Technische Universität Wien
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2015-10-02 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Kristallisationskeime für besseren Schnee

Ein neues Forschungsprojekt EARLYSNOW unter Leitung der TU Wien wurde nun gestartet. Es soll die Kunstschneeproduktion umweltfreundlicher und effizienter machen.

Kunstschnee-Technologie soll in dem neuen Forschungsprojekt in mehrfacher Hinsicht verbessert werden. [1]

Wenn der Schnee nicht vom Himmel fällt, hilft man ein bisschen nach. Über 40 Millionen Kubikmeter Schnee werden alleine in Tirol jeden Winter künstlich erzeugt – damit ist ein hoher Verbrauch an Wasser und Elektrizität verbunden. Ein Forschungsprojekt, das von Prof. Hinrich Grothe (TU Wien) koordiniert wird, soll bei der Produktion von Kunstschnee die Qualität des Schnees verbessern und die Beschneiung auch bereits bei höheren Temperaturen als bisher ermöglichen.


Startschuss für Gemeinschaftsprojekt

Neben der TU Wien ist auch die Universität Innsbruck an dem Bridge Projekt beteiligt, sowie drei Firmenpartner. Einer davon ist die Neuschnee GmbH, ein Spin-off von TU Wien und der Universität für Bodenkultur Wien. Hinrich Grothe und sein Team vom Institut für Materialchemie der TU Wien beschäftigen sich in erster Linie mit der Suche nach den besten, natürlichen Kristallisationskeimen, an denen man die Eiskristalle wachsen lassen kann.

Die offizielle Eröffnungsveranstaltung des Projektes fand in Innsbruck statt. In den nächsten drei Jahren soll nun eine verbesserte Kunstschneetechnologie entwickelt werden, die durch geringeren Verbrauch an Strom und Wasser die Umwelt schont und bereits bei vergleichsweise hohen Temperaturen ganz knapp am Gefrierpunkt eingesetzt werden kann. „Für die Tourismusindustrie, die sich auch schon im Herbst beschneite Pisten wünscht, ist das sehr wichtig“, sagt Hinrich Grothe. Zusätzlich soll es durch die neue Technik möglich sein, nicht bloß winzige Eispartikel herzustellen, sondern größere, luftigere Flocken wachsen zu lassen, die eine bessere Schneequalität mit sich bringen. Gefördert wird das Projekt von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG und der Tiroler Standortagentur.

[1] Foto: Creative Commons 2.0, Zefram.