Technische Universität Wien
> Zum Inhalt
2014-10-22 [

Gudrun Weinwurm | Elisabeth Schludermann

 | Forschungszentrum Energie und Umwelt | Forschungs- und Transfersupport ]

How TU move TUmorrow

„Mobil sein“ ist DAS Credo unserer heutigen Zeit: für Menschen sind Transportmittel unerlässlich geworden – besonders in Städten mit hoher Einwohnerdichte sind gut durchdachte Verkehrskonzepte, dichte Netze und umweltfreundliche Transportmittel unerlässlich, um den Ressourcenverbrauch sowie die Schadstoffemissionen möglichst gering zu halten.

How TU move TUmorrow

Wirtschaftstreibende erfuhren, was uns in Zukunft antreiben wird und welche technischen Möglichkeiten sich schon heute realisieren lassen.

Im Anschluss wurde die Gelegenheit genutzt, sich im informellen Rahmen auszutauschen.

Um den mit dem Mobilitätsboom einhergehenden Herausforderungen wie etwa der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, Schadstoffemissionen und überlasteten Verkehrswegen zu begegnen, hat die TU Wien das Forschungsfeld „Nachhaltige und emissionsarme Mobilität“ im Forschungsschwerpunkt „Energie und Umwelt“ etabliert. Die ForscherInnen verfolgen dabei einen vielschichtigen Ansatz, der sich nicht nur auf die Entwicklung einzelner Schlüsseltechnologien wie etwa der Elektromobilität konzentriert, sondern auch systemische, politische, wirtschaftliche und soziale Aspekte einbezieht. Ziel ist die Schaffung eines multimodalen Verkehrsmix, in dem sich individuelle und öffentliche, motorisierte und nicht motorisierte Mobilität zu einem nachhaltigen und emissionsarmen System ergänzen.

26 Forschungsgruppen beschäftigen sich mit allen Aspekten einer nachhaltigen und emissionsarmen Mobilität. Den rund 220 Projekten stehen etwa 5,5 Mio. Euro zur Verfügung (Erfassungszeitraum 2010-2012). Der starke Fokus auf angewandte Forschung zeigt sich in zahlreichen Kooperationen mit der Industrie. Die Kooperationspartner schätzen dabei neben der professionellen Laborausstattung, der IT-Infrastruktur und den verschiedensten Prüfständen (Motorprüfstände, Rollenprüfstände, Klimakammern, Komponentenprüfstände, Strömungsprüfstand) insbesondere das umfangreiche Know-how der TU-Spezialisten. Vertiefte Forschung ergänzen zwei Christian-Doppler-Labore – eines für Modellbasierte Kalibriermethoden und eines für Funktechnologien für nachhaltige Mobilität.

In einer Firmenveranstaltung in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Wien am 14. Oktober 2014 konnten Wirtschaftstreibende erfahren, was uns in Zukunft antreiben wird und welche technischen Möglichkeiten sich schon heute realisieren lassen: vom Fahrzeug ausgehend bis hin zu Mobilitätskonzepten (Unterlagen). Ausgewählte Forschungsgruppen zeigten im Rahmen einer Ausstellung die jüngsten Ergebnisse aus angewandten Forschungsprojekten; im Rahmen der Vorträge wurden die neuesten Entwicklungen im Bereich Fahrzeugtechnologien beleuchtet.

Prof. Bernhard Geringer (Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik) legte in seiner Präsentation dar, welche gesellschaftlichen Randbedingungen und gesetzliche Anforderungen an die zukünftige Mobilität bestehen. Fazit ist, dass es keinen eindeutigen Weg geben wird, um die ambitionierten CO2-Ziele zu erreichen – jede Alternative zum konventionellen Antrieb hat auch ihre Nachteile. Es wird in nächster Zukunft sowohl die Optimierung konventioneller Fahrzeugtechnologien notwendig sein, als auch die Elektrifizierung des Antriebstranges sowie die Nutzung von alternativen Kraftstoffen und Energieträgern. Forschungsthemen an denen das Institut schon seit einiger Zeit erfolgreich forscht.

Prof. Stefan Jakubek (Institut für Mechanik und Mechatronik) sprach in seinem anschaulichen Vortrag über das Energiemanagement von hybridelektrischen Nutzfahrzeugen. Anhand des Beispiels eines Radladers zeigte er auf, welche Faktoren bei der modellprädiktiven Regelung eine Rolle spielen und welche Verbesserungen erzielbar sind, um den Treibstoffverbrauch und die Rohemissionen signifikant zu reduzieren, den Gesamtwirkungsgrad zu verbessern, und dies u.a. ohne Einbußen in der Gesamtperformance der Maschinen zu haben.

Prof. Manfred Schrödl (Institut für Energiesysteme und elektrische Antriebe) hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die Elektromobilität. Er zeigte auf, dass die Technologie einen typischen „Hype-Zyklus“ durchläuft – nach dem Gipfel von überzogenen Erwartungen, die eine neue Technologie auslöst, und dem folgenden Tal der Enttäuschungen, befindet sich die Elektromobilität derzeit am Pfad der Erleuchtung und wird ab 2020 das Plateau der Produktivität erreichen. Laufende Forschungsprojekte und neue Entwicklungen am Institut und weltweit lassen dies erkennen.
 
Christian Lechner, technischer Leiter des TUW-Racing Teams, brachte in seinem Vortrag den Einsatz von High-Tech Materialien und modernsten Technologien in Fahrzeugen näher, konkret am Beispiel des Formula Student Elektro-Rennboliden. Dadurch kann das Gewicht minimiert und die Performance sowie die Reichweite erhöht werden. Hohle Carbonkomponenten, 3D lasergesinterte Titanteile und intelligenter Einsatz von Verklebungen sind nur einige der Technologien, die das TU Wien Racing Team in ihren Rennboliden verbaut und sich damit im weltweiten Spitzenfeld positioniert.

Darüber hinaus präsentierten die nationalen und regionalen Fördergeber (Forschungsförderungsgesellschaft FFG und Wirtschaftsagentur Wien) relevante Programmschienen in diesem Bereich. Ergänzend fanden Expertenführungen zu den Motorenprüfständen der TU Wien statt, sowie eine Ausstellung von den relevanten TU Wien-Forschungsgruppen, die in diesem Bereich tätig sind. Weiters wurden die neuesten e-Fahrzeuge am Markt von führenden Autoherstellern präsentiert.

In der Veranstaltungsreihe TU-Forum wird im Jubiläumsjahr 2015 das Thema Mobilität von der planerischen, gesellschaftlichen und politischen Seite diskutiert.