Technische Universität Wien
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2017-11-27 [

Florian Aigner

 | Presseaussendung 71/2017 ]

Auf dem Weg zum umweltfreundlichen Treibstoff

Wird es in Zukunft CO2-neutralen Treibstoff für Verbrennungsmotoren geben? Das Forschungsprojekt "Heat-to-Fuel", mit Beteiligung der TU Wien, arbeitet daran.

Die Biomasse-Anlage in Güssing

Sind Biomaterialien bald die Basis für Treibstoffe?

Fast ein Drittel des europäischen Energiebedarfs wird im Transportbereich benötigt. Nach wie vor werden dafür große Mengen an Diesel und Kerosin eingesetzt. Um den CO2-Ausstoß zu reduzieren, sollen in Zukunft in neuartigen Bio-Raffinerien Bio-Treibstoffe hergestellt werden. Dass das prinzipiell möglich ist, konnte bereits gezeigt werden. Ein EU-Forschungsprojekt mit 14 Partnern aus ganz Europa - darunter auch die TU Wien - soll diese Technologien nun effizienter und kostengünstiger machen.

Lokales Biomaterial statt Erdöl
Auch wenn der Anteil von Elektrofahrzeugen rasch wächst - gerade im LKW-Schwertransport oder auch bei Flugzeugen - werden sich Verbrennungsmotoren in absehbarer Zeit nicht ersetzen lassen. Die Kohlenwasserstoffe, aus denen Diesel und Kerosin bestehen, haben eine extrem hohe Energiedichte und sind daher ausgezeichnete Energieträger. Möglich könnte es allerdings sein, diese in Zukunft nicht mehr aus Erdöl, sondern aus umweltfreundlicheren Quellen zu gewinnen.

"In Bio-Raffinerien könnte in Zukunft eine breite Palette an Produkten aus billigen Bio-Materialien hergestellt werden, unter anderem auch Bio-Treibstoffe", sagen Anna Mauerhofer und Stefan Müller vom Institute of Chemical, Environmental and Biological Engineering. Besonders sinnvoll ist dieses Konzept, wenn man verschiedene verfahrenstechnische Schritte kombiniert, sodass etwa die nötige Wärme für den Prozess nicht eigens erzeugt werden muss, sondern bestehende Abwärme genutzt werden kann.

Billiger als ein Euro pro Liter
"Das Projekt Heat-to-Fuel soll in den nächsten Jahren ermöglichen, die Kosten für die Biotreibstoff-Produktion um 20% zu senken und die Preise somit unter einen Euro pro Liter zu drücken", hofft Stefan Müller. "Gleichzeitig soll die Qualität der Biotreibstoffe verbessert werden." Das führt nicht nur zu einer Verringerung des CO2-Ausstoßes, es soll auch Europas Abhängigkeit von erdölexportierenden Ländern verringern, die Nutzung lokaler Ressourcen verbessern und neue Arbeitsplätze in modernen Bio-Raffinerien schaffen.

Koordiniert wird das Forschungsprojekt von Güssing Energy Technologies. Die TU Wien betreibt für die Verfahrensentwicklung erforderliche Versuchsanlagen seit vielen Jahren mit großem Erfolg. Der offizielle Projektstart erfolgte im September 2017, das Projekt ist auf vier Jahre angelegt.

Das Projekt wird vom Europäischen Forschungsförderungsprogramm Horizon 2020 gefördert (Grant Nr  n°764675)

Weitere Informationen

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Rückfragehinweise:

Dipl.-Ing. Dr.techn. Stefan Müller
Projektgruppe: Vergasung und Gasreinigung
Inst. f. Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Techn. Biowissenschaften
Technische Universität Wien
Getreidemarkt 9, 1060 Wien
T: +43-1-58801-166366
stefan.mueller@tuwien.ac.at  

Dr. Johannes Schmid, MBA
Projektgruppe: Vergasung und Gasreinigung
Inst. f. Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Techn. Biowissenschaften
Technische Universität Wien
Getreidemarkt 9, 1060 Wien
T: +43-1-58801-166385
johannes.schmid@tuwien.ac.at  

Prof. Hermann Hofbauer
Arbeitsgruppe: Zukunftsfähige Energietechnik
Inst. f. Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Techn. Biowissenschaften
Technische Universität Wien
Getreidemarkt 9, 1060 Wien
T: +43-1-58801-166300
hermann.hofbauer@tuwien.ac.at 

Aussender:
Dr. Florian Aigner
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Wien
Resselgasse 3, 1040 Wien
T: +43-1-58801-41027
florian.aigner@tuwien.ac.at