Technische Universität Wien
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2011-03-09 [

Silvia Spitaler

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Die Pummerin wird ewig läuten

Die Technische Versuchs- und Forschungsanstalt der TU Wien (TVFA) hat Österreichs berühmteste Glocke geprüft.

Pummerin im Stephansdom

Sie läutet den Jahreswechsel in Wien ein und ist eines der Wahrzeichen Österreichs: Die Pummerin im Stephansdom in Wien, die heuer ihren 300. Geburtstag feiert.

Seit Ende 2010 wird Österreichs berühmteste Glocke renoviert. Denn fast hätte die Pummerin nur mehr eine limitierte Lebenszeit gehabt. Das ergaben spezielle Tests und Messungen. Der alte 800 Kilogramm schwere Klöppel beanspruchte die Glocke bei jedem Schlag so sehr, dass die Pummerin nur mehr 300 Jahre standgehalten hätte. Ein neuer, 600 Kilogramm „leichter“ Klöppel soll nun die Lebensdauer des gusseisernen Wahrzeichens auf das zehnfache erhöhen, ihr Klang bleibt aber unverändert.
Vor dem Einbau des neuen Klöppels musste jedoch geklärt werden, ob der „Kloben“, die massive Aufhänge-Vorrichtung in der Pummerin, an dem der Klöppel hängt und schwingt, der neuen Belastung sicher standhält.

TVFA führte Prüfung durch

Diese Prüfung führte die Technische Versuchs- und Forschungsanstalt der TU Wien (TVFA) durch. „Die langbewährte, traditionsreiche Prüfanstalt, eine Tochter der TU Wien, ist die richtige Anlaufstelle für solch „besondere“ Fälle“, hebt Mag Veronika Mares, Geschäftsführerin TVFA, hervor.

Hightech-Untersuchungen

Nach eingehender Vorplanung gingen die Techniker vor Ort ans Werk. „Bei der aktuell erfolgten Prüfung des Klobens wurden zwei Verfahren angewendet. Der Kloben wurde von uns zuerst einer Magnetpulverprüfung unterzogen, bei der die Oberfläche des Metalls auf Risse untersucht wurde. In der zweiten Untersuchung wurde der Kloben mit einer Ultraschallprüfung auf Schäden im Inneren des Materials geprüft“, so Dr. Stefan Burtscher, technischer Geschäftsführer der TVFA.

Ergebnis der Prüfung: Die Pummerin wird weitere hunderte Jahre standhalten

Bei den Untersuchungen wurden keine Fehler festgestellt. Der alte Kloben wird dem Gewicht und der Beanspruchung durch den neuen Klöppel weiterhin standhalten Und die Pummerin wird ab nun auch weitere hunderte Jahre unbeschadet klingen.
Der Einbau des neuen Klöppels erfolgt planmäßig am Aschermittwoch, 9. März 2011. Um Punkt 17.00 Uhr läutet die Pummerin wie jedes Jahr die Fastenzeit ein.  „Wir freuen uns sehr, dass wir durch das Know-How der TU Wien zur Erhaltung der Pummerin einen kleinen Teil beitragen durften“, schließt Mag. Mag Veronika Mares, Geschäftsführerin TVFA.