Technische Universität Wien
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2013-06-14 [

Matthias A. Muggli

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Karl-Titze-Preis 2013

Nikolaus Euler-Rolle und Markus Kieberger erhalten für ihre Diplom- und Doktorarbeiten den diesjährigen Karl-Titze-Preis.

Druckverteilung in der Lagerschale [1]

Vergleich der Simulationsergebnisse

Um Schadstoff- und Geräuschemissionen sowie auch den Wirkungsgrad von Verbrennungskraftmaschinen zu verbessern, werden intensive Forschungsanstrengungen unternommen, die in den vergangenen Jahren auch signifikante technische Fortschritte ermöglicht haben. Ein wesentliches Instrument zur Analyse verschiedener Vorgänge innerhalb von Verbrennungsmotoren sind Simulationswerkzeuge, die die tatsächlichen Verhältnisse zunehmend detailliert und präzise abbilden können. Dies erfordert jedoch immer komplexere Modelle, deren Simulation selbst mit modernen Rechnern aufwändig wird. Im Rahmen seiner Diplomarbeit hat sich Dipl.-Ing. Nikolaus Euler-Rolle mit Modellreduktionsverfahren beschäftigt, die es ermöglichen, vereinfachte Modelle mit erheblich reduziertem Rechenaufwand bei vergleichbarer Aussagekraft zu erzeugen. Konkret wurden Modelle zur Beschreibung des Druckaufbaus im Schmiermittel in Kurbelwellengleitlagern von Verbrennungsmotoren betrachtet.

Forschungskooperation mit AVL

Die Diplomarbeit von Nikolaus Euler-Rolle wurde im Rahmen des Christian Doppler Labors „Model Based Calibration Methodologies“ als Kooperation zwischen der Firma AVL List GmbH und dem Institut für Mechanik und Mechatronik der Technischen Universität Wien ausgeschrieben und durchgeführt. Die Methodik zur Modellreduktion in der Berechnung des Öldrucks, der sich im Schmierspalt von Gleitlagern einstellt und einen wesentlichen Bestandteil in der dynamischen Gesamtsimulation von Verbrennungskraftmaschinen darstellt, ist das wesentliche Resultat dieser Diplomarbeit.

Dissertation von Dr. Markus Kieberger

Die Forderung, den Kraftstoffverbrauch sowie den CO2-Ausstoss von Kraftfahrzeugen zu reduzieren, hat in den letzten Jahren den Trend zu hubraumschwachen und aufgeladenen Ottomotoren begründet. Diese Motoren werden aufgrund ihrer Auslegung bei hoher Last betrieben. Aufgrund der erhöhten spezifischen Belastung der Triebwerke nimmt die Herausforderung hinsichtlich der Stabilität der Verbrennung zu. Dabei tritt bei diesen Motoren das Phänomen der Vorentflammung in den Vordergrund. Dr. Markus Kieberger hat sich im Rahmen seiner Dissertation mit dem Phänomen der Vorentflammung am Ottomotor zur Bestimmung von Abhilfemaßnahmen näher beschäftigt. Mittels Durchführung von Untersuchungen am Motorprüfstand, Ladungswechselsimulationen und Simulationen zur Bestimmung der chemischen Reaktionsmechanismen konnten verschiedene Einflussfaktoren und Auslösemechanismen bestimmt werden.

Der Preis

Durch den Preis sollen Studierende angeregt werden, anwendungsorientierte wissenschaftliche Spitzenleistungen auf dem Gebiet des Maschinenbaus, vorzugsweise im Kraftfahrzeugwesen, zu erbringen. Vergeben wird der Karl-Titze Preis gemeinsam von der Stiftung und der TU Wien – vertreten durch die Rektorin, den Vizerektor für Lehre, den Dekan der Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften und den Vorstand des Instituts für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik. Der Preis wurde erstmals 2000 überreicht, damals noch vom Stifter persönlich.

Nähere Information

Dipl.-Ing. Nikolaus Euler-Rolle
CD-Labor „Model Based Calibration Methodologies“
Institut für Mechanik und Mechatronik
Wiedner Hauptstr. 8, 1040 Wien
T: +43-1-58801-325528
nikolaus.euler-rolle@tuwien.ac.at
www.mec.tuwien.ac.at

Prof. Stefan Jakubek
Leiter des CD-Labors „Model Based Calibration Methodologies“
Institut für Mechanik und Mechatronik
Wiedner Hauptstr. 8, 1040 Wien
T: +43-1-58801-325510
stefan.jakubek@tuwien.ac.at
http://mbc.tuwien.ac.at

Dr. Markus Kieberger
Continental Automotive GmbH
Siemensstrasse 12, 93055 Regensburg, Deutschland
T: +49-941-790-8746
markus.kieberger@continental-corporation.com
http://www.continental-corporation.com

Bild:
[1] © AVL List GmbH