Technische Universität Wien
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2017-12-21 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Grüne Energie: Vier Bundesländer, ein Projekt

Vom Windkraftwerk bis zur Solarthermie: Im Bereich nachhaltiger Energie gibt es noch viel zu forschen. Die TU Wien ist nun am Großprojekt „Green Energy Lab“ beteiligt.

100% Strom und Wärme aus erneuerbaren Energieträgern – das ist das große Ziel, auf das man im neuen Projekt „Green Energy Lab“ hinarbeiten möchte. Der Klima- und Energiefonds schafft mit der Förderung des Projektes eine Vorzeigeregion, bestehend aus den vier Bundesländern Burgenland, Niederösterreich, Steiermark und Wien.

In dieser großen Testregion sollen nun innovative Lösungen weiterentwickelt und erprobt werden. Über 100 Unternehmens- und Forschungspartner sind beteiligt, unter ihnen auch das Institut für Energiesysteme und elektrische Antriebe der TU Wien. Insgesamt werden über 150 Millionen Euro in das Projekt investiert.

Einzelprojekte zum Gesamtkonzept vereinen

In Österreich gibt es bereits viele sehr erfolgreiche Einzelprojekte im Bereich der nachhaltigen Produktion von Wärme und Elektrizität oder im Bereich der Effizienzsteigerung. Doch den optimalen Nutzen kann man aus diesen Einzelprojekten nur dann ziehen, wenn man sie zu einem Gesamtkonzept vereint: Fluktuierende Elektrizitätsquellen wie Photovoltaik oder Wind müssen sich ins Elektrizitäts-Gesamtsystem einfügen, sodass eine kontinuierliche Deckung des Strombedarfs gewährleistet werden kann. Die Stromnetze müssen flexibler werden, Strom- und Wärmeproduktion soll enger aufeinander abgestimmt werden.

Bis 2025 soll die Zahl der Tage, in denen die Region zu 100% mit erneuerbarem Strom und erneuerbarer Wärme versorgt werden kann, verfünffacht werden. Zahlreiche technische Innovationen sollen dafür entwickelt werden, die Österreich auch international an die Spitze hebt  und zahlreiche „Green Jobs“ bringt.

Die Beteiligung der TU Wien an dem Großprojekt koordiniert Georg Lettner vom Institut für Energiesysteme und elektrische Antriebe. An gleich sechs der 14 Sub-Projekte für die nächste Phase der Vorzeigeregion ist die TU Wien beteiligt – an drei davon federführend:

In einem der Kernprojekte des Green Energy Lab soll eine Open Data- und Research-Plattform konzipiert werden. So sollen die großen Datenmengen, die im Projekt künftig anfallen, einfach verwendbar werden.

Ein weiteres Projekt das federführend ausgearbeitet wird, beschäftigt sich mit der Teilbauaktivierung von Gebäuden für zukünftige Kühl- und Wärmelasten. Das bedeutet, dass das Gebäude aktiv als Wärme- oder Kältespeicher genutzt wird. Gerade in Kombination mit alternativer Stromerzeugung, etwa aus Photovoltaik oder Windkraft, wo die erzielte Leistung wetterabhängig schwankt, kann das große Vorteile mit sich bringen.  

Als drittes Projekt wird ein lokaler Energiemarkt modelliert und die praktische Anwendung mittels Blockchain-Technologie in unterschiedlichen Feldtests überprüft.