Technische Universität Wien
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Oft ist die Grundfrage: Wie lässt sich über sexuelle Belästigung (angemessen) sprechen?

Sexuelle Belästigung an der Universität unterscheidet sich nicht von sexueller Belästigung in der Öffentlichkeit, im Privaten oder in anderen beruflichen Feldern. – Da im Bildungs- und Forschungswesen andere Verhaltensgewohnheiten gelten als in anderen Berufsbereichen oder Freizeitwelten, scheinen solche Situationen auf den ersten Blick anders zu sein, auch wenn sie genauer betrachtet die typischen Merkmale von Dominanzverhalten der Agierenden aufweisen.

An den Unis - so wie überall - finden immer wieder verbale und/oder körperliche und/oder optische und/oder virtuelle Grenzüberschreitungen statt, die in einem sexuellen und/oder geschlechtsbezogenen Zusammenhang stehen und so eine spezifische Diskriminierungssituation hervorrufen, die traumatisierend wirken kann und von den Betroffenen individuell erfahren wird.

Gleich ist allen sexuell (sexistisch) konnotierten Belästigungssituationen,
dass diese konkrete Grenzüberschreitung die alltägliche Kommunikationsebene von Verwalten/Forschen/Lehren/Studieren/Entwickeln/Managen… verlässt.

Daher braucht es andere Worte dafür als für das Sprechen über (technisches) Wissen. 
Insbesondere ist oft nicht klar, ab wann es dieses Fehlverhalten (eine Dienstpflichtverletzung) ein strafrechtlicher Sachverhalt ist oder TU-interne Unterstützung aufgesucht werden sollte.

Vgl. dazu auch das GLOSSAR für die Hauptwörter im Themenfeld (in Erweiterung).

Beispiel für eine mögliche STRUKTURELLE TYPSIERUNG :

Auf welche Weise kann sexuelle Belästigung auftreten?

Verbale Belästigung: die Sprache betreffende Beeinträchtigung der Betroffenen:
Bemerkungen, Geräusche (Pfeifen), Witze, ungefragte Bewertungen der Körperlichkeit/Fitness/Gesundheit usw., Verniedlichungen, Verächtlichmachen in geschriebenem Text oder direkt hörbar.

Körperliche Belästigung: die körperbezogene Beeinträchtigung der Betroffenen:
Gesten, Mimik, Berührungen oder Fast-Berührungen, Bedrängen/Einengen, angedeutete Handlungen, unerwünschte (sexuelle) Handlungen oder der Zwang dazu; 

Optische Belästigung: das Sehen betreffende Beeinträchtigung der Betroffenen:
Poster, Plakate, Bilder, Filme, Videos, Bildschirmschoner, Nacktheit, Beobachten und Hilfsmittel zur Beobachtung;

Akustische Belästigung: das Hören betreffende Beeinträchtigung der Betroffenen:
nichtsprachliche (obwohl sozial eindeutig definierte) Geräusche und akustische Elemente, die selbst gemacht werden oder technisch reproduziert werden:
Pfeifen, Schnalzen, emotional gefärbte unangemessene Töne von sich geben, laszive Musik/Lieder abspielen, sexuelle konnotierte Geräusche, körperbezogene Geräusche, kriegerische bzw. Gewalt repräsentierende Geräusche und Klänge, dauerhafter (leiser) Lärmpegel;  

Virtuelle Belästigung: elektronisch vermittelte Beeinträchtigung der Betroffenen:
unangemessene Kommunikation über Telefon, E-Mail/SMS/Skype, Foren/soziale Medien/www, als verbale, akustische oder verbal-optische/akustische Belästigung durch selbst produzierte Geräusche / Töne/ Bilder / Worte oder durch das Abspielen unangemessener Dateien