Technische Universität Wien
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2017-11-24 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Zwei Preise für Gareth Parkinson

Gleich doppelt wurde der TU-Oberflächenphysiker Gareth Parkinson ausgezeichnet: Nach dem Innitzer-Preis erhält er auch den Gaede-Preis der DPG.

Gareth Parkinson

Gareth Parkinson mit seiner Forschungsgruppe

Merkwürdige Dinge kann man beobachten, wenn man Kristalloberflächen auf atomarer Skala untersucht: Einzelne Atome tanzen über die Oberfläche, werden an ganz bestimmten Punkten plötzlich festgehalten oder verbinden sich miteinander. Mit solchen physikalischen und chemischen Vorgängen beschäftigt sich Prof. Gareth Parkinson vom Institut für Angewandte Physik der TU Wien. Er wurde nun innerhalb kurzer Zeit mit zwei Preisen ausgezeichnet: Nach dem Kardinal-Innitzer Preis für seine Habilitation gewann er auch den Gaeda Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG).

Parkinsons Spezialgebiet sind Eisenoxid-Oberflächen. Sie sind aus vielen Gründen technologisch interessant – unter anderem deshalb, weil man sie als Katalysatoren nutzen kann, um bestimmte chemische Reaktionen zu ermöglichen oder zu beschleunigen. Dafür muss man die Wechselwirkung zwischen den Eisenoxid-Oberflächen und anderen Atomen allerdings auf Quanten-Ebene erklären können. Gareth Parkinson und seinem Team ist es in den letzten Jahren immer wieder gelungen, wichtige Phänomene, die sich auf solchen Oberflächen ereignen, unter dem Rastertunnelmikroskop sichtbar zu machen und dadurch genau zu erklären.

Innitzer-Preis und Gaeda-Preis
Der Kardinal Innitzer Studienfonds vergibt jährlich Förderungspreise für hervorragende wissenschaftliche Leistungen. Dieses Jahr wurde Gareth Parkinson für seine Habilitation über Eisenoxid-Oberflächen ausgezeichnet. Auch der Gaeda Preis der DPG wird einmal jährlich vergeben. Er geht an Personen im Alter von bis zu 40 Jahren, die auf dem Gebiet der Vakuumwissenschaft und Vakuumtechnik Herausragendes geleistet haben. Das Forschungsgebiet ist breit – es reicht von der Physik dünner Schichten bis zu Nanostrukturen oder Festkörperelektronik.

Gareth Parkinson stammt aus Großbritannien. Er studierte an der Universität Warwick, wo er 2007 auch seine Dissertation abschloss. Danach ging er als Postdoc an das Pacific Northwest National Laboratory in Richland (USA) und später an die Tulane University in New Orleans (USA). 2010 schließlich kam er als Universitätsassistent ans Institut für Angewandte Physik der TU Wien, seit 2017 ist er dort Associate Professor.