Technische Universität Wien
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2018-02-15 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Das Schloss auf der Bleistiftspitze

Ein Bild eines Schlosses im Nano-Format, erstellt an der TU Wien, gewann den Wikipedia-Preis für das beste Wissenschaftsfoto.

Preisverleihung im Hofburg: Tiziano Derme (MäID), Aleks Ovsianikov (TU Wien), Beppo Stuhl (Wikimedia Österriech), Daniela Mitterberger (MäID), Peter Gruber (TU Wien) (v.l.n.r) [1]

Das Schloss auf der Bleistiftspitze: das preisgekrönte Bild

3D-Drucker sind mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr. An der TU Wien allerdings hat man spezielle Methoden entwickelt, um selbst winzige Details mit ungeheurer Präzision drucken zu können. Eines der Objekte, mit denen man in der Forschungsgruppe von Prof. Aleksandr Ovsianikov (Institut für Werkstoffwissenschaften und Werkstofftechnologie) die erstaunlichen Möglichkeiten dieser neuen Techniken demonstrierte, war das winzige Modell eines Schlosses, das auf einer Bleistiftspitze hergestellt wurde.

Das Design wurde in enger Zusammenarbeit mit Kunst- und Architekturschaffenden der „MäID – Future Retrospective Narrative“ entwickelt. Mit einem Foto dieses Mini-Kunstobjekts wurde das Team nun von Wikipedia beim Wettbewerb „Wiki Science Competition“ ausgezeichnet: Für das Schloss auf der Bleistiftspitze gab es den 1. Platz.

Hergestellt wurde das Schloss mittels Multiphotonen-Lithographie: Bestimmte flüssige Materialien können dazu gebracht werden, genau dort auszuhärten, wo sie mit einem starken Laser bestrahlt werden. Nur wenn das Material mehrere Photonen des Lasers gleichzeitig absorbiert, kommt es zur Aushärtung. Dieser Prozess kann ausschließlich in einem sehr engen Bereich im Fokus des Femtosekunden-Laserstrahls stattfinden. Dadurch lässt sich mit dieser Technik eine sehr hohe Genauigkeit erreichen. Die feinsten Details der mittels Multiphotonen-Lithographie hergestellten 3D-Strukturen können im Sub-100-nm-Bereich sein. Insgesamt misst das Schloss ungefähr 200 Mikrometer.

Das Foto auf Wikimedia

[1] Gruppenfoto: Dagmar Fischer IMST, TU Wien