Technische Universität Wien
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2018-03-08 [

Herbert Kreuzeder

 | PR & Marketing ]

Internationaler Frauentag – Kontinuierlich zu Verbesserungen

Der Internationale Frauentag am 8. März ist Anlass, allen Frauen für ihre Leistungen und Erfolge in Forschung, Lehre und zentralen Bereichen der TU Wien zu danken. Frauenförderung bedeutet aber kontinuierliche Arbeit und nicht nur einen Feiertag im Jahr.

Frauenfrühstück TU Wien

Der Internationale Frauentag entstand vor 100 Jahren und forderte schon damals generelle Gleichberechtigung von Frauen, die Emanzipation von Arbeiterinnen und das Wahlrecht für Frauen. Das Frauenwahlrecht feiert 2018 sein 100. Jubiläum in Österreich, seit dem 12. November 1918 gilt das „allgemeine, gleiche, direkte und geheime Stimmrecht aller Staatsbürger ohne Unterschied des Geschlechts“. Bei der Chancengleichheit von Männern und Frauen sind viele Forderungen nach wie vor aktuell, was auch im aktuellen Frauenvolksbegehren Ausdruck findet. Seit 12. Februar werden Unterstützungserklärungen gesammelt um Einkommensunterschiede zu beseitigen, Macht und Arbeit gerecht zu verteilen (Stichwort „Karrierechancen), Armut zu bekämpfen und Gewalt zu verhindern bzw. Schutz zu gewähren. Falls Sie das Frauenvolksbegehren unterstützen wollen, können Sie dies einfach online unter frauenvolksbegehren.at erledigen.

Das Thema Gleichberechtigung von Frauen ist ein globales. Nationale Gesetze, gesellschaftliche Klischees und Rollenbilder bilden einen nur langsam zu verändernden Rahmen. Der Gender-Index 2017 (Bundeskanzleramt | Frauenangelegenheiten und Gleichstellung), der Global Gender Gap Report 2016 (Weltwirtschaftsforum) oder die She-Figures (Europäische Kommission) dokumentieren die Situation von Frauen. Viele Indikatoren haben direkte und indirekte Auswirkungen und doch ist es an jeder Einzelperson, einen Teil zu einer nachhaltigen Veränderung und Weiterentwicklung unserer Gesellschaft beizutragen.

 

Offenes Bekenntnis der TU Wien zur Frauenförderung
An der TU Wien ist Frauenförderung nicht nur ein Lippenbekenntnis. In der Strategieentwicklung, Forschung, Lehre und täglichen Arbeit wird an vielen Punkten angesetzt, um Chancengleichheit umzusetzen und das entsprechende Mindset als Teil der Corporate Identity auszubauen.

„Es gibt genug erfolgreiche Frauen, auch im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Trotzdem hält sich das Bild der männlich dominierten Technik. Um das zu ändern gibt es viele Anstrengungen an der TU Wien auf unterschiedlichsten Ebenen. Wir wollen Chancengleichheiten für alle TU-Angehörigen, einen bestmöglichen Rahmen für Studierende und Mitarbeiter_innen und auch eine Vorbildrolle einnehmen, die über die TU Wien hinausgeht“, so Anna Steiger, Vizerektorin für Personal und Gender.

Gender an der TU Wien
Aktuell sind 17 Professorinnen an der TU Wien, das entspricht 11 % der 152 Professuren. Der akademische Mittelbau weist knapp über 25 % Frauenanteil auf, bei den Studierenden sind es rund 28 %, wobei die Verteilung je Fakultät schwankt (Frauen- & Männerbericht 2016).

Institutionell ist das Thema mehrfach verankert. Nicht nur die Berufung einer Vizerektorin für Personal und Gender, sondern auch die seit 2005 bestehende Abteilung Genderkompetenz belegen die strategische Integration in die Universitätsagenden. Anspruch und täglich Erlebtes gehen dabei über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Die Erkenntnis, dass das Erreichen von Gleichstellung eine gemeinsame Aufgabe ist, scheint angekommen. Unterstützend dafür sind diverse Netzwerke und Maßnahmen, die alle Teile der TU verbinden. Konkrete Maßnahmen reichen von Strategiepapieren über Forschungsprojekte und Lehrveranstaltungen (Gender Studies, Technik und Gender, …) bis zu Informationsveranstaltungen (FIT, Töchtertag, …) und Betreuungsangeboten über alle Altersgruppen.

Frauenförderung, Bewusstseinsbildung und das Streben nach Chancengleichheit bedeuten kontinuierliches und beharrliches Vorgehen auf allen Ebenen. Aus diesem Verständnis haben sich an der TU Wien eine Vielzahl an Aktivitäten entwickelt. Eine kleine Auswahl:

Frauenförderungsplan

Strategischer Kern ist der Frauenförderungsplan. Darin festgehalten sind die Rahmenbedingungen, die die tatsächliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern und die Frauenförderung durch Personalpolitik, Förderung der Genderkompetenz aller TU-Angehörigen in Forschung und Lehre sowie der Verteilung der Ressourcen (Gender Mainstreaming und Gender Budgeting) bilden.

Vereinbarkeit von Universität und Familie

Mit Oktober 2015 wurde eine Vereinbarkeitsbeauftragte eingerichtet. Diese steht bei vertraulichen Fragen zur Verfügung, koordiniert den Betriebskindergartenbeirat, vertritt die TU Wien im Best Practice Club „Familie in der Hochschule“ und berät die Universitätsleitung als Expertin bei strategischen Ausrichtung der Vereinbarkeitsagenden. Auch die nationale und internationale Vernetzung zum Thema gehört zu den Agenden. Im Februar 2016 wurde zusätzlich das Vereinbarkeitsbüro (TU Kids & Care) gegründet und steht bei individuellen Fragen im Bezug auf Organisation von Vereinbarkeitsanliegen (z. B. Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen) zur Verfügung. Weiters werden Veranstaltungen im Bereich der Kinderbetreuung und Vereinbarkeit organisiert.

Frauenspuren

Die Website www.frauenspuren.at bietet Einblicke in das Leben und den Werdegang von Technikerinnen aus über 90 Jahren Frauengeschichte an der TU Wien. Durch Einblicke in Lebensrealitäten, motivierende Ratschläge und die ausgestrahlte Begeisterung für ihre Berufe machen die interviewten Wissenschaftlerinnen jungen Frauen Mut, ihren Begabungen und Talenten zu folgen. Aufgezeigt werden die Vielfalt technischer Berufe, die bunte Palette an Forschungsfeldern und die spannenden Zukunftsaussichten, die eine technische Ausbildung für Frauen eröffnet.

Frauenpreis der TU Wien

Um das Klischee der „Männerdomäne Technik“ aufzubrechen, hat sich die TU Wien 2015 entschieden, mit dem Frauenpreis erfolgreiche Role Models vor den Vorhang zu holen. Bisher wurde der Preis drei Mal vergeben. Ziel ist Absolventinnen zu ehren, deren Berufsbiographien Schülerinnen und Studentinnen in ihrer Berufsplanung inspirieren und die ein greifbares Vorbild sind.

GEECCO

Das EU-Forschungsprojekt „Gendergerechtigkeit in technischen Wissenschaften durch Kommunikation und Selbstverpflichtung“ (GEECCO) startete im Mai 2017 und ist auf vier Jahre ausgelegt. Vier europäische Universitäten, zwei Forschungsförderungseinrichtungen und drei Beratungsunternehmen befassen sich mit der Aufgabenstellung, wie die Hochschullandschaft und Forschungsförderungsinstitutionen professioneller mit dem Thema Gendergerechtigkeit umgehen können. Die Koordination liegt bei Dr. Brigitte Ratzer (Abteilung Genderkompetenz) an der TU Wien.

Geschlecht und Innovation

Für Wissenschaftler_innen entstand eine Plattform als Ressource für all jene, die im Rahmen der Forschungsförderung mit der Frage konfrontiert werden: „Was ist der Gender-Aspekt in Ihrer Forschung?" Geboten werden detaillierte Informationen sowie umfangreiche Fallbeispiele zum Thema Geschlecht und Innovation.

Frauenfrühstück – gemeinsam Feiern

Um den Frauentag auch als Feiertag zu begehen und sich bei TU-Angehörigen direkt zu bedanken lud Anna Steiger, Vizerektorin für Personal und Gender, zum mittlerweile schon traditionellen Frauenfrühstück ein. Zahlreiche Kolleginnen nutzen die Gelegenheit, um sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und den Frauentag zu feiern.

 Einen schönen Internationalen Frauentag, der Ausgang für weitere Verbesserungen sein soll!

 

Foto: TU Wien