Technische Universität Wien
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2004-04-20 [

Karin Peter

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Tinyphoon ganz groß

Tinyphoon ist ein von der fakultätsübergreifenden Arbeitsgemeinschaft CLARA der TU Wien entwickelter autonomer Roboter. Mit einer Seitenlänge und Höhe von gerade einmal 75 Millimetern hat er etwa die Größe eines Tennisballes. Er verfügt unter anderem über eine eingebaute digitale Videokamera, mit deren Hilfe er sich in der Umgebung orientieren kann, einen Kompass sowie eine Bluetooth-Funkanbindung. Damit zählt er zu den derzeit fortschrittlichsten Ergebnissen einer zukunftsweisenden Forschungsrichtung.

Abb. 1: Tinyphoon in Aktion

Abb. 2: Tinyphoon im Detail

Abb. 3: Im Vergleich: so klein und schon autonom.

Nach seinem erfolgreichen Auftreten auf der Embedded World 2004 ( http://www.embedded-world-2004.de), der größten europäischen Fachmesse für Embedded Systems, am Stand von Infineon wurde Tinyphoon in den USA auf der weltgrößten Messe für Embedded Systems in San Fransisco (http://www.esconline.com/electronicaUSA/) ausgestellt. "Embedded Systems" sind - im Gegensatz zu herkömmlichen Computern - einfache Rechner mit bestimmter Funktionalität, die im zu steuernden oder zu überwachenden System integriert (oder eben "eingebettet") sind. Analog Devices widmete Tinyphoon einen Artikel auf der Homepage. Infineon und Analog Devices gehören zu den weltgrößten Mikrochip-Herstellern.

Tinyphoon dient als Testsystem für autonome Roboter jeglicher Art. Die zukünftigen Einsatzgebiete mobiler Roboter sind vielfältig: in der Verkehrsüberwachung, zur Grenzsicherung, zur Überwachung in Gebäuden, selbst fahrende Autos, Gepäckservice und Fluglotsen auf Airports, Stau- und Unfallüberwachung, Reinigungsmaschinen oder landwirtschaftliche Maschinen. Tatsächlich werden Computersysteme in Verbindung mit intelligenter Mechanik einmal das Leben auf der Erde entscheidend erleichtern und aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken sein.

Bereits sechs Institute der TU Wien sind im Rahmen von CLARA an der Roboterentwicklung beteiligt

Die an der Technischen Universität Wien gegründete fakultätsübergreifende Arbeitsgemeinschaft CLARA (Consortium and Laboratory on Advanced Robotics Architectures) hat sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung von autonomen, mobilen, kooperierenden Robotersystemen voranzutreiben. Autonome Roboter sind klassische mechatronische Systeme. Mechatronik ist ein interdisziplinäres Gebiet der Ingenieurwissenschaften, das auf den Disziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik aufbaut. Daher bedarf die Entwicklung von Robotern ein breites Wissen in unterschiedlichsten technischen Teilgebieten.

Das Bündeln der Kräfte für eine gemeinsame Forschung ist Gebot der Stunde. In diesem Sinne haben mehrere Institute der Fakultäten Informatik, Maschinenbau und Elektrotechnik beschlossen in diesem Themengebiet zu kooperieren. Durch die Zusammenarbeit steht der Roboterentwicklung das Expertenwissen mehrerer Fachgebiete zur Verfügung. Dies wiederum führt zu einem effizienten Einsatz von finanziellen und geistigen Ressourcen, wodurch neue Robotersysteme besser entwickelt werden können und vor allem Probleme, die an den Schnittstellen der einzelnen Fachgebiete entstehen, gemeinsam gelöst werden. Zurzeit sind bereits folgende sechs Institute an CLARA beteiligt:

Für die Kooperation mit der Industrie wurde in der "Plattform Industrielle Software" des OGMA (Österreichische Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik), einer Fachgesellschaft des OVE (Österreichische Gesellschaft der Elektrotechnik) der Arbeitskreis "Software für autonome Systeme" gegründet.

Kontakt: Dipl.-Ing. Dr. Gregor Novak MSc.(OU)
Initiator von CLARA
Email: novak@clara.tuwien.ac.at
Homepage: http://clara.tuwien.ac.at