Technische Universität Wien
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Das war TU!MentorING - das Mentoring-Programm für Wissenschafterinnen an der TU- Wien 2006 - 2007

In Zusammenarbeit mit dem Wissenschafterinnenkolleg Internettechnologien WIT

Das Mentoring-Programm TU- Wien ist eine von mehreren Maßnahmen, um Frauenförderung
im wissenschaftlichen Feld zu forcieren. Es wurde nach dem Vorbild vom muv - dem Mentoringprogramm der Universität Wien, konzipiert.
TU!MentorING ermöglicht Nachwuchswissenschafterinnen, über den Zugang zu und den Aufbau von Mentoringbeziehungen mit Professor/inn/en der TU- Wien, die wissenschaftliche Laufbahn zu fördern und berufliche Netzwerke auszubauen.
MentorING baut auf Gruppenmentoring auf. In diesem spielt inhaltlicher und strategischer Wissensaustausch nicht nur mit den MentorInnen, sondern auch mit den Mentees einer jeweiligen Mentoringgruppe eine tragende Rolle.

Vorbereitend zur Bewerbungsphase fand im Oktober 2005 eine gut besuchte Infoveranstaltung statt.

Die Bewerbung der Mentees wurde Mitte November 2005 abgeschlossen. Der sorgfältig durchgeführte Matchingprozess und das Ansprechen von Mentorinnen und Mentoren fand im Winter 2005 statt.

TU weit wurden Ende November 2005 die teilnehmenden 29 Nachwuchswissenschafterinnen als Mentees ausgewählt. Sie kamen zu einem grossen Anteil aus den Bereichen Informatik (9) und Architektur (7) und spiegeln die ganze Vielfalt von Nachwuchswissenschafterinnen der TU Wien wider. Das hohe Ausmaß an Kompetenz, Motivation und Qualifikation, die sich in den Bewerbungen der jungen Frauen zeigen, sind Garant für ein spannendes Projekt für alle Beteiligten. In der abschliessend erstellten Broschüre "Forscherinnenbilder" berichten die Mentees, was ihnen Spaß macht am "Technikerin /Naturwissenschafterin sein". Damit werden die Kolleginnen ihrerseits Vorbild für Studentinnen und Schülerinnen und wird ihr Potential in der ganzen Vielfalt sichtbar.

Folgende sieben Professoren und Professorinnen haben die Rolle einer Mentorin bzw. eines Mentors für eine Gruppe von jeweils vier Mentees übernommen: Peter Fleissner, Dieter Gutknecht, Silvia Miksch, Christian Breiteneder, Ingrid Steiner,  Ina Wagner und Gerald Badurek.

Die Abschlussveranstaltung fand am 18. Juni 2007 in feierlichem Rahmen statt. Fotos von der Veranstaltung (fotografiert von Thomas Blazina) finden Sie hier

Beste Noten von den Mentees

Bei einer im Sommer 07 durchgeführten schriftlichen Befragung gaben die Mentees dem Projekt die Gesamtnote 1,5 (1 "sehr gut" - 5 "sehr schlecht"). Der Zeitrahmen war für jeweils 50% der Befragten "zu kurz" bzw. "gerade richtig". Die Qualität der Organisation wurde mit 1,4 sehr positiv bewertet, die Einschätzung des Rahmenprogramms erhielt 1,8.
Beste Noten bekamen die MentorInnen mit 1,1, aber auch die Bewertung der Zusammenarbeit in der Gruppe der Mentees war mit 1,6 sehr gut. Durchschnittliche Noten gab es für "Ausbau meiner beruflichen Netzwerke (Note 3) bzw. "Zugang zu berufsrelevantem Faktenwissen" (Note 3,1). Der "Zugang zu berufsrelevantem Erfahrungswissen" wurde mit 2,1 schon etwas besser eingeschätzt.
Erfreulich, dass das Projekt als "motivierend für die wissenschaftliche Laufbahn" (Note 2,1) und als "wichtig für die berufliche Zukunft" (Note 2) eingestuft wurde, und immerhin 1,9 gab es für das Item "wichtig für die persönliche Entwicklung". Alles in allem eine sehr positive Bewertung.

Hier die Ergebnisse im Überblick (ohne Zusatzanmerkungen).


Wozu Mentoring?
Zahlreiche sozialwissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich mit den Karriereverläufen von Frauen und Männern in der Wissenschaft. Diese stellten fest, dass Wissenschaftlerinnen in der Regel weniger gefördert werden als Männer beziehungsweise sich in einem weniger förderungsrelevanten Kontext aufhalten als Männer: 

Frauen haben seltener Verbündete, die ihnen karriererelevante Informationen zuspielen oder an wichtigen Orten Lobbying betreiben. Sie werden weniger "weitergereicht" - ihnen werden seltener Kontakte zu wichtigen Personen vermittelt und sie werden weniger oft an anderen Orten empfohlen. Kaum jemand ermutigt sie, ihre Laufbahn gezielt anzugehen, oder macht sie mit den zusätzlich zu den offiziell herrschenden Karrieregesetzen bekannt. Aber auch wenn sie gleich gut in Netze integriert sind, können Frauen nicht unbedingt gleich viel Kapital daraus schlagen wie Männer." (S. 26) (Regula Julia Leemann: Karriere von Akademikerinnen, Bedeutung von Networking und Mentoring als Instrumente der Frauenförderung an den Hochschulen, in: Universelle 1, Auftrag Gleichstellung an der Universität Zürich, hg. von Brigitte Gügler, Elisabeth Mauer, Zürich 2000, S. 23-33) 

In Anbetracht der grundsätzlich besseren Vernetztheit der Männer können wir demnach festhalten, dass Männer schon bei der Promotion ein im Vergleich zu den Frauen größeres Kontaktnetz besitzen, dieses aber nicht mehr weiter ausbauen. Frauen dagegen sind zu Beginn schlechter vernetzt und holen mit fortschreitender Laufbahn langsam auf." (S. 59)

Es scheint, als ob Frauen sich erst mit zunehmender Karrieredauer den Erfordernissen einer wissenschaftlichen Laufbahn stellen und ihre Leistungen damit steigen. Männer dagegen (...) sind gleich nach der Promotion schon in der Lage, eine sehr hohe Publikationsproduktivität für die letzten 5 Jahre vorzuweisen." (S. 64)

Frauen haben demnach signifikant geringere Möglichkeiten, ihre wissenschaftlichen Leistungen in symbolisches Kapital umzuwandeln. Zusätzlich vermuten wir, dass Frauen mehr in qualitativ hoch stehende Publikationen investieren und weniger in die Menge ihrer Publikationen." (S. 67)  

Die Ergebnisse zeigen aber auch mit klarer Deutlichkeit, dass Frauen, welche die Promotion erreichen und im Hochschulsystem integriert sind, genauso leistungsfähig und erfolgreich sind wie Männer und allfällig vorhandene Schwachstellen im Networking und im Publizieren mit den Jahren aufholen." (S. 69) (Regula Julia Leemann, Bettina Heintz: Mentoring und Networking beim wissenschaftlichen Nachwuchs. Empirische Ergebnisse einer Studie zu Karriereverläufen von Frauen und Männern an den Schweizer Hochschulen, in: Karriere von Akademikerinnen, Bedeutung des Mentoring als Instrument der Nachwuchsförderung, Schriftenreihe Bundesamt für Bildung und Wissenschaft 2000, S. 49-72)