Technische Universität Wien
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2009-03-25 [

Nicole Schipani

]

Firnberg-/Richter-Programm: 4 neue Stellen an der TU Wien

Am 19. März 2009 fand im Wissenschaftsministerium die feierliche Verleihung der Hertha-Firnberg und Elise-Richter Stellen statt

v.l.n.r.: Alma del Carmen Fernandez Gonzalez, Karin Fackler, Katharina Durstberger, Verena Seidl

Hertha-Firnberg-Programm

Der FWF fördert mit dem Hertha-Firnberg-Programm hervorragend qualifizierte Universitätsabsolventinnen am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere.

Drei Stipendiatinnen werden ihre Stelle an der TU Wien antreten:

Katharina Durstberger: Quanten-Verschränkung, Dephasierungs- und Dekohärenz-Effekte in Neutronenexperimenten
Die Erzeugung von Verschränkung und deren Zerstörung durch Dekohärenz bilden die Grundlagen für den Bau eines Quantencomputers. Das Projekt beschäftigt sich mit der theoretischen Beschreibung von Verschränkung und Dekohärenz im physikalischen System der Neutronen. Im Neutroneninterferometer werden verschränkte Neutronenzustände erzeugt und durch Magnetfelder deren Dekohärenzverhalten untersucht. Es ist wichtig, das Verhalten von Spinteilchen in zeitlich veränderlichen Magnetfeldern zu verstehen, insbesondere für Anwendungen in der Atomoptik. Die Ergebnisse werden mit ExperimentalphysikerInnen praktisch umgesetzt. Katharina Durstberger arbeitet am Atominstitut der Österreichischen Universitäten der TU Wien.

Alma del Carmen Fernandez Gonzalez: Entwicklung von fortgeschrittenen Faserlasern für die Kontrolle und Manipulation von Molekülen mithilfe von programmierbaren Femtosekunden-Pulspaketen
Für Untersuchungen der Impulsraum-Korrelationen in atomaren und molekularen Multielektronsystemen werden ultrastabile Laserquellen mit einer Pulsdauer von wenigen optischen Lichtzyklen, mit stabiler Wellenform und hunderten von kHz-Wiederholraten, benötigt. Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung eines NIR-Lasersystems, und eines parametrischen Frequenzkonverters im sub-10-fs-Pulsdauerbereich, sowie die Anwendung dieser einzigartigen Quelle zur Erforschung der Verbindung zwischen Schwingungs- und elektronischen Kohärenzen und Photodissoziation. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf einer noch nie dagewesenen monolithischen Architektur des Faser Verstärkers. Alma del Carmen Fernández Gonzalez arbeitet am Institut für Photonik an der TU Wien.

Verena Seidl: Untersuchung einer neuen Gruppe von hydrophoben Proteinen

Schimmelpilze passen die Oberfläche ihrer Wachstumsstrukturen, der Hyphen, den jeweiligen Umgebungsbedingungen an, indem sie ihre Hyphen mit wasserabweisenden Proteinen beschichten. Ziel dieses Projekts ist es, die Funktion einer neuen Gruppe von wasserabweisenden Proteinen, den so genannten Cerato-Platanin-Proteinen, zu untersuchen und zu einem besseren Verständnis der Wechselwirkung zwischen Schimmelpilzen und ihrer Umgebung, insbesondere an wasserabweisenden/wasserbindenden Grenzflächen, beizutragen. Verena Seidl studierte an der TU Wien Technische Chemie und kehrt nun, nach einem Aufenthalt an der University of Edinburgh mit einem Erwin-Schrödinger-Stipendium, wieder an die TU Wien zurück, wo sie neben ihrer Firnberg-Stelle auch ein Einzelprojekt leitet.

Elise-Richter-Programm

Das Elise-Richter-Programm richtet sich an Senior-Postdoc-Wissenschafterinnen. Ziel ist die Qualifikation zur Bewerbung um eine in- oder ausländische Professur.
 
Das Elise-Richter-Stipendium erhält Karin Fackler vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften.

Karin Fackler: IR-Spektroskopie zum Nachweis von Holzabbau durch Pilze
Holz wird in der Natur vor allem von Weiß- und Braunfäulepilzen mineralisiert. Mit erst kürzlich entwickelten Methoden der Infrarotspektroskopie sollen die Veränderungen innerhalb der Holzzellwand untersucht werden, während sie von den Pilzen abgebaut wird. Mit den neuen Erkenntnissen soll das Wissen um den ultrastrukturellen Aufbau des Holzes mit jenem zu dessen Abbau durch die Holzfäulepilze verbunden werden.  Karin Fackler studierte an der TU Wien Technische Chemie. Nach mehreren Jahren als Senior Researcher bei WOOD Kplus kehrt sie nun mit ihrem Elise-Richter-Projekt an das Institut für Verfahrenstechnik der TU Wien zurück, wo sie außerdem noch an einem Bioraffinerie-Projekt mitarbeitet.