Technische Universität Wien
> Zum Inhalt
2018-06-13 [

Florian Aigner

 | PR und Marketing ]

Theodor-Körner-Preis für Andreas Rudisch

Selbst bei kleineren Erdbeben können sich kleinere Fassadenelemente lösen. Wie sich diese Gefahr abschätzen lässt, untersucht Andreas Rudisch von der TU Wien. Er wurde nun mit dem Theodor Körner Preis ausgezeichnet.

Andreas Rudisch erhält den Körnerpreis von Bundespräsident Alexander Van der Bellen

Österreich ist in einer glücklichen Situation: Verheerende Erdbeben, die große Gebäude einstürzen lassen, sind bei uns aus geologischen Gründen kaum möglich. Kleinere Erdbeben ereignen sich aber auch in Mitteleuropa immer wieder – und sie können ausreichen, um gerade bei klassischen Gründerzeithäusern Fassadenelemente zu lösen. Der Bauingenieur Andreas Rudisch untersucht am Institut für Hochbau und Technologie der TU Wien, wie sich diese Gefahr zuverlässig einschätzen lässt, wie man Fassaden am besten sichert, und was man bei Sanierungsarbeiten beachten sollte.

Dafür wurde er nun am 12. Juni 2018 vom Theodor Körner Fonds für Wissenschaft und Kunst mit dem Theodor-Körner-Förderpreis ausgezeichnet. Übergeben wurden die Preise im Rahmen einer Festsitzung in der Universität Wien mit anschließendem Empfang beim Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

Mit Computersimulation Gefahr abschätzen

„Dass man auch in Österreich über Erdbebengefahr nachdenken soll, wird oft übersehen“, sagt Andreas Rudisch. „Doch man muss nur an vergangene Erdbeben zurückdenken, etwa an das Seebenstein Erdbeben von 1972, bei dem auch im Raum Wien zahlreiche Schäden an Schornsteinen und historischen Fassadenelementen auftraten.“

Um zu ermitteln, welche Bauelemente gefährdet sind, muss man einerseits die Einwirkung von Erdbeben abschätzen, andererseits muss man die Tragfähigkeit und Stabilität der Bauelemente berechnen. Das gelingt mit Hilfe von Computersimulationen. „Anhand der Ergebnisse können wir dann feststellen, welche Verstärkungen und Sanierungen nötig sind. Dabei muss man immer eine ausgewogene Balance finden, zwischen Erdbebensicherheit und Bewahrung des historischen Charakters der Fassade“, erklärt Rudisch.

Körner-Preis
Am 12. Juni wurde Andreas Rudisch einer der Förderpreise der Theodor-Körner-Stiftung übergeben. Die Auszeichnung wird jährlich an herausragende junge Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kunst vergeben, die bereits ausgezeichnete Leistungen vollbracht haben und zeigen, dass man von ihnen auch in Zukunft noch Herausragendes erwarten darf. Der Körner-Preis ist mit 4000 Euro dotiert.