Technische Universität Wien
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2014-06-18 [

Herbert Kreuzeder

 | Presseaussendung 64/2014 ]

The Art of ReCreation - Ein Pavillon für Freizeit und Architektur

Ein skulpturaler Ausstellungspavillon inklusive einer Ausstellung zu innovativen Freizeitarchitekturprojekten aus Österreich und Schweden – das erwartet BesucherInnen von 21. Juni bis 28. September 2014 ist im Tiefhof des 21er Hauses. Das Projekt entstand in einer Kooperation der TU Wien/Architekturtheorie, soma architecture und der Schwedischen Botschaft in Wien mit dem 21er Haus.

The Art of ReCreation [1]

Am 21. Juni 2014 wird im Rahmen des 21er Haus-Sommerfestes der skulpturale Pavillon im Tiefhof vor dem Museum eröffnet. Die Idee für das Gesamtprojekt entstand am Lehrstuhl für Architekturtheorie unter der Leitung von Dörte Kuhlmann in Kooperation mit der schwedischen Botschaft.

Der Pavillon – Skulptur und Experiment
Die Konstruktion des Pavillons wurde als Studierendenprojekt entwickelt und umgesetzt. Kristina Schinegger und Stefan Rutzinger von soma architecture lieferten die konzeptionelle Basis der experimentellen Bauweise. Das klassische Architekturverständnis beruht auf der Unterscheidung von Inhalt und seiner materiellen Erscheinung. Materialisierung wird heute nicht mehr als nachgeordnete Überlegung verstanden, sondern als aktiver Entwurfsgenerator.
Computergestützte Werkzeuge und erhöhte Rechnerleistung ermöglichen einen Bottom-up Ansatz: Materialeigenschaften zu simulieren, virtuell zu testen und daraus Formen und Räume entstehen zu lassen.
Im Zuge des einjährigen Pavillonprojektes wurde sowohl die Vorstellung des formlosen Materials als auch die lineare Abfolge von Entwurf und Materialisierung in Frage gestellt.
Das Entwerfen "Operations of the Formless" widmete sich der Analyse von Materialsystemen. Ziel war eine Übersetzung in einen architektonischen Maßstab und Gestaltungs- und Raumbildungspotenziale auszuloten. Dazu kamen analoge und digitale Experimente zum Einsatz.
Im ersten Schritt wurde das Verhalten von Materialsystemen getestet, anschließend wurden charakteristische Eigenschaften in räumliche Formationen übersetzt und digital simuliert. Aus allen Analyseprojekten wurde für die Weiterentwicklung im Team im zweiten Semester die Idee rund um die selbstverzahnenden Eigenschaften von Filz ausgewählt. Filz ist multi-direktional, unhierarchisch, offen und erweiterbar. Durch Verfilzen entsteht aus schwachen selbstähnlichen Einzelteilen eine unerwartet effiziente Struktur.
Das Konzept wurde von März bis Mai 2014 von den Architekturstudierenden gemeinsam weiterentwickelt und umgesetzt. Die zu sehende Formation besteht nun aus 2.200 Aluminiumspiralen. Aluminium erweist sich nicht nur aufgrund seiner einfachen Verarbeitbarkeit sowie Leichtigkeit für Transport und Aufbau von Vorteil; die Profile können aufgrund Ihrer Unbehandeltheit später wieder recycelt werden.
In seiner operativen Formlosigkeit erweitert das Projekt die klassische Unterscheidung zwischen Gestalt, Struktur und Material. Der Pavillon resultiert aus einem selbstorganisierten Prozess und ist Skulptur und Experiment zugleich.

Die Ausstellung
Den Pavillon begleitet ein Display von 20 innovativen Freizeitarchitekturprojekten aus Österreich und Schweden, präsentiert in einer integrierten pneumatischen Sitzlandschaft.
Kurzreisen in ferne Länder stellen keine Herausforderung mehr dar. Mit der veränderten Art und Weise zu reisen, gehen viele neue Phänomene im Bereich der Freizeitkultur einher. So haben sich in den letzten Jahren höchst unterschiedliche Hoteltypologien entwickelt, die ebenso vielfältige Zielgruppen von Touristen ansprechen. Die Konzepte reichen von radikalen ökologischen Zurück-zur-Natur-Systemen bis zu spektakulären urbanen Branding-Architekturen, luxuriösen Wellness-Tempeln oder abenteuerlichen Eishotels mit arktischen Temperaturen. Die ausgewählten Projekte aus Schweden und Österreich zeigen die architektonischen Konsequenzen der neuen Diversität des Denkens über Freizeit- und Tourismuskultur auf.
Die transparenten Pneus stehen für die künstlichen, konservierten oder geschützten Welten, den sogenannten "tourist bubbles", in denen sich die Touristen weltweit bewegen. Sie bilden einen starken Kontrast zum filigranen Aluminium-Gewebe der Installation. Die Umsetzung der pneumatischen Installation wurde von P. Michael Schultes und Carolin Lotz von experimonde betreut.

Der Ausstellungsort
Die architektonische Intervention im Museum knüpft an eine Tradition an, die dem 21er Haus durch seine Geschichte eingeschrieben ist. Ursprünglich als temporärer Ausstellungsraum für die Weltausstellung in Brüssel 1958 konzipiert, wurde es danach nach Österreich überführt und seit 1962 als zeitgenössisches Museum genutzt. In diesem Zusammenhang versteht sich das 21er Haus als Ort für vordenkerische Vorhaben.

Das Gesamtprojekt ist eine Kooperation der TU Wien, soma architecture und der Schwedischen Botschaft in Wien mit dem 21er Haus. Unterstützung lieferten die Wirtschaftskammer Österreich, die Schwedischen Botschaft in Wien, sowie Bollinger Grohmann Schneider ZT GmbH.
Zu Pavillon und Ausstellung erscheint eine Publikation, die sich den angesprochenen Themen detaillierter widmet.

Zukunftssymposium am 2. Juli 2014
Am 2. Juli 2014 findet im 21er Haus ein Doppelsymposium statt. Ab 16.00 Uhr startet das Symposium "The Art of ReCreation", dass sich direkt auf die gezeigte Ausstellung bezieht. Ab 18.00 Uhr widmet sich "Destination Hideout" dem Hotel der Zukunft.

Bilderdownload

Webtipp:
21er Haus - Ausstellungsseite


Rückfragehinweis
Entwerfen / Pavillon:
Univ.Ass. Mag. Kristina Schinegger
soma architecture
Institut für Architekturwissenschaften / Fachbereich Architekturtheorie
Technische Universität Wien
Wiedner Hauptstraße 7, 1040 Wien
T +43-1-58801-410
kristina.schinegger@tuwien.ac.at

Ausstellungsinhalt / Katalog
Ao.Univ.Prof. DI Dr. Dörte Kuhlmann
Institut für Architekturwissenschaften / Fachbereich Architekturtheorie
Technische Universität Wien
Wiedner Hauptstraße 7, 1040 Wien
T +43-1-58801-25121
doerte.kuhlmann@tuwien.ac.at

Aussender:
Herbert Kreuzeder, MA
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Wien
Operngasse 11, 1040 Wien
T +43-1-58801-41023
herbert.kreuzeder@tuwien.ac.at

[1] Foto: Clemens Rauber


KuratorInnen
Dörte Kuhlmann, Mathias Mitteregger, Oliver Schürer, Ana-Maria Simionovici

Leitung Entwerfen und Pavillon
Stefan Rutzinger (soma architecture), Kristina Schinegger (soma architecture), Christoph Müller

Hauskurator 21er Haus
Harald Krejci

a-theory Team
Petra Abicht, Dominik Fill, Clara Linsmeier, Lena Kohlmayr, Agnes Pachucki, Clemens Rauber, Verena Sander, Susanne Stöller, Katharina Tielsch, Melanie Van der Hoorn, Manuel Wiesinger

Ausgewählte Studierendeprojekte
Lukas Stampfer und Zsofia Varga (Pavillon), Patricia Bilobradek und Andreas Bachmann (Pneus)

Studierende Entwerfen
Mahsa Asaei, Lukas Aschauer, Andreas Bachmann, Lidia Atanasova, Patricia Bagienski, Uwe Brunner, Clemens Charwat-Pessler, Goce Chavkoski, Veronica Colun, Clemens Conditt, Mehmet Rezan Demir, Sabrina Ehrenhöfer, Fanni Aliz Florian, Rebecca Franke, Bianca Gaspar, Sebastian Haller, Christina Heiser, Elisabeth Hofstetter, Natalie Jasinski, Ilina Kokaleska, Samy Omar, Tijana Ostojic, Ewelina Pawlik, Nikoleta Sidiropoulou, Lukas Stampfer, Clemens Steixner, Zsofia Varga, Tadeáš Vávra

Studierende Modul
Monika Anwander, Sarah Balla, Martina Bock, Alexander Brunner, Ana Burkus, Gaban Büllingen, Marta De Filippis, Kahina Djahnine, Monica Ileana Dobre, Verena Vanessa Elbe, Lisa Enzenebner, Yuksel Gulmez, Gregor Hauke, Christina Heiser, Florian Jeritsch, Pierre-Olivier Juppé, Komesker Mathias Komesker, Rafael Kopper, Sandra Kupkova, Theres Mackinger, Alina Christina Meindl, Johan Morel, Ulrike Moritz, Vanessa-Maria Müller, Janin Pfleger, Ayca Özyetgin, Rositsa Popova, Giulia Sangiani, Tobias Schedel, Elisabetta Schmidtlein, Jakob Schott, Fatma Pelin Sezgin, Tanja Slaby, Teresa Truckenmüller, Carolina Tuillier, Christoph Wannerer, Markus Wimmer, Haibin Zhang, Jiawei Zhang, Bianca Linda Christiana Zulus

Projektpartner
soma architecture (soma ZT GmbH), TU Wien, Schwedische Botschaft Wien, 21er Haus, departure, experimonde, WKÖ, Bollinger Grohmann Schneider ZT GmbH