Technische Universität Wien
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2014-08-28 [

Büro für Öffentlichkeitsarbeit

 | Presseaussendung 90/2014 ]

Die Energiewende kann kommen: TU Wien erarbeitete Lösungsansätze bei Alpbacher Technologiegesprächen

Die Technische Universität (TU) Wien war bei den Technologiegesprächen des Europäischen Forums Alpbach mit einem interdisziplinären Arbeitskreis zum Thema Energiewende vertreten, stellte erfolgreiche Projekte (Weltmeisterhaus LISI, Doktoratskolleg URBEM) vor und brachte ihre ExpertInnen für die Zukunftsthemen Industrie 4.0 und Complexity Science in Position.

Doris Bures und Sabine Seidler beim Modell des Weltmeisterhauses LISI

Arbeitskreis: "Smart Energy: Herausforderungen an eine interdisziplinäre Energiewende"

URBEM-DissertantInnen in Alpbach

Unter dem Titel „Smart Energy: Herausforderungen an eine interdisziplinäre Energiewende“ gestaltete die TU Wien erstmals einen eigenen Arbeitskreis. "Das Thema Energiewende ist für die TU Wien von großer Bedeutung, denn es ist ein Thema, das in jeder Fakultät auf unterschiedlichste Weise behandelt wird", merkte Rektorin Sabine Seidler in ihrer Eröffnungsansprache an. Unter der Leitung von Günther Brauner (TU Wien) diskutierten Stefan Bofinger (Fraunhofer – Institut IWES), Marc H. Hall (Wiener Stadtwerke), Theresia Vogel (Klima- u. Energiefonds), Martin Graf (e-control) und Herbert Greisberger (Energie- und Umweltagentur NÖ) das interdisziplinäre Themenfeld aus unterschiedlichen Perspektiven. Eingebracht wurden systemtechnische Sichtweisen, der Blickwinkel aus Simulation und Technologie sowie die wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen der anstehenden Energiekrise.

Die Energiewende geht uns alle an
Fakt ist: Die Wertschöpfungskette der Energieunternehmen hat sich verändert; Kraftwerke sind nicht mehr wirtschaftlich. Wir stehen an einem Punkt, an dem viele Investitionen in neue Technologien, in den Ausbau der Netzinfrastruktur und in die Entwicklung von adäquaten Energiespeichern erforderlich sind. Zusätzlich ist die Schaffung neuer Geschäftsmodelle und Dienstleistungen notwendig, die Kundenbedürfnisse mit den Gesetzmäßigkeiten des Energiemarktes verbinden. Dies stellt nicht nur Forschung und Wirtschaft, sondern auch die Politik vor neue Herausforderungen. „Die Energiewende ist ein Prozess, der alle angeht und der sehr vielseitig ist. Wir müssen alle Menschen mitnehmen.“ fordert Günther Brauner.

Empfehlungen für Forschung, Wirtschaft und Politik
Im Anschluss an die Impulsreferate erarbeiteten die ExpertInnen gemeinsam mit den TeilnehmerInnen Empfehlungen für Maßnahmen, die aus ihrer Sicht notwendig sind, um die Energiewende voranzutreiben. Gefordert wurden u.a.: verbindliche Kostenwahrheit und Transparenz in allen Bereichen, effizientere Informationen für Haushalte sowie Netznutzungs-Monitoring, Einführung eines Unterrichtsfachs "Energiewende" in Schulen, die Abkehr von CO-Zertifikaten, die Etablierung eines Markts für Energieeffizienzmaßnahmen, die Einbeziehung aller Stakeholder und regelmäßige Evaluierungen, damit ungewollte Konsequenzen ausgeschlossen werden können. „Die Bevölkerung ist im Willen zur Energiewende wesentlich weiter als Wirtschaft und Politik.“ kommentiert Herbert Greisberger. Auffällig ist ein Generationen-Gap; die Bereitschaft, Energie zu sparen, weniger Auto zu fahren etc. scheint bei jüngeren Menschen größer zu sein.

Gut Ding braucht Weile
Darin waren sich ReferentInnen und Auditorium einig: Die Energiewende kann nur langfristig und systemisch erfolgen. Das Denken in Legislaturperioden ist hierbei kontraproduktiv. „Die große Herausforderung ist es, die Energiewende mit Augenmaß und nicht zu schnell durchzuführen. So können sich Wissenschaft, Wirtschaft, Politik gemeinsam mit der Einsicht und Akzeptanz der Bevölkerung entwickeln. Zum Schluss haben wir einen Prozess, der wirtschaftlich, technisch und sozial funktioniert.“ fasst Günther Brauner zusammen. Die Energiewende ist komplex, es gibt nicht nur eine Antwort oder einen Weg. Interdisziplinarität bzw. die Kombination und Integration von verschiedenen Innovationen und Zugänge führen zu intelligenten Gesamtlösungen.

URBEM – DissertantInnen vernetzen sich
Weitere TU-VertreterInnen in Alpbach waren die DissertantInnen des Doktoratskollegs URBEM, die als Talents@Alpbach-StipendiatInnen an den Technologiegesprächen teilnahmen. Neben der Möglichkeit ihre Ansichten in die Diskussionen einzubringen konnten neue Kontakte geknüpft werden. "Das war eine außergewöhnliche Erfahrung, die mich interessante Menschen treffen ließ", kommentierte Dissertantin Sara Fritz ihre Teilnahme. Das "Doktoratskolleg Urbanes Energie- und Mobilitätssystem" (URBEM) ist ein Kooperationsprojekt der TU Wien mit der Wiener Stadtwerke Holding AG.

LISI-Haus – Leistbarer, energieeffizienter Wohnbau
Ein Beitrag zur Energiewende ist das von WissenschaftlerInnen der TU Wien zur Praxisreife mitentwickelte LISI-Haus. Das Modell des Solar-Hauses wurde in Alpbach gezeigt. Das Konzept ist ein Beispiel für qualitativ hochwertigen, nachhaltigen und leistbaren Wohnbau, der sich an die Bedürfnisse der NutzerInnen und Standorte anpasst. Das Haus war der österreichische Gewinner-Beitrag zum Wettbewerb „Solar Decathlon 2013“. Es zeichnet sich durch das Zusammenspiel von modularer Leichtbauweise, ökologischen Materialien und erneuerbarer Energie aus. Ab Oktober 2014 wird das LISI-Haus in der Blauen Lagune ausgestellt.

Fotodownload

Webtipp: Ergebnisse des Arbeitskreises „Smart Energy: Herausforderungen an eine interdisziplinäre Energiewende“

Rückfragehinweis:
Technische Universität Wien
Forschungszentrum Energie und Umwelt
Dr. Gudrun Weinwurm
1040 Wien, Karlsplatz 13
T: +43-1-58801-406600
gudrun.weinwurm@tuwien.ac.at 
http://energiewelten.tuwien.ac.at   

Aussender:
Technische Universität Wien
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
T: +43-1-58801-41024
pr@tuwien.ac.at 

Logo Energy & EnvironmentEnergy & Environment ist – neben Computational Science & Engineering, Quantum Physics & Quantum Technologies, Materials & Matter sowie Information & Communication Technology – einer von fünf Forschungsschwerpunkten der Technischen Universität Wien. Geforscht wird an der Erschließung neuer Energiequellen, der Versorgung mit Energie sowie deren Speicherung und effiziente Nutzung. Das technische Know how wird durch Expertise in den Bereichen Klima, Umwelt, Wirtschaft und Rohstoffe erweitert.


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