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Lexikon

Begriffserklärungen

alphabetisch geordnet

Antifeminismus
Antifeminismus bezeichnet verschiedene Gegenbewegungen zum Feminismus und zielt auf die meist pauschale Verhinderung feministischer Theorie und Politik, inklusive Gleichstellungspolitik und Frauenbewegungen. Damit verbunden ist in der Regel der konservative Wunsch nach einer Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung eines Zustandes, der sich durch eine hierarchische Unterscheidung der Geschlechter auszeichnet. Der Begriff wurde 1902 von Hedwig Dohm geprägt. Sie wendete sich mit dem Buch „Die Antifeministen“ gegen Gruppen, die u.a. gegen das Wahlrecht der Frauen kämpften und dabei teilweise auch Gewalt einsetzten. Antifeministische Denkmuster beinhalten häufig ein konservatives Familienbild, Ablehnung von Homosexuellen und Transsexuellen, Frauenfeindlichkeit, die Abwertung von Feminist_innen und die Betonung von Geschlechterunterschieden.

Diskriminierung
Können eigentlich Frauen Männer diskriminieren? Beispiel: Zwei Frauen sitzen in einem Caféhaus an einem Tisch und reden herablassend über einen ihnen unbekannten Mann, der an einem Nachbartisch sitzt. Antwort: Auf der zwischenmenschlichen Ebene kann dieser Mann durchaus von den zwei Frauen diskriminiert werden. Jedoch ist es in einer männlich dominierten Gesellschaft (meist) nicht möglich, Männer auf der  strukturell-institutionellen oder diskursiven Ebene zu diskriminieren. Der Grund liegt darin, dass Männern genau auf diesen Ebenen (männliche) Privilegien zu teil werden, die sich für Frauen benachteiligend und diskriminierend auswirken...... mehr

gender
Mit „gender“ ist das kulturelle / soziale Geschlecht und die geschlechtliche Rollenzuschreibung gemeint.

Gender Mainstreaming
1999 im Amsterdamer Vertrag der EU-Staaten verankert worden, nachdem es 1995 auf der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking geprägt wurde. Gender Mainstreaming bedeutet, die Kategorie Geschlecht (Gender) auf allen Ebenen (Mainstreaming) zu berücksichtigen, d.h. bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen und auf die Gleichstellung der Geschlechter hinzuwirken. Die Anwendung dieses Prinzips dient der Herstellung der Gleichstellung der Geschlechter durch die Analyse aller Arbeitsbereiche. Eine konsequente Anwendung von Gender Mainstreaming bedeutet, alle Entscheidungsprozesse in demokratisch legitimierten Organisationen daraufhin zu überprüfen, welche Auswirkungen sie auf die Gleichstellung von Frauen und Männer haben – und politisches Handeln danach auszurichten.

Gleichstellungspolitik
In der Gleichstellungspolitik geht es um die Verankerung der Gleichstellung zwischen den Geschlechtern auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene. Beispiele für gleichstellungspolitische Strategien sind: Gender Mainstreaming, Frauenförderung, Männerförderung, Antidiskriminierungspolitik.

Gender-Kompetenz
Gender-Kompetenz ist die Fähigkeit von Personen, bei ihren Aufgaben Gender-Aspekte zu erkennen und gleichstellungorientiert zu bearbeiten. Gender Kompetenz setzt sich aus den Elementen Wollen, Wissen und Können zusammen:
WISSEN:     Kenntnisse über Geschlechtsverhältnisse in der Gesellschaft und im eigenen Fachbereich / Berufsfeld
WOLLEN:    Sensibilität für Geschlechterstereotype und Motivation, Geschlechterverhältnisse zu verändern
KÖNNEN:    Fähigkeiten, geschlechtersensibel zu arbeiten und Instrumente zur Gleichstellung anzuwenden

queer
lasst sich nicht definieren, sondern dekonstruiert auf theoretischer, praktischer und politischer Ebene Begriffe wie Homo-/Heterosexualität, männlich/weiblich, schwarz/weiß, …und zielt darauf ab, kausale Zusammenhänge zwischen gender, sex und Begehren aufzulösen; übt Kritik an bestehenden Herrschafts- und Machtverhältnissen in Bezug auf Kategorien wie Geschlecht, Klasse, ethnische Zugehörigkeit…

sex
Mit „sex“ ist das anatomische / biologische Geschlecht und die Zuschreibung des biologischen Geschlechts bei der Geburt gemeint.

Sexismus
Sexismus ist die Einteilung von Menschen in zwei (heterosexuelle) Geschlechter, die mit der Abwertung eines Geschlechts verbunden wird.

Trans*
Diese Kurzform steht für: transgender, transsexuelle, transgeschlechtliche, transidente Menschen, die nicht in das zweigeschlechtliche System „passen“; Menschen, die sich – zumindest zeitweise – keinem gender oder sex zuordnen können oder wollen sowie Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit den Rollenzuschreibungen ihres biologischen Geschlechts übereinstimmt; Menschen, die ihr (biologisches) Geschlecht ändern wollen oder geändert haben.

zweigeschlechtliches System
Das zweigeschlechtliche System bezeichnet das Geschlechter-System unserer Gesellschaft, in dem es ausschließlich zwei Geschlechter gibt (weiblich und männlich).


Literatur zu Begriffserklärungen:
Ebenfeld, Melanie /Köhnen, Manfred (Hg.)(2011): Gleichstellungspolitik kontrovers. Eine Argumentationshilfe. Bonn. online erhältlich unter: http://library.fes.de/pdf-files/wiso/07877.pdf

Kooperationen zu Begriffserklärungen:
Oliver Trisch: http://aktuelles.olivertrisch.de/faq-zu-diskriminierung-erschienen

TU interne Maßnahmen gegen Diskriminierung

Die TU Wien, vertreten durch die Rektorin und der Betriebsrat für das Wissenschaftliche Universitätspersonal sowie der Betriebsrat für das Allgemeine Universitätspersonal haben eine Betriebsvereinbarung über partnerschaftliches Verhalten und Antidiskriminierung am Arbeitsplatz abgeschlossen.