Technische Universität Wien
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2010-02-01 [

Klaus Wassermann

]

Gottfried Strasser - Professor für Materials Engineering for Nanoelectronics

Der Nanoelektroniker Gottfried Strasser überbrückt Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Forschung mit der Herstellung von Bauelementen aus Nanomaterialien.

Gottfried Strasser

In der Elektronik werden die Bauteile immer kleiner. „Moderne Computerchips haben bereits Komponenten, die nur mehr einige Nanometer groß sind“, weiß Gottfried Strasser, seit März 2009 Professor für Materials Engineering in der Nanoelektronik am Institut für Festkörperelektronik und am Zentrum für Mikro- und Nanostrukturen, beide an der TU Wien. Gottfried Strassers Arbeitsgebiet ist die Entwicklung von Techniken, mit denen Materialien für elektronische und optoelektronische Bauteile erzeugt werden können. „Wir entwickeln Materialien, mit denen man beispielsweise Laserlichtquellen und Sensoren bauen kann, deren Einzelschichten nur einige Nanometer groß sind, das sind Millionstel Millimeter“, erklärt Strasser. Möglich wird das mit einer Technik, bei der Schichten von der Dicke einzelner Atome auf Trägermedien aufgedampft werden. „Wir scheiden einzelne Atome ab und bauen so Kristalle mit einstellbaren elektronischen und photonischen Eigenschaften“, sagt der TU-Forscher.

Nanometer-dünne Halbleiterlaser

Nachdem Strassers Team Materialien entwickelt und auf Eigenschaften und Funktion getestet hat, gehen diese oft direkt in die Anwendung. Er und sein Team stellen zum Beispiel Halbleiterlaser her, indem sie verschiedene kristalline Materialien hauchdünn übereinander wachsen lassen. So entwickelte Laser senden nicht nur Lichtteilchen aus, so genannte Photonen, sondern können auch Photonen einfangen und damit als Sensoren eingesetzt werden.

Forschen in transdisziplinären Netzwerken

Die Nanotechnologie gilt als fruchtbares Zukunftsfeld für die Entwicklung neuer Technologien, und Strassers Forschungsaktivitäten in der Nanoelektronik sind entsprechend vielfältig. So leitet er das multidisziplinäre Forschungsnetzwerk PLATON (Processing Light-Advanced Technologies for Optical Nanostructures) der Austrian Nano Initiative, die von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG und dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie getragen wird. PLATON soll die industrielle Verwertung photonischer Bauelemente für Sensorik, Datenverarbeitung und Telekommunikation unterstützen. Zudem sind Gottfried Strasser und sein Team an den vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Spezialforschungsbereichen ADLIS (Hochentwickelte Lichtquellen - Spektroskopie mit ultrakurzen Pulsen) und IR-ON (Nanostrukturen für Infrarot-Photonik) beteiligt.

Internationale Karriere

Der gebürtige Vorarlberger studierte an der Universität Innsbruck Physik. Nach Erlangung seines Diploms wechselte Gottfried Strasser während seiner Dissertation an die TU München und arbeitete dort weiter an seiner Doktorarbeit, die er in Innsbruck abschloss. Nach einem knappen Jahr als Post-Doc an der TU München wechselte er 1992 an die TU Wien und baute hier unter anderem das Institut für Festkörperelektronik und die dort angesiedelte Reinraum-Infrastruktur mit auf. 2001 folgte seine Habilitation an der TU Wien. 2007 wurde er an die State University of New York nach Buffalo, USA berufen, wo er die Stelle eines Empire Innovation Professors besetzte. Im März 2009 trat er seine Professur an der TU Wien an.

Familie, Sport und Literatur

Gottfried Strasser ist verheiratet und hat 3 Kinder. Er und seine Familie schätzen an Wien die urbane Infrastruktur und das reiche kulturelle Angebot, obwohl sie auch das Leben und die Weite des Landes rund um Buffalo, NY, lieben gelernt haben. Neben seiner Arbeit betreibt Strasser Wintersport wie Skifahren und Langlaufen. Wenn es die Zeit erlaubt, betreibt er das Laufen als sportlichen Ausgleich. Strasser schätzt Literatur, und hin und wieder bleibt auch Zeit für einen Abend im Theater.