Technische Universität Wien
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2017-10-31 [

Bettina Kunnert

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

"NETTech" – Für faire und respektvolle Kommunikation an der TU Wien

In sozialen Netzwerken geht es oftmals ungleich ruppiger, härter oder verletzender zur Sache als im täglichen Leben. Ein Plädoyer für Respekt, Akzeptanz und Integrität.

Kommunikation als Sonderform sozialen Handelns ist an einer Universität vielschichtig: Sie umfasst die Kommunikation innerhalb der Scientific Community, die Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden oder auch zwischen Arbeits- und/oder Studienkolleg_innen. Die TU Wien als Institution zeichnet mit ihrem Leitbild "Technik für Menschen" ein Bild, zu dessen Entwicklung und Pflege jeder einzelne TU-Angehörige beiträgt. Ausdruckformen finden sich auf Websites, in sozialen Netzwerken, im persönlichen Gespräch oder aber in der schriftlichen Kommunikation wie etwa in E-Mails.

Agreement für Alle
In der Präambel der TU-Betriebsvereinbarung über partnerschaftliches Verhalten und Antidiskriminierung am Arbeitsplatz ist festgeschrieben, dass "…partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz die Basis für ein positives innerbetriebliches Arbeitsklima bildet und damit eine wichtige Voraussetzung für die individuelle Arbeitszufriedenheit, das Engagement und den Erfolg der Universität ist".
Wiewohl diese Vereinbarung nur das Miteinander von Kolleg_innen mit einem Arbeitsverhältnis zur TU umfassen kann, soll sie trotzdem Richtschnur für alle TU-Angehörigen sein. Denn was erfolgreiche Spitzenkräfte ausmacht, sind Schlüsselqualifikationen, die über den Kompetenzerwerb im Studium hinausgehen. Neben der fachlichen Qualifikation werden an einer Universität auch die soziale Kompetenz und Persönlichkeit entwickelt.
Wir wissen: Mobbing, Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Alter, Religion, Weltanschauung, Behinderung oder sexueller Orientierung, sowie Belästigung oder sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz stellen eine schwerwiegende Störung des Arbeitsfriedens dar und gelten als Verstöße gegen die Menschenwürde. DAS hat an einer Technischen Universität Wien keinen Platz!

Studie: Gegen Hass im Netz
Einer Studie zufolge – 2017 durchgeführt vom Institut für Strategieanalysen (ISA) und meinungsraum.at unter der Leitung des Politologen Peter Filzmaier - waren insgesamt fast die Hälfte der Befragten schon einmal mit Cybermobbing und Hasspostings konfrontiert, die Jüngeren schon zu zwei Drittel. Derartige Postings würden meist ignoriert, die Betroffenen seien aber oft einfach hilflos, drei Viertel wüssten nicht, wohin sie sich wenden könnten.

Anlaufstelle extern
Im September hat beim Verein ZARA eine Beratungsstelle ihre Arbeit aufgenommen, die betroffenen Personen helfen kann, sich zur Wehr zu setzen. Einerseits soll psychosoziale Beratung geboten, andererseits aber auch geklärt werden, ob strafrechtlich relevante Inhalte vorliegen. In diesem Fall will die Anlaufstelle auch gewährleisten, dass illegale Hasspostings möglichst rasch gelöscht werden. Dafür steht der Verein in engem Kontakt mit den Betreibern von Facebook und Youtube. Beratungen können persönlich, via E-Mail, durch online-Meldeformulare, via facebook messenger oder über einen online Chat geschehen.

Maßnahmen intern
Innerhalb der TU Wien stehen hilfesuchenden Kolleg_innen, egal ob für Studierende, Professor_innen oder Projektmitarbeiter_innen und unabhängig von der hierarchischen Ebene als Kontaktstellen der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen (AKG), die Psychologische Studierendenberatung, die Arbeitspsychologie und der Betriebsrat zur Verfügung, bei denen kommunikative Übergriffe oder belastende Situationen im Arbeits- oder Studienalltag aufgezeigt werden können. Eines sollte Allen bewusst sein: Wer an der TU Wien Regeln verletzt und anderen schadet, wer Respekt gegenüber Kolleg_innen oder Kooperationspartnern vermissen lässt, die Gemeinschaft missbraucht oder gar strafrechtlich relevante Statements in Umlauf bringt, hat an der TU Wien keinen Platz.