Technische Universität Wien
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2013-04-05 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Adamson-Award für Ulrike Diebold

Die American Chemical Society würdigt Ulrike Diebold mit dem Adamson-Award für Oberflächenchemie.

Prof. Ulrike Diebold

Lange Zeit galten sie als viel zu kompliziert und kaum erforschbar: Metalloxide sind schwieriger zu untersuchen als andere Materialklassen wie Metalle oder Halbleiter. Prof. Ulrike Diebold vom Institut für Angewandte Physik der TU Wien gelang es trotzdem, wesentliche Durchbrüche in der Metalloxid-Forschung zu erzielen. Dafür wird sie nun von der American Chemical Society in Washington DC mit dem „Arthur W. Adamson Award For Distinguished Service In The Advancement Of Surface Chemistry” ausgezeichnet.

Saubere Wissenschaft mit schmutzigen Oberflächen
Für die Industrie spielen Metalloxide eine wichtige Rolle: „Sie werden oft als Katalysatoren eingesetzt, aber sie können auch für ganz andere Zwecke dienen, etwa als weiße Pigmentfarbe “, erklärt Ulrike Diebold. Bei der Verwendung von Metalloxiden war man allerdings lange auf Versuch und Irrtum angewiesen, denn ein tiefes Verständnis dieser Materialien auf atomarer Skala fehlte. Es ist relativ schwierig, Metalloxid-Oberflächen so zu präparieren, dass verlässliche, reproduzierbare Experimente durchgeführt werden können. Die erhaltenen Daten sind daher oft nur schwer zu interpretieren.

Wien und New Orleans
Ulrike Diebold begann bereits 1993 an der Tulane University in New Orleans an Metalloxiden zu forschen. Mit Hilfe von Rastertunnelmikroskopen gelang es ihr, wichtige neue Erkenntnisse über die atomaren Vorgänge an der Oberfläche der Metalloxide zu gewinnen. Besonders bekannt wurde sie durch ihre Arbeit mit Titanoxid, einem Photokatalysator: Seine katalytische Wirkung kann durch Lichtbestrahlung geregelt werden.

2010 kehrte Diebold von der Tulane University an die TU Wien zurück, wo sie auch studiert hatte. 2012 wurde sie mit einem ERC-Grant des European Research Council ausgezeichnet. Die American Chemical Society vergibt jedes Jahr den Arthur W. Adamson Award an eine Person, die herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Oberflächenchemie erbracht hat. Am 9. April 2013 wird diese Auszeichnung an Ulrike Diebold übergeben.

Mehr über Ulrike Diebolds Forschungsarbeit

 Pressemeldung der American Chemical Society (englisch)