Technische Universität Wien
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4 Punkte zur Unterstützung

Wie für alle Außenstehenden gilt besonders für KollegInnen von gemobbten Personen:

Sie können Zivilcourage zeigen, indem Sie beim Mobben nicht mitmachen und das Arbeitsklima in eine positive Richtung beeinflussen. Jede/r ist ein Teil des Teams, jede/r stärkt oder schwächt ein negatives Arbeitklima durch das alltägliche Verhalten.

Unterstützung durch KollegInnen gegen Mobbing
1. Problemverhalten nicht ignorieren
2. Unterstützung geben
3. Rat & Tipps weiterleiten
a. Interne Ansprechstellen
b. Externe Ansprechstellen
4. Begleitung: Professionelles Vorgehen

1. Problemverhalten nicht ignorieren
Es kann Mobbing hemmen, wenn Sie dem/der Betroffenen den Rücken stärken, wenn Sie unfaires Verhalten deutlich ablehnen.
Sie können auf ein kollegiales und angenehmes Arbeitsklima hinwirken, vor allem, wenn Sie bei diskriminierenden und untergriffigen Witzen nicht mitmachen und verweigern, sich in Intrigen verstricken zu lassen.

2. Unterstützung geben
Wenn Sie um ein beratendes vertrauliches Gespräch ersucht werden, können Sie durch Zuhören und Einfühlung helfen.
Es ist wichtig, auf absolute Verschwiegenheit und Diskretion zu achten. dies gilt insbesonders, wenn es mehrere KollegInnen gibt, die die betroffene Person unterstützen- sprechen Sie untereinander nur dann über die Problematik, wenn Sie sicher sind, dass niemand Drittes dies hören könnte (z.B. also nicht in der Mensa).
Wenn Sie aktiv Hilfestellung geben wollen, ist es wichtig, die Grenzen des Möglichen und Sinnvollen zu erkennen: Greifen Sie nicht direkt in Mobbing-Problematik ohne Zustimmung der betroffenen Person ein: Unterstützung muss erwünscht sein, um wirklich zu helfen.
Stellen Sie sich im Fall einer Beschwerde als Zeuge / Zeugin zur Verfügung (Sollte dies nötig werden, so dürfen Sie nach dem Bundes-Gleichbehandlungsgesetz deswegen nicht benachteiligt werden.).

3. Rat & Tipps weiterleiten
Es kann Ihnen in ihrer Rolle als UnterstützerIn helfen, zu berücksichtigen, dass verschiedene Menschen mit Konflikten unterschiedlich umgehen.

  • Machen Sie sich bewusst, dass Einfühlung und solidarische Grundhaltung nicht ausreicht, um einen Mobbing-Prozess und die Bedürfnisse von Mobbing-Betroffenen genau zu verstehen. Informieren Sie sich allenfalls selbst durch Literatur und Materialien der internen oder externen Ansprechstellen.
  • Geben Sie Ihre Informationen an die Betroffenen weiter.

4. Begleitung: Professionelles Vorgehen
Versuchen Sie nicht, der betroffenen Person allein zu helfen, da Mobbing ein zu komplexer Prozess ist, um mit einfachen Mitteln gestoppt zu werden. Bei nicht ausreichend durchdachten oder nicht gut abgesprochenen Unterstützungsversuchen könnte auch gut gemeintes Handeln unter Umständen die Situation verschlimmern.  Unerwünschte Nebenwirkungen sind nie ganz auszuschließen.

Besonders wichtig ist es, die/den Betroffene/n an die internen oder externen Ansprechstellen zu verweisen. Nicht sinnvoll ist es, anstelle der/des Betroffenen oder gar ohne ihr/sein Wissen, gewissermaßen "in Vertretung" eine Erstberatung in Anspruch zu nehmen.

Wenn Sie über längere Zeit eine/n Mobbing-Betroffene/n unterstützen, achten Sie ebenfalls auf ihre eigene Ausgeglichenheit und emotionale Stabilität (vgl. Selbsthilfe-Prozess).