Technische Universität Wien
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2018-05-16 [

Florian Aigner

 | PR und Marketing ]

Förderung für Spin-offs: TU-Projekt ausgezeichnet

Ein Blindenschrift-Display für die Westentasche: Wissenschaftsminister Heinz Faßmann und FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth zeichnen Spin-off-Projekte aus – darunter eines der TU Wien.

Der Prototyp des Braille-Displays

An der Innenseite wird die Braille-Schrift mit einem Finger abgelesen.

Wissenschaftliche Ideen sollen ihren Weg in die wirtschaftliche Anwendung finden – dabei helfen nun die „Spin-off Fellowships“. Vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung und von der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG wurden nun acht Start-up-Projekte für das Fellowship-Programm ausgewählt, die in den nächsten Jahren mit insgesamt 13,8 Millionen Euro unterstützt werden – darunter auch ein Projekt, das seine Heimat an der TU Wien hat.

„Mit Spin-off Fellowships stärken wir gezielt die Verwertung innovativer Ideen und fördern den Unternehmergeist an Hochschulen und in Forschungseinrichtungen“, so Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Heinz Faßmann. „Akademische Gründungen stellen einen zentralen Bestandteil des Transfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft dar.“

Braille-Schrift zum Mitnehmen
An der TU Wien entstand die Idee für das Projekt „MoBraille“, das die Nutzbarkeit der Braile-Schrift für moderne elektronische Medien revolutionieren soll. Prof. Wolfgang Zagler und sein Team, Istvan Déak und Michael Treml (Fellows des Spin-off Fellowship)entwickeln ein neuartiges Braille-Lesegerät.

„Seit Jahrzehnten weiß man, dass die Frage nach dem optimalen Braille-Display nicht zufriedenstellend gelöst ist“, sagt Wolfgang Zagler. „Es gab immer wieder verschiedene Ansätze – mit elektromagnetisch gesteuerten beweglichen Stiften, mit Piezoelementen und anderen Technologien, aber all diese Konzepte hatten ihre Nachteile.“ Manche Displays haben einen hohen Stromverbrauch oder eine recht begrenzte Haltbarkeit, sie sind allenfalls für den Einsatz im Büro geeignet, aber nicht transportabel, sie sind technisch kompliziert und daher meist sehr teuer.

Mit „MoBraille“ wird die Blindenschrift nicht mehr auf einer unbeweglichen Zeile angezeigt. Stattdessen tastet man das Innere eines drehbaren Rings ab. Ähnlich wie eine Computermaus kann man den Ring anfassen und über die Tischoberfläche ziehen. Der Zeigefinger befindet sich dabei im Inneren des Ringes, und dort ertastet man die Buchstaben, die bei jeder Umdrehung des Rings neu gebildet werden. So entsteht beim Lesen der Eindruck einer unendlich langen Zeile.

Mehr über die Spin-off-Fellowships sowie alle geförderten Projekte

Die Projekteinreichung und die Patentierung des Braille-Displays wurde vom Forschungs- und Transfersupport der TU Wien unterstützt.

Bei Interesse für eine Einreichung in der aktuellen FFG Spin-off-Fellowship Ausschreibung kontaktieren Sie bitte foerderberatung@tuwien.ac.at.
Alle Infos bzgl. interner Deadlines finden Sie hier.
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