Technische Universität Wien
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2018-07-12 [

Florian Aigner

 | PR und Marketing ]

Europas Computer für Österreichs Forschung

Österreich ist nun Mitglied des europäischen Supercomputing-Netzwerks PRACE – ein wichtiger Schritt für Forschungsgruppen, die aufwändige Computersimulationen benötigen.

Der VSC-Supercomputer an der TU Wien

Seit 11. Juli 2018 gehört Österreich zum europäischen Supercomputing-Netzwerk PRACE (Partnership for Advanced Computing in Europe). Die österreichische Supercomputing-Community ist höchst aktiv und wächst stetig, für sie ist der Beitritt zu PRACE ein wichtiger Schritt: Dadurch werden österreichische Forschungsgruppen stärker mit internationalen Partnern vernetzt und können auch Anträge auf Nutzung von Großrechnern in anderen europäischen Staaten stellen.

Experimente am Computer
Lange Zeit ruhte die Wissenschaft auf zwei großen Säulen: Auf der theoretischen Forschung, die oft mit Papier und Bleistift auskommt, und auf dem Experiment, mit dem man die theoretischen Ergebnisse überprüft. In den letzten Jahrzehnten hat eine dritte Säule massiv an Bedeutung gewonnen: Die Computersimulation.

Komplizierte Systeme (etwa das Wetter, das Verhalten von Proteinen oder auch die physikalischen Abläufe bei Teilchenkollisionen) lassen sich nicht mit einfachen Formeln erklären. Man kann diese Vorgänge allerdings digital nachbilden und am Computer simulieren – vorausgesetzt man verfügt über gewaltige Rechenkapazitäten.

An der TU Wien wird auf diese Art der Forschung besonders viel Wert gelegt: „Computational Science and Engineering“ ist einer der fünf Forschungsschwerpunkte. Die TU Wien spielt auch die führende Rolle beim größten österreichischen Supercomputer: Der VSC (Vienna Scientific Cluster), der von mehreren österreichischen Universitäten gemeinsam finanziert und betrieben wird, befindet sich am Standort Arsenal der TU Wien, der Leiter des VSC Research Center ist Prof. Herbert Störi (TU Wien).

Internationale Vernetzung
„Derzeit betreiben wir die dritte Generation des VSC, die nächste, noch leistungsfähigere Generation wird bereits geplant und soll nächstes Jahr in Betrieb genommen werden“, sagt Herbert Störi. „Unser Großrechner hat ganz maßgeblich dazu beigetragen, dass sich in Österreich eine erfolgreiche Supercomputing-Community gebildet hat. Und die braucht natürlich, um konkurrenzfähig zu bleiben, Zugang zu Top-Geräten.“

Die Teilnahme am europäischen Netzwerk PRACE bietet österreichischen Forschungsgruppen die Möglichkeit, sich an anderen europäischen Großrechnern um Rechenzeit für wissenschaftliche Forschungsarbeiten zu bewerben.

Zusätzlich bietet die Teilnahme an PRACE große Vorteile für die internationale Vernetzung – etwa in Form von Summer Schools, an denen österreichische Studierende nun teilnehmen können, oder speziellen Fortbildungsmöglichkeiten für VSC-Usern und -Personal. „Dass wir nun zum PRACE-Netzwerk gehören, stellt sicher, dass wir auch in Zukunft nicht den Anschluss verlieren und dass die österreichische Supercomputing-Forschung auch weiterhin eine Erfolgsgeschichte bleibt“, sagt Herbert Störi.