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2018-04-19 [  | Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie ]

Prof. Harald Straube – ein Nachruf

Die TU Wien, die Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften und das Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie trauern um em.O. Univ.-Prof. Dr.-Ing. Harald Straube.

Harald Straube wurde am 2. Jänner 1926 als Sohn eines Bankangestellten in Freiwaldau geboren. Er studierte an der TH Wien die Fachrichtung Technische Physik und legte am 26. Juni 1951 die Diplom-Hauptprüfung ab.

Mit seiner Anstellung in dem zum Pengg-Konzern gehörenden Eisenwerk Breitenfeld, Wartberg im Mürztal, im Februar 1952 erfolgte ein seinen späteren fachlichen Werdegang mitbestimmender Schritt. Inzwischen zum Leiter der Versuchsanstalt bestellt und nach mehrmaligem Studienaufenthalt am Massachussetts Institute of Technology in den USA erhielt er im August 1957 eine Einladung an das Max-Planck-Institut für Eisenforschung nach Düsseldorf, wo er bis Ende 1960 tätig war. In diese Zeit fällt auch seine Promotion zum Doktor-Ingenieur an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen.

Vom Jänner 1961 bis April 1966 war Dr. Straube Leiter der Schmelzmetallurgischen Abteilung der Gebr. Böhler u. Co. AG in Kapfenberg. Nach der anschließenden Tätigkeit von Mai 1966 bis Dezember 1969 im Entwicklungsstab der Climax-Molybdenum Company mit Sitz in Zürich wurde Dr. Straube von den Edelstahlwerken Böhler als Stellvertreter des Forschungsdirektors wieder nach Österreich gerufen. Zunächst hatte er die Leitung des Hauptabteilungsbereichs „Stähle und Legierungen“ inne. Später wurde ihm zusätzlich die Verantwortung für den Forschungsbereich „Schmelzmetallurgie und Verfahrenstechnik“ übertragen und nach Fusion der österreichischen Edelstahlindustrie zu der Vereinigte Edelstahlwerke AG wurde er zum Direktor der Forschungsanstalt des Gesamtkonzerns bestellt, die Ende 1979 etwa 200 Mitarbeiter umfasste.

Dr. Straube wurde mit Wirkung vom 1. Jänner 1980 zum o. Universitätsprofessor am Institut für Werkstoffkunde und Materialprüfung der TU Wien berufen. Er war 10 Jahre Vorstand dieses Instituts, 6 Jahre Vorstand des Universitätsprofessorenverbandes der TU Wien und je 4 Jahre Mitglied der österreichischen Professorenkonferenz und der Interuniversitären Konferenz in Wien. 24 Jahre vertrat er Österreich bei intereuropäischen Forschungsprojekten COST 50 und COST 501, die der Weiterentwicklung von Hochtemperaturwerkstoffen galten.

Er ist Verfasser von ca. 70 technisch-wissenschaftlichen Publikationen, zahlreichen Vorträgen, des Buches „Ferrum Noricum und die Stadt auf dem Magdalensberg“ sowie Mitverfasser der Bücher „Die Edelstahlerzeugung“ (2. Auflage) und „Die physikalische Chemie der Eisen- und Stahlerzeugung“.

Seine Emeritierung erfolge am 30. September 1995.

1998 wurde ihm für seine sozialen Leistungen der Ehrenring der Gemeinde Wartberg im Mürztal verliehen.

Harald Straube verstarb am 12. April, im 93. Lebensjahr. Unser Mitgefühl gilt besonders seiner Ehefrau.
Das Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie, die Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften und die Technische Universität werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.