Technische Universität Wien
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2003-03-13 [

Werner Sommer

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Wiener Statistiker profilieren sich bei der Gen-Suche im Zufallswald

Mit neuen, leistungsfähigeren Programmen wollen Wissenschafter Gene in Tumorzellen aufspüren. Sie treffen sich vom 20. - 22. März zum Erfahrungsaustausch an der Technischen Universität (TU) Wien.

Wien (TU). - Derzeit ist für die Statistik die Analyse von Gen-Expressionsdaten (die "Expression" eines Gens gibt an, wie "aktiv" ein bestimmtes Gen in einer Zelle ist) eines der spannendsten Felder, das Theorie und Softwareentwicklung vor völlig neue Herausforderungen stellt: die zu analysierenden Datenmengen explodieren förmlich. Die Suche nach aktiven Genen in Tumorzellen gleicht der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Helfen sollen hier neue Verfahren, die selbst die Rechenleistung modernster Computer voll auslasten und vielfach ganze "Rechnerfarmen" benötigen. Ein Beispiel sind die sogenannten "Random Forests" oder Zufallswälder, die datengetrieben zu Ergebnissen gelangen.

Wien hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der weltweit führenden Kompetenzzentren des "Statistical Computing" entwickelt. Vom 20. bis 22. März 2003 findet an der Technischen Universität (TU) Wien zum dritten Mal der Workshop "Distributed Statistical Computing" (DSC) statt, bei dem mehr als 100 internationale ExpertInnen die nächste Generation von Datenanalyse-Software diskutieren.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Tagung ist Software für Bioinformatik auf Basis von "R". So profitiert zum Beispiel durch bestehende Kooperationen auch der Wiener Biotech-Cluster rund um das Institut für molekulare Pathologie und Boehringer Ingelheim vom Datenanalyse-Knowhow der TU Wien.

Höhepunkt ist die öffentliche Präsentation der "R Foundation for Statistical Computing" mit Sitz in Wien. Gründungsmitglieder der Vereinigung sind WissenschafterInnen so renommierter Universitäten wie Oxford, Washington, Harvard oder der ETH Zürich. Hauptziel der "R Foundation" ist die Weiterentwicklung der freien Statistiksoftware "R", die auch in der letzten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science vorgestellt wurde.

Websites:
http://www.R-project.org
http://www.ci.tuwien.ac.at
http://www.ci.tuwien.ac.at/Conferences/DSC-2003/