Technische Universität Wien
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2017-04-06 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

TU Wien startet zwei neue Doktoratskollegs

Um Bio-Nanotechnologie und um neue 2D-Materialien wird es in den beiden neuen von der TU Wien geförderten Doktoratskollegs gehen, die am 5. April eröffnet wurden.

Bio-interfaces und niedrigdimensionale Materialien

Miriam Unterlass, eine der Leiterinnen des DK "Bio-Interface"

Florian Libisch, Leiter des DK "TU-D"

Gleich zwanzig neue Dissertations-Stellen wurden an der TU Wien geschaffen. Gefördert wird dadurch die interdisziplinäre Arbeit innerhalb der TU Wien an zwei hochaktuellen, zukunftsträchtigen Forschungsgebieten: Das Doktoratskolleg „Biointerface“ untersucht Schnittstellen zwischen biologischen Zellen und ihrer anorganischen Umgebung. Im Doktoratskolleg „TU-D“ wird es um neuartige niedrigdimensionale Materialien gehen – etwa um das 2D-Material Graphen.

Beide Doktoratskollegs sind sehr interdiziplinär angelegt, insgesamt sind sechs Fakultäten der TU Wien an den Projekten beteiligt: Physik, Technische Chemie, Maschinenbau, Mathematik, Bauingenieurwesen sowie Elektrotechnik und Informationstechnik. Finanziert werden die zwanzig Doktoratsstellen von der TU Wien, für einen Zeitraum von drei Jahren. Offiziell eröffnet wurden die beiden Kollegs am 5. April 2017.

Man braucht nicht immer gleich drei Dimensionen
Normalerweise hängen die Eigenschaften eines Materials von der dreidimensionalen Struktur ab, in der seine Atome angeordnet sind. Doch manche Materialien sind bloß zweidimensional – und das eröffnet oft völlig neue Möglichkeiten. „Begonnen hat das Forschungsgebiet mit dem berühmt gewordenen Material Graphen, das aus einer einzigen Schicht von Kohlenstoffatomen besteht“, erklärt Prof. Florian Libisch, der das Kolleg „TU-D“ leitet. „Doch mittlerweile ist das Forschungsgebiet viel größer geworden, wir wollen in unserem Doktoratskolleg eine ganze Palette unterschiedlicher niedrigdimensionaler Materialien untersuchen.“

Dabei werden ganz verschiedene Aspekte der Materialforschung vereint – von der Herstellung und Charakterisierung der Materialien über die Modellierung und Simulation ihrer Eigenschaften am Computer bis hin zu ihrem Einsatz für technische Anwendungen.

Die Zelle und ihre Umgebung

Biologische Zellen haben eine Vielzahl an Strategien zur Verfügung, ihre Umgebung zu analysieren und auf die Eigenschaften von Oberflächen um sie herum  zu reagieren. „Was wir bisher über dieses Thema wissen, ist allerdings nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Prof. Gerhard Kahl, der  das DK „Biointerface“ gemeinsam mit Prof. Gerhard Schütz und Dr. Miriam Unterlass leitet. „In unserem Doktoratskolleg wird es darum gehen, funktionale Schnittstellen zwischen anorganischen und bio-organischen Systemen herzustellen.“ Das soll grundlegend neue Erkenntnisse bringen und neue technologische Anwendungen ermöglichen.

Auch das Doktoratskolleg „Biointerface“ umfasst zahlreiche Forschungsgebiete, von der Festkörper- und Oberflächenphysik  über Biophysik und Zellbiologie bis zur Nanotechnologie und organischen Chemie. Auch theoretische Physik, mathematische Modellierung und Scientific Computing spielen dabei eine wichtige Rolle.