Technische Universität Wien
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Geschlechtergerechtes Formulieren in der öffentlichen Verwaltung

Sprachliche Gleichbehandlung ist grundlegend im System der Bundesverfassung und des Bundes-Gleichbehandlungsgesetzes enthalten.

Konkret ausformuliert wurde dazu in jüngerer Zeit bundesweit folgendes:

Regierungsbeschluss 2001:
"Die Mitglieder der Bundesregierung mögen in ihren Ressorts darauf achten, dass dem geschlechtergerechten Sprachgebrauch besonderes Augenmerk geschenkt wird."
Ministerratsvortrag des Bundesministers für Soziale Sicherheit und Generationen zum Thema „Geschlechtergerechter Sprachgebrauch“, von der Bundesregierung bei ihrer Sitzung am 2. Mai 2001 im Sinne des Antrages beschlossen.

Regelung des Frauenförderungsplans des BMBWK 2001:
„Sprachliche Gleichbehandlung. In Rechtsvorschriften, internen und externen Schriftstücken sowie Publikationen des Ressorts sind unsachliche Differenzierungen zwischen Frauen und Männern zu vermeiden. Formulierungen sowie Organ- und Funktionsbezeichnungen sind so zu wählen, dass sie Frauen und Männer gleichermaßen betreffen.“ ( § 16 des FFP d. BMBWK, BGBl. Nr. 94/2001)

Rundschreiben der Ministerin von 8. Mai 2002:
"Konkret bedeutet dies ein Abgehen von der Verwendung männlicher Sprachformen, in denen weibliche Personen lediglich „mitgemeint“ werden. Weiters sind so genannte „Generalklauseln“, d. i. die Formulierung zu Beginn eines Textes, dass die gewählten personenbezogenen Bezeichnungen für beide Geschlechter gelten, in Hinkunft zu unterlassen. Stattdessen sind Frauen ebenso wie Männer sprachlich sichtbar zu machen oder aber geschlechtsneutrale Formulierungen zu verwenden." 
(Rundschreiben Nr. 22/2002 mit der GZ 15.510/17-VII/B/2/02):

Text des  Bundes-Gleichbehandlungsgesetzes:
§ 7 (2) In Ausschreibungen von Arbeitsplätzen oder Funktionen sind die mit dem Arbeitsplatz (der Funktion) verbundenen Erfordernisse und Aufgaben so zu formulieren, dass sie Frauen und Männer gleichermaßen betreffen.
Die Ausschreibung darf auch keine zusätzlichen Anmerkungen enthalten,  die auf ein bestimmtes Geschlecht schließen lassen.
§ 10a (...) Ausschreibungen von Arbeitsplätzen (...) sowie an Bedienstete gerichtete Schriftstücke (...) haben Personenbezeichnungen in weiblicher und männlicher oder geschlechtsneutraler Form zu enthalten. (...)

 

Anwendungshilfe:
Informationsblatt des BM:UKK - mit konkreten Beispielen zur geschlechtergerechten Formulierung.