Hier werden die Studentinnenarbeiten des Projektes Changes vorgestellt:
Im Projekt Changes erarbeiten 21 Studentinnen eine wissenschaftliche Arbeit von der Bachelorarbeit bis hin zur PhD Arbeit bei einer der beiden Partnerfirmen AIT und Bioenergy2020+.
Einen kurzen Erfahrungsbericht der einzelnen Studentinnen finden Sie hier:
Raziye Kizilirmak
Bachelorarbeit: Innovative heat stores for heating and cooling applications
Ich habe meine Bachelorarbeit für die Studienrichtung Verfahrenstechnik im WS2011/2012 bei Bioenergy 2020+ geschrieben.
Das Thema meiner Arbeit umfasste eine Literaturrecherche zu den unterschiedlichen Arten der Speichersysteme und Anwendungsgebieten der Wärmespeichersysteme.
Wärmespeicherung ist eine wichtige Komponente für energieeffiziente Systeme, da sie zu einer umweltfreundlicheren Energienutzung führt, und ein sparsamer, und damit wirtschaftlicher Umgang mit fossilen Treibstoffen erreicht werden kann. Die drei wichtigsten Speichersysteme: sensible, latente und thermo-chemische Wärmespeicheung, eignen sich für unterschiedliche Anwendungsgebiete wie Raumheizung, Raumluftkühlung und Warmwasserbereitstellung.
Die Technologie der Phasenwechselmaterialen spielt dabei eine bedeutende Rolle für die Wärmespeicherung da so höhere Speicherdichten und kleinere Wärmeverluste, als bei der inzwischen gebräuchlichen sensiblen Wärmespeicherung, erreicht werden können. Ebenfalls Teil der Arbeit waren die Verwendungsmöglichkeiten von Kältespeichern als Einheit von Adsorptionskältemaschinen. Die innovativen Speichersysteme wurden mit vorhandenen Standardlösungen im Bezug auf die Speicherkapazität und Wärmeverluste verglichen.
Während meines Praktikums bei Bioenergy 2020+ habe ich mich sehr wohl gefühlt da ich vom Team gut aufgenommen wurde. Die Kommunikation mit meinem Betreuer hat sehr gut funktioniert.
Die gebotenen Seminare des Changes-Projekts waren äußert interessant und haben sich als überaus nützlich erwiesen, da man Hilfestellung für die Hürden des Arbeitslebens bekommt und vorbereitet wird.
Christine Mair
Praktium bei Bioenergy2020+
Während eines sechswöchigen Praktikums bei Bioenergy2020+ arbeitete ich an einem Pelletsofen, der mittels Thermogeneratoren energieautark betrieben werden soll. Eine automatische Pelletsfeuerung braucht elektrische Energie unter anderem für die Zündung, Regelung und Förderschnecke. Um eine solche Heizung vom Netz unabhängig betreiben zu können, sollte ein Teil der erzeugten Wärme direkt in elektrische Energie umgewandelt werden. Die erzeugte Thermospannung ist proportional zur Temperaturdifferenz zwischen Heiß- und Kaltseite des Thermoelements. Um die nötige Temperaturdifferenz zu erreichen und um das Temperaturlimit der thermoelektrischen Materialien nicht zu übersteigen, wurde die vom Ofen abgewandte Seite der Thermogeneratoren elektrisch mit Lüftern gekühlt.
Bei diesem Praktikum bin ich in das bereits laufende Projekt BIOTHEG 3 eingestiegen. Dabei hatte ich das Glück, dass sich mein Vorgänger drei Tage Zeit genommen hat um mich in die Arbeit einzuführen. Meine Aufgabe war es die Thermogeneratoren während eines Dauerbetriebs in ihrer Belastbarkeit zu prüfen und auszutesten, ab wann bei einem Heizvorgang eine positive Energiebilanz erreicht wird. Die meiste Zeit verbrachte ich im technischen Labor, wo ich mit der Inbetriebnahme des Ofens, Überwachung des Versuchs, Kontrollmessungen und der Auswertung beschäftigt war. Das Schöne an dieser Arbeit war für mich, dass ich hier zum ersten Mal wirklich selbstständig technische Laborarbeiten durchführen konnte. Es war auch toll zu wissen, dass an diesem Thema voraussichtlich in Folgeprojekten weitergearbeitet wird. Damit war die Option für eine Fortführung meiner Arbeit gegeben. Ich habe mich in der Arbeitsgruppe in Wieselburg sehr wohlgefühlt, da mir meine Kollegen bei den vielen Fragen während meiner Arbeit immer sofort unterstützend zur Seite standen.
Dank des Changes-Projekts hatte ich die Möglichkeit in jenem Themenbereich Fuß zu fassen, in dem ich gerne beruflich tätig sein will. Vor allem habe ich so Kontakt zu einer Firma gewonnen, und ich freu mich seit meinem Praktikum auf die weitere Zusammenarbeit mit Bioenergy2020+ im Rahmen einer Diplomarbeit.
Changes bietet aber noch mehr als Kontakte zu technischen Firmen. Durch das Assessment-Center, Coaching und verschiedene Seminare bekommt man Hilfestellung bei einem großen Umbruch im Leben: dem Übergang vom geschützten Bereich der Universität in die Berufswelt.
Konstanze Krommer
Bachelor: Waveguide-based Source of Entangled Photons - Design of a new Photon Source
Meine Bachelorarbeit für die Studienrichtung „Technische Physik“ habe ich während eines 3-monatigen Praktikums beim AIT im Sommer 2011 geschrieben.
Im Departement Safety & Security, Geschäftsfeld Quantum Technologies, durfte ich mich mit Quantenkryptographie beschäftigen. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur Erzeugung von Datenschlüsseln mittels quantenphysikalischer Methoden, mit deren Hilfe man Nachrichten absolut sicher verschlüsseln kann.
Sobald diese Schlüssel generiert und über einen Quantenkanal verteilt wurden, greift man auf einen nachweisbar sicheren mathematischen Algorithmus zurück – die Vernam Chiffre. Diese Technik könnte z.B. für Banküberweisungen über das Internet genutzt werden.
Konkret habe ich bei der Miniaturisierung der Photonenquelle geholfen, die sogenannte verschränkte Photonen erzeugt, deren Polarisation dann zur Verschlüsselung verwendet wird.
Ich habe mich während meines Praktikums beim AIT sehr wohl gefühlt, die Zusammenarbeit und Kommunikation mit meinen Kollegen hat gut funktioniert – auch weil unsere Abteilung sehr klein war. Außerdem wurden mir alle meine Fragen sehr ausführlich und geduldig beantwortet und mein Betreuer hat sich immer Zeit für mich genommen.
Auch die Mentoring-Treffen waren sehr hilfreich, besonders um sich mit anderen Frauen in naturwissenschaftlichen Studien austauschen zu können und über karrieretechnische Themen zu sprechen.
Ein weiteres Highlight waren die sehr interessanten Seminare, die uns angeboten wurden: sie bieten gute Unterstützung bei der Persönlichkeitsbildung und helfen, uns auf das Arbeitsleben vorzubereiten.
Lara Carvalho
PhD: Combustion of agricultural biomass in small-scale combustion systems
Wood is the most common biomass resource used in small-scale heating systems. During the last 30 years, these systems have been well developed and reached a high quality and performance level in Europe. The systems are CO2 neutral and exhibit high efficiencies and low emissions of hazardous materials. The demand for wood is increasing, resulting in increased prices of wood based materials. Therefore, there has been a growing interest in non-woody biomass fuels, such as agricultural residues, for domestic heating in Europe. While exhibiting a high potential as fuel, agricultural residues show certain physical and chemical properties that may induce problems during combustion. Burning of agricultural residues results in higher emissions of e.g. NOx, SO2 and HCl than when wood is used. Furthermore, the more frequent occurrence of ash melting lead to the formation of glassy and sticky structures that disturbs combustion.
My research at Bioenergy 2020+ has been in the pursuit of my PhD. The objective has been to evaluate combustion of agricultural residues in domestic heating systems. This included measuring the emissions, investigating the ash related problems and assessing the efficacy of the existing boiler technologies in burning these biomass fuels.
Bioenergy 2020+ is a leader in the field of “energetic use of biomass” in Europe. We are a competent team with a strong spirit of cooperation. The development is project oriented but gives space to the co-workers for new ideas and for personal development. The work atmosphere is informal and the company offers a lot of flexibility in terms of working hours.
Petra Schaner
Master: Sentient Cities - From Building Information Models towards City Information Models
Im Rahmen des Changes-Projekts konnte ich das Mobility Department des AIT kennen lernen, wo ich im Arbeitsbereich Dynamic Transport Systems eine Forschungsarbeit zu den Anforderungen und Potentialen so genannter City Information Models im Kontext von „Smart Cities“ verfasst habe.
Ausgehend von demografischen, sozialen und ressourcenbedingten Herausforderungen, mit denen Städte in Zukunft konfrontiert sein werden, befasste sich meine Arbeit dabei mit der Möglichkeit eines Informationsmodells, welches den Umgang mit komplexen städtischen Prozessen und Entwicklungen für Stadtplanung und –management erleichtern und damit eine nachhaltige Stadtentwicklung ermöglichen soll. Ein solches interoperables City Information Model kann dabei vor allem als Instrument zur Analyse und Simulation planungs- und steuerungsrelevanter Szenarien sowie zur übersichtlichen Darstellung von Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen Einflussfaktoren verstanden werden, das den an diesem Prozess beteiligten Akteuren als Entscheidungsgrundlage dient. Dabei spielen vor allem Informationen zu städtischen Teilbereichen (wie Umwelt, Verkehr oder Infrastruktur) eine wesentliche Rolle, da sie die Grundlage eines solchen Modells darstellen. Ziel der Arbeit war es nun herauszufinden, welche Anforderungen ein City Information Model erfüllen muss, um ein nachhaltiges Stadtmanagement zu begünstigen.
Die 6-monatige Mitarbeit am AIT hat mir auf fachlicher Ebene viele neue Perspektiven und Forschungsgebiete aufgezeigt, die über das im Studium vermittelte Wissen hinausgehen und viel Raum für eine weitere Vertiefung bieten. Auch konnte ich durch die Experteninterviews, die ich im Zuge der Arbeit durchgeführt habe, viele neue Kontakte mit „Brancheninsidern“ knüpfen und interessante Einblicke in die verschiedenen Arbeitsbereiche im Forschungsgebiet „Smart Cities“ gewinnen. Weiters habe ich auch die Gruppentreffen und Seminare des Changes-Programms als sehr interessant und hilfreich empfunden, da hier nicht nur ein Erfahrungsaustausch mit den anderen Studentinnen ermöglicht, sondern auch Wissenswertes zu berufsrelevanten „Social Skills“ vermittelt wurde.
Marjana Jovicic
Bachelor: Staubmessung bei Feuerungsanlagen
Ich habe im SS2011 meine Bachelorarbeit für die Studienrichtung Verfahrenstechnik bei BioEnergy2020+ verfasst. Der Inhalt dieser Arbeit war es die Staubmessung bei Feuerungsanlagen zu vereinheitlichen, um eine Vergleichbarkeit von Ergebnissen zu erhalten, sodass eine Arbeitsanweisung für BioEnergy2020+ erstellt werden konnte. Die Staubmessung erfolgte im Rohgas und im Verdünnungstunnel (verdünntes Rohgas), wobei auf zwei verschiedene Arten gemessen wurde, zum Einen mit Staubmesshülsen im Rohgas und zum Anderen mit Planfiltern im Verdünnungstunnel (verdünntes Rohgas). Die Bestimmung der Staubmasse erfolgte gravimetrisch und wurde über die Verbrennungsrechnung auf die vorgegebenen Einheiten, die im Bundesgesetzblattes Österreich „Verordnung für Feuerungsnanlagen“ festgehalten sind, umgerechnet. Im Zuge der Arbeit wurden weiters Trocknungsversuche durchgeführt. Diese erfolgten bei einer Temperatur von 30°C, 80°C, 130°C, 160°C und bei 250°C, um einen Trocknungsverlauf zu erhalten und um die Zeit bis zur Massenkonstanz des abgeschiedenen Staubes zu ermitteln.
Aneta Nowakowska
Diplomarbeit: Recognition of a vision approach for fall detection using a biologically inspired dynamic stereo vision sensor
Meine Diplomarbeit befasst sich mit der Sturzdetektion älterer Menschen mit einem neu entwickelten biologisch inspirierten optischen 3D Sensor. Dieser Sensor ist vom menschlichen Auge inspiriert und erkennt nur Helligkeitsunterschiede in der Szene. Die Diplomarbeit fand im Rahmen des von der EU geförderten Forschungsprojektes CARE an dem beim AIT gearbeitet wird statt. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines intelligenten Überwachungs- und Alarmierungssystems zur Unterstützung einer selbstständigen Lebensführung älterer Menschen. Meine Aufgabe war es lernbasierte Algorithmen und Methoden für die Sturzerkennung zu entwickeln. Dafür wurden nachgestellte Stürze und normale Bewegungen mit dem Sensor aufgenommen. Mit dieser Datenbank wurden die Methoden evaluiert.
Durch das Changes Projekt hatte ich die Möglichkeit bei meiner Diplomarbeit in einer Firma mit zu arbeiten. Neben der fachlichen Weiterentwicklung habe ich dabei auch vieles im Bereich Persönlichkeitsbildung dazugelernt. Dies betrifft beispielsweise die Kommunikation und Selbstsicherheit im beruflichen Bereich. Durch die Teilnahme an der Konferenz habe ich Einblicke in die wissenschaftliche Arbeit und Community bekommen. Weiters wurde ich bei der Diplomarbeit in der Firma sehr gut unterstützt. Meine Betreuer nahmen sich Zeit für mich und bei Fragen wurde mir immer weitergeholfen.
Kasia Kowalska
PhD
Im Rahmen von Changes habe ich die Möglichkeit erhalten, für 6 Monate bei BIOENERGY 2020+ neben laufenden Projekten ein gutes Fundament für meine Dissertation zu setzen. Meine Arbeit dreht sich um Biomassemärkte von der Ressource bis zum Endkunden. Dazu ist es extrem wichtig, sowohl eine gute wissenschaftliche Basis, aber vor allem Kontakte zu Marktakteuren zu knüpfen. Hier bin ich bei BIOENERGY 2020+ genau an der Quelle und profitiere sehr davon. Sehr erfreut bin ich, dass es eine Weiterfinanzierung meines Dissertationsvorhabens über folgende Projekte geben wird. Die Arbeitsatmosphäre bei BIOENERGY 2020+ ist super, es ist ein junges, sehr dynamisches Unternehmen mit spannenden Themenfeldern und flexibler Arbeitsgestaltung.
Die Seminare über das Changes-Projekt waren sehr gut und haben uns als Frauen im Berufsleben gestärkt. Sie hätten meinerseits ruhig noch stärker auf Frauen mit Berufserfahrung fokussieren können. Auch in diesem Sinne hoffe ich, dass es bald Folgeprojekte wie dieses geben wird! Vom Projekt Changes können Frauen in technischen Berufen nur profitieren.
Technische Universität Wien



