf Forschungsschwerpunkten der Technischen Universität Wien. Forschung und Entwicklung werden mit einer Vielzahl an interdisziplinären Projekten verfolgt. Im Fokus steht das Internet. Neben den technischen Grundlagen wird auch die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Einbettung der Informations- und Kommunikationstechnologien untersucht.


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