Technische Universität Wien
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2018-06-14 [

Florian Aigner

 | PR und Marketing ]

IT-Technologien für regionale Stromnetze

Die Energiewirtschaft wird komplizierter – wir brauchen daher bessere IT-Lösungen, um Stromnetze intelligenter zu steuern und zu überwachen. Daran arbeitet man nun in einem neuen TU-Projekt.

Was passiert, wenn irgendwo der Strom ausfällt? In vielen regionalen Niederspannungsnetzen erfährt der Netzbetreiber davon erst durch Kund_innenanrufe und eine Inspektion direkt vor Ort. Das soll sich nun aber ändern: Neue Technologien, etwa Smart Meter beim den Endkund_inen, ermöglichen eine digitale Datenerfassung. Noch ist aber nicht klar, wie all diese Daten am besten aufbereitet und genutzt werden sollen, um das Stromnetz zu optimieren, für Versorgungssicherheit zu sorgen und die Effizienz zu erhöhen.

Das Forschungsprojekt Net2DG (Leveraging Networket Data fort he Digital Electricity Grid) soll nun neue Möglichkeiten liefern, vernetzte Daten für die Steuerung und Optimierung der Mittel- und Niederspannungsnetze zu nutzen. Das Projekt wird im Rahmen von Horizon 2020 von der EU unterstützt. Als Forschungspartner sind die TU Wien und die Aalborg University in Dänemark beteiligt, daneben nehmen auch Stromnetzbetreiber und mehrere Technologieanbieter an dem Projekt teil. Bis zum Jahr 2021 wird das Forschungsprogramm mit insgesamt 3,6 Millionen Euro gefördert.

Kluge Datenverarbeitung für die Energiewirtschaft

„In Zukunft werden den Netzbetreibern viel mehr Daten zur Verfügung stehen als heute – sie können von Smart Metern kommen, oder auch von verbesserten Komponenten des Stromnetzes selbst, etwa intelligenten Wechselrichtern“, erklärt Georg Lettner, Projektmanager am Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe der TU Wien.

Diese neuen Möglichkeiten sollen auch die Basis für eine bessere, digitalisierte Netzplanung und einen digitalisierten Verteilnetzbetrieb liefern. Ausfälle im Niederspannungsnetz sollen schneller erkannt und behoben werden. Die Verluste im Netz sollen viel besser und genauer überwacht werden können als bisher. Auf Konsument_innenseite profitiert man von verbesserter Stromqualität. Durch robustes, sicheres Datenmanagement wird außerdem speziell darauf geachtet, dass Angriffe von außen oder ein Eindringen in die Privatsphäre von Endkunden verhindert werden.

„Der Umbau zu ‚digitalen‘ Stromnetzen ist dringend nötig – nicht zuletzt aufgrund der wachsenden Anzahl dezentraler Speicher, der wachsenden Bedeutung dezentraler Stromquellen und der Entstehung neuer Lastprofile, etwa aufgrund der Elektromobilität“, sagt Georg Lettner. „Die Erfassung und Verarbeitung digitaler Messdaten wird uns in die Lage versetzen, diesen nötigen Umbau des Stromnetzes ohne Explosion der Infrastrukturkosten umzusetzen.“

Zur Projektwebseite:
http://www.net2dg.eu


Kontakt:

Georg Lettner
Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe
Technische Universität Wien
Gußhausstraße 25, 1040 Wien
T: 43-1-58801-370376
georg.lettner@tuwien.ac.at