Technische Universität Wien
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2013-03-05 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Happy Birthday, Atominstitut!

Mehr als ein halbes Jahrhundert Atomforschung im Prater – das ist Anlass für ein Jubiläums-Symposium und für ein „TU-Forum“ zum Thema „Forschung am Praterreaktor“.

Das Atominstitut feiert

Das Atominstitut feiert

Ein beinahe runder Geburtstag steht bevor: Eigentlich ist das Atominstitut schon im Vorjahr 50 Jahre alt geworden, die richtigen Feierlichkeiten dazu finden aber heuer statt: Beim „50+ Symposium“ am 7. März versammeln sich prominente Gäste aus Wissenschaft und Politik um zu fünf höchst erfolgreichen Jahrzehnten zu gratulieren.

Das 50+ Symposium findet am 7. März  2013 statt, das Programm finden Sie hier.

Lernen Sie das Atominstitut kennen!
Einem breiten Publikum wird die Forschung am Praterreaktor beim TU-Forum am 6. März präsentiert. Moderiert von Institutsvorstand Prof. Jörg Schmiedmayer werden Reaktorleiter Mario Villa, Michael Hajek (ehemaliger Mitarbeiter des Atominstituts, jetzt bei der IAEA beschäftigt) und Prof. Hartmut Abele (ATI, TU Wien) über die Forschung am Reaktor diskutieren und Fragen aus dem Publikum beantworten. Auch Reaktorführungen wird es geben. Alle interessierten ZuhörerInnen sind zum TU-Forum herzlich eingeladen. Bei den Reaktorführungen ist die TeilnehmerInnenzahl begrenzt, daher wird eine Anmeldung empfohlen.

Neutronen und Quantenphysik
Der Termin für die Feiern ist ganz bewusst gewählt: am 7. März 1962, um 12:04 produzierte der TRIGA Mark II Forschungsreaktor am Atominstitut das erste Mal Neutronen in einer kontrollierten Kernspaltung. Unzählige wissenschaftliche Experimente wurden seither am Reaktor durchgeführt. Zu den spektakulärsten Höhepunkten in der Geschichte des Instituts gehört gewiss Prof. Helmut Rauchs Neutronenexperiment im Jahr 1974: Damals gelang es erstmals, den Wellencharakter von Neutronen nachzuweisen. Das Experiment war daher ein wichtiger Meilenstein in der Quantenphysik.

Doch auf diesen Lorbeeren hat man sich nicht ausgeruht: Eine ganze Reihe von Forschungsgruppen arbeiten heute am Atominstitut an ganz unterschiedlichen Themen – am Reaktor wie auch abseits des Reaktors. Das Spektrum der Forschung am Atominstitut reicht von Strahlensicherheit und medizinischen Anwendungen ionisierender Strahlung bis hin zu den physikalischen Grundlagen von Quantencomputern, Glasfasern als Atom-Detektoren oder der Physik von Bose-Einstein-Kondensaten.

Vielzitierte Publikationen in angesehenen wissenschaftlichen Journalen beweisen die Bedeutung, die dem Atominstitut der TU Wien heute international beigemessen wird. Auch wichtige Preise konnten die Angehörigen des Atominstituts immer wieder nach Wien holen: Etwa den Wittgenstein-Preis,  zwei ERC-Grants oder auch zwei START-Preise. Das Atominstitut ist auch ein wichtiger Teil des 2010 gegründeten „Vienna Center for Quantum Science and Technology“. „Durch diese universitätsübergreifende Einrichtung konnte die Quantenphysik in Österreich insgesamt deutlich gestärkt werden“, sagt Jörg Schmiedmayer.

Der Reaktor als Herzstück des Instituts
Im vergangenen Jahr wurden die Brennelemente des Reaktors erneuert, wodurch ein Weiterbetrieb für die nächsten Jahrzehnte gesichert werden konnte. „Unser Reaktor ist voll einsatzbereit, was die wissenschaftliche Arbeit und Ausbildung zügig vorantreibt. Das Atominstitut wird damit noch stärker als in der Vergangenheit zum Wissenschafts- und Technologiestandort Wien und Österreich als universitäre Einrichtung beitragen“ ist Prof. Jörg Schmiedmayer zuversichtlich.
Nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Lehre spielt der Forschungsreaktor im Prater seit über 50 Jahren eine wichtige Rolle. Zahllose Studierende konnten dort wichtiges Wissen über Reaktortechnik und Strahlenschutz sammeln. Auch für die Zusammenarbeit mit der in Wien ansässigen Atomenergiebehörde IAEA ist der Reaktor im Prater sehr wichtig: Seit vielen Jahren lässt die IAEA angehende Waffeninspektoren am Atominstitut der TU Wien ausbilden. Slowakisches und belgisches Reaktorpersonal erhält am Wiener Reaktor Trainingseinheiten, genauso wie Studierende der University of Manchester oder Atom-U-Boot-Offiziere der Royal Navy, die für Kurse nach Wien geflogen werden.

Über 4000 BesucherInnen erhalten jährlich in Reaktorführungen einen Einblick in die Funktionsweise des Reaktors. Er ist also nicht nur ein wichtiges Instrument, neue physikalische Fragestellungen zu beantworten und neues Wissen zu erlangen, er dient auch dazu, Wissen nach außen zu tragen.

Seit seiner Gründung ist das Atominstitut dank der Leistungen seiner Belegschaft eine echte „Erfolgsgeschichte“,  betont der Dekan der Fakultät für Physik, Prof. Gerald Badurek, der auch stolz darauf ist, selbst mehr als drei Jahrzehnte  dem Team um Prof. Helmut Rauch angehört zu haben. Das Atominstitut genießt aber nicht nur aufgrund seiner  wissenschaftlichen Leistungen zu Recht höchstes internationales Ansehen, sondern auch durch seine vielen außergewöhnlich erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen.