Technische Universität Wien
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2009-11-27 [

Johannes Böhm

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Ehrendoktorwürde für Harald Schuh

Am 28.10.2009 wurde Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Harald Schuh, Vorstand des Instituts für Geodäsie und Geophysik und Vorsitzender des Fakultätsrates der Fakultät für Mathematik und Geoinformation mit der Ehrendoktorwürde der Universität für Architektur, Bauingenieurwesen und Geodäsie (UACEG), Sofia, Bulgarien ausgezeichnet.

Harald Schuh (Mitte) beim Empfang im Anschluss an die Verleihungsfeier am 28. Oktober 2009 in Sofia

In einer feierlichen Zeremonie unter großer internationaler Beteiligung hat Prof. Harald Schuh den Titel Dr. h.c. für seine herausragenden Leistungen in der geodätischen Wissenschaft und Forschung erhalten. National ist Prof. Schuh Präsident der Österreichischen Geodätischen Kommission, Präsident des Österreichischen Nationalkomitees der IUGG (International Union of Geodesy and Geophysics) und Vize-Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Vermessung und Geoinformation (OVG). Als wichtigste seiner zahlreichen internationalen Aufgaben sind zu nennen: Präsident der IAG Sub-Commission 1.4 (Wechselwirkung zwischen himmelsfesten und terrestrischen Bezugsrahmen) und Mitglied im Executive Committee der IAG (International Association of Geodesy) sowie Präsident der Commission 19 (Rotation der Erde) der IAU (International Astronomical Union). Durch Wahl auf Positionen in zwei unterschiedlichen internationalen Vereinigungen, nämlich die der Geodäsie (Vermessung der Erde und der darauf ablaufenden Vorgänge) einerseits und der Astronomie andererseits ist die interdisziplinäre Ausrichtung der Arbeiten von Prof. Schuh zu erkennen. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahrzehnten nicht nur mit der Geodäsie, sondern auch intensiv mit Nachbardisziplinen wie der Geophysik und den anderen Erdwissenschaften sowie der Astronomie und Astrophysik. Seine derzeit wichtigste internationale Aufgabe besteht aber in der Leitung des IVS (International VLBI Service for Geodesy and Astrometry), einem Verbund von mehr als 80 Instituten weltweit, die globale Messungen mit Radioteleskopen im Verfahren der Very Long Baseline Interferometry (VLBI) durchführen.

Die international stark beachteten Arbeiten zur VLBI von Prof. Schuh und seinem Institut an der TU Wien gaben den Anstoß für die Würdigung seiner Leistungen, wobei in der Feier in Sofia neben der VLBI insbesondere auch die wissenschaftlichen Beiträge zur Erdrotation, Geodynamik und Atmosphärenforschung genannt wurden.