Technische Universität Wien
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2016-12-29 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Award of Excellence: Ausgezeichnete Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft

Vier Student_innen der TU Wien erhielten den Staatspreis für die besten Dissertationen des Jahres.

Dr. Sven Christian Barth, Dr. Felix Biegger, Dr. Alexander Gruber, Dr. Ottavia Zoboli, Dr. Michaela Killian, Dr. Iris Rauskala, Dr. Martin Kozek (v.l.n.r.)

Ottavia Zoboli, Michaela Killian, Alexander Gruber und Felix Biegger bekamen den Award Award of Excellence des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (bmwfw) überreicht. Damit zählen ihre Abschlussarbeiten zu den 40 besten Dissertationen des Jahres. Die ausgezeichneten Nachwuchsforscher_innen der TU Wien haben mit ihren Arbeiten wesentliche und nachhaltige Lösungen für die Welt von Morgen entwickelt.

Ottavia Zoboli: Eine Stoffbilanz des Phosphors

Phosphor ist unverzichtbar für die moderne Nahrungsmittelproduktion – aber im Gegensatz zu Stickstoff, den Pflanzen in praktisch unbegrenzter Menge aus der Luft gewinnen, ist Phosphor eine endliche Ressource.

Ottavia Zoboli hat in ihrer Dissertation, betreut von Prof. Helmut Rechberger vom Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft, den Stofffluss von Phosphor untersucht und dabei etablierte Methoden der Stofffluss-Analyse erweitert. Damit wurde es möglich, eine rückblickende Phosphor-Bilanz Österreichs im Zeitraum 1990 bis 2011 zu erstellen.

Erst auf Basis einer solchen Bilanz kann man den nationalen Phosphorhaushalt verstehen, optimieren und Abhängigkeiten von Phosphor-Import aus instabilen Staaten reduzieren. Darüber hinaus ist Phosphor-Belastung ein wichtiges Umweltthema: Im Wasser kann eine hohe Phosphorbelastung zu schweren ökologischen Problemen führen.

Michaela Killian: Ein vorausschauendes Regelkonzept für Bürogebäude

Temperatur und Luftzufuhr werden in großen modernen Häusern zentral gesteuert. So lässt sich nicht nur der Komfort im Gebäude steigern, man kann dadurch auch Energie und Geld sparen und den CO2-Ausstoß reduzieren. Damit das gelingt, braucht man allerdings eine intelligente Regelung, die in die Zukunft blickt.

Michaela Killian hat in ihrer Dissertation bei Prof. Martin Kozek vom Institut für Mechanik und Mechatronik ein prädiktives nichtlineares Regelungskonzept entwickelt, das voll automatisiert den Komfort steigert und den Energiebedarf senkt. Wettervorhersagen können dabei genauso in die automatisierte Planung einfließen wie Informationen darüber, wer sich zu welchem Zeitpunkt im Gebäude aufhalten wird.

Das Modell teilt das Gebäude in mehrere Zonen auf, die allerdings nicht völlig unabhängig voneinander sind. Jede Gebäudezone hat ihre eigene modellprädiktive Regelung, zusätzlich gibt es Kopplungen zwischen diesen Zonen.

Alexander Gruber: Die Statistik der Bodenfeuchte

Die Bodenfeuchte ist nicht nur ein wichtiger Parameter für die Landwirtschaft, sie spielt auch in der Klimaforschung eine ganz entscheidende Rolle.

Alexander Gruber schrieb seine Dissertation bei Prof. Wolfgang Wagner vom Department für Geodäsie und Geoinformation und beschäftigte sich mit Satellitendaten, die es erlauben, die Bodenfeuchte auf der ganzen Welt abzuschätzen.

Satelliten tasten den ganzen Globus mit Mikrowellen ab – und aus den so erhobenen Daten kann man auf die Bodenfeuchte schließen. Alexander Gruber entwickelte eine neue statistische Herangehensweise um die Fehler, die dabei entstehen, zu charakterisieren. Fehlerstrukturen in den Daten werden dadurch sichtbar, und man kann ein Bild über die Exaktheit der Daten gewinnen.

Felix Biegger: Synthese metallischer Vorstufen und Herstellung von nanoskaligen Halbleitermaterialien

Dr. Felix Biegger hat seine Doktorarbeit mit dem Titel "Homo- and Heterometallic Group 13 Alkoxides for Material Synthesis: Effects of Precursor Design on Nanomaterial Composition" am Institut für Materialchemie unter Anleitung Dr. Sven Barth angefertigt.

Seine Forschung umfasste sowohl die Synthese metallorganischer Vorstufen und deren Koordinationsverhalten sowie die Untersuchung des Zersetzungsverhaltes bei der Herstellung von nanoskaligen Halbleitermaterialien mittels Lösungsprozessen und chemischer Gasphasenabscheidung.

Der Award of Excellence

Der Award wird aus Mitteln der Studienförderung finanziert ist und mit 3.000 EUR dotiert. Das bmwfw zeichnet damit jährlich die 40 besten Absolvent_innen von Doktoratsstudien der wissenschaftlichen und künstlerischen Universitäten aus. Nominiert werden die Preisträger jeweils von ihren Universitäten. Der diesjährige Award wurde am 7. Dezember 2016 im Palais Harrach überreicht.

 

Bild: © Willy Haslinger