Technische Universität Wien
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2005-11-10 [

K. Peter

]

Internationaler Medienpreis 2005 an Wolff-Plottegg

ausgezeichnet.

Die Installation hat Wolff-Plottegg gemeinsam mit dem Computerwissenschafter Wolfgang Maass von der TU Graz realisiert. Der Medienpreis in der Kategorie "Installation" teilten sich heuer zwei Projekte, die Dotation betrug je 6.000,- Euro. Die Preisverleihung fand Ende Oktober in Baden-Baden statt.

 

Manfred Wolff-Plottegg und Wolfgang Maass sagen über ihre Arbeit: "Diese Installation ist eine Versuchsanordnung zur Demonstration eines Prinzips und zum Beweis unserer These zur digitalen Kreativität. Das Prinzip ist die folgende Gleichung: Pulsfolgen (spike trains) in biologischen Organismen = binäre Zeichenreihen (bit strings) = Daten (Koordinaten, Vektoren) interpretierbar als Körper (solids). Diese Gleichung verknüpft drei traditionell als wesensfremd angesehene Wirklichkeitsbereiche: die Welt in unserem Kopf, die Welt der digitalen Datenverarbeitung, die Welt der Generierung neuer Bilder/Räume/Architekturen. Diese drei Wirklichkeitsbereiche werden hier auf dem gemeinsamen Nenner der Informationsverarbeitung miteinander verknüpft."

 

Die Installation demonstriert auf diese Weise, dass die Generierung von Bildern/Räumen/Architekturen nicht mehr als allein vom Menschen abhängig gesehen werden muss. Durch die Computeranwendung wird sozusagen ein Schritt der Emanzipation von althergebrachten Verhaltens-, Evaluations- und Produktionsmustern ermöglicht.

 

Wenn Sie mehr über den Neuronalen Architekturgenerator wissen möchten, können Sie nachlesen unter: plottegg.tuwien.ac.at/neurogen.htm

 

Zeitweise ist dieser auch in der Webcam zu sehen: diag.at/zkm_cam.htm

 

 

Prof. Dr. Sigrid Weigel, eines der Jurymitglieder, sagt zur Installation: "Das neuronale Netz wird hier genutzt um Impulse für einen Zufallsgenerator zu geben und dann daraus architektonische Formen zu generieren. Die Idee ist einfach. Sie ist ästhetisch gut umgesetzt und sie benutzt, glaube ich, auch eine Metapher, die viel benutzt wird - es wird ständig über Architektur gesprochen: Wissensarchitektur, neuronale Architektur und so weiter - so plausibel, dass man sich drunter etwas vorstellen kann. Das heißt noch nicht, dass die Logik dieser Installation auch das nachbaut, was man wissenschaftlich als korrekt bezeichnen muss. Aber das scheint mir auch nicht nötig zu sein. Ich finde, dass Medienkunst auch spielerisch umgehen kann mit den Techniken, die die Wissenschaft entwickelt hat."

 

Der Internationale Medienpreis 2005

Der Internationale Medienpreis für Wissenschaft und Kunst bietet Projekten und Videos aus Kunst und Wissenschaft ein Forum im Fernsehen und in der Öffentlichkeit. Veranstaltet wird der "\\internationale\medien\preis\2005" für Wissenschaft und Kunst gemeinsam vom Südwestrundfunk Baden-Baden (SWR) und vom ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fernsehen und ARTE. Der Wettbewerb ist die Fortsetzung des Internationalen Videokunstpreises, der 1992 erstmals ausgeschrieben wurde. Sponsor ist die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

 

Mehr Informationen zu den anderen PreisträgerInnen sowie zur Jury finden Sie im Internet unter www.swr.de/medienkunstpreis/