Technische Universität Wien
> Zum Inhalt
2016-02-11 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Wirtschaftlichere Windenergie durch niedrigere Kapitalkosten

Windenergie soll im künftigen Strom-Mix Europas eine wichtige Rolle spielen. Ihre Wirtschaftlichkeit hängt von den Kapitalkosten ab, und die sind europaweit sehr uneinheitlich.

Wer eine Windkraftanlage errichtet, muss zu Beginn große Summen investieren, die er dann über lange Zeiträume wieder zurückverdient. Daher ist klar, dass die Finanzierungskosten einen großen Einfluss darauf haben, ob Windenergie in einer bestimmten Region wirtschaftlich ist oder nicht. Eine Studie mit Beteiligung der TU Wien hat nun die Kapitalkosten für die EU-Staaten erhoben: Die Unterschiede zwischen den Staaten sind groß.

Eigenkapital und Fremdkapital

Unterscheiden muss man bei den Berechnungen zwischen Eigenkapitalkosten und Fremdkapitalkosten: „Unter Fremdkapitalkosten versteht man die Zinsen, die man für geborgtes Geld zahlen muss, die Eigenkapitalkosten entsprechen der Rendite, die sich ein Eigenkapitalgeber von dem Projekt erwartet“, erklärt Gustav Resch von der Energy Economics Group der TU Wien.
In Deutschland sind die Eigenkapitalkosten für Windenergie mit 6% am niedrigsten, am höchsten in den baltischen Staaten, in Griechenland, Rumänien und Slowenien (mehr als 15%). Die Fremdkapitalkosten variieren zwischen 1.8% in Deutschland und 12.6% in Griechenland. Berücksichtigt man die unterschiedlichen Anteile für Fremd- und Eigenkapital an der Gesamtfinanzierung, so führt das zu gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten von 3.5% bis 12%.

Die Höhe der Kapitalkosten lässt sich durch politische Entscheidungen beeinflussen: „Je verlässlicher das Fördersystem, umso geringer die Kapitalkosten“, erklärt Gustav Resch. Wenn die Politik klar signalisiert, dass Windenergie erwünscht ist und auch in Zukunft gefördert wird, dann werden Investitionen dadurch einfach und billiger, und die Wettbewerbsfähigkeit der Windenergie steigt enorm.

Die Studie wurde von Ecofys, Fraunhofer ISI, eclareon, EPU-NTUA, TU Wien und LEI durchgeführt und von der Exekutivagentur für die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (EASME) gefördert.
Nähere Informationen finden Sie in der Presseaussendung der Projektbetreiber.