Technische Universität Wien
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2012-06-13 [

Helga Gartner

 | Presseaussendung 44/2012 ]

Was Technikerinnen wirklich wollen!

Studentinnen der Technischen Universität (TU) Wien formulieren im Zuge des Projektes CHANGES Rahmenbedingungen für ihren optimalen Berufsstart.

v.l.n.r.: Raziye Kizilirmak, Irene Schmutzer-Roseneder, Verena Trinkel

Elvira Welzig (Austrian Institute of Technology), Verena Trinkel, Raziye Kizilirmak, Irene Schmutzer-Roseneder, Helga Gartner (Projektkoordination), Walter Haslinger, Walter Haslinger (Bioenergy2020+)

Frauen und Technik als Widerspruch? Das war gestern. Heute absolvieren viel mehr Studentinnen ein technisches Studium als je zuvor, dennoch arbeiten nur sehr wenige Frauen in technologieintensiven Unternehmen und außeruniversitären Forschungsstätten. Etwa ein Viertel der AbsolventInnen von Bachelor- und Masterstudien der TU Wien ist weiblich, hingegen mangelt es an Forscherinnen und Technikerinnen in den Betrieben. Wie sollen nun Unternehmen sein, in denen Frauen gerne arbeiten?  
Studentinnen des CHANGES-Projektes gingen dieser Frage nach und fanden folgende relevante Handlungsfelder für Unternehmen:

  • Kommunikation im Unternehmen (Einstiegsphase mit MentorIn): Neue MitarbeiterInnen sollten den AbteilungsmitarbeiterInnen vorgestellt werden und in die interne Kommunikation z.B. über einen Mentor oder eine Mentorin eingeführt werden. Firmenleitbild und Newsletter bitte auch neuen MitarbeiterInnen schon zu Beginn bekannt machen!
  • Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice: Nicht nur einseitige Flexibilität der Mintarbeiterinnen, sondern auch seitens der Unternehmen ist gefordert. So lassen sich private und berufliche Termine besser vereinen und die Mitarbeiterinnen sind zusätzlich auch motivierter.
  • Individuelle Entfaltungsmöglichkeit: Dazu zählen die Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitskleidung und auch individuelle Weiterbildungen.
  • Leistungsgerechte, genderneutrale Entlohnung: Frauen verdienen dasselbe Gehalt wie gleich ausgebildete Männer!
  • Auch Männer in Karenz– (50 : 50): Kinder haben auch einen Vater und die Betreuung soll von beiden Elternteilen gleichberechtigt erledigt werden. Kinder dürfen keine Karrierebremse für Frauen sein, dafür benötigt es ausreichende qualitätsvolle Kinderbetreuung!
  • Weiterbildungsmöglichkeiten/Karrierefahrplan: Hoch qualifizierte Frauen möchten auch weiter lernen und sich qualifizieren, aber auch die Kriterien für weitere Karriereschritte kennen!

Zitate von den Technikerinnen am Podium:

Raziye Kizilirmak, Studentin der Verfahrenstechnik TU Wien beschreibt ihre Erfahrungen im Projekt CHANGES so: "Durch die MentorInnen wurden uns Mentees Einblicke in die angestrebten Berufsfelder ermöglicht und dadurch hilfreiche Entscheidungskriterien für den Karriereweg entwickelt."

Irene Schmutzer-Roseneder, Studentin der Verfahrenstechnik TU Wien und des Masterstudiums Stoffliche und energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe (NAWARO) an der BOKU hält sich gerne im Freien auf: "Ich bin begeistert von flexiblen Arbeitszeiten! Bei Schlechtwetter bin ich immer im Büro anzutreffen. Und bei schönem Wetter erledige ich meine Aufgaben in der Natur."

Verena Trinkel, Studentin der Verfahrenstechnik TU Wien ist optimistisch und möchte einmal Kind und Karriere vereinbaren können: "Mir ist meine Karriere und meine Leistung wichtig, trotzdem soll Familie und Karriere eine Bereicherung darstellen und vereinbar sein."

Hintergrund:

Im Projekt CHANGES - Laufzeit Oktober 2010 bis September 2012 gefördert durch die Forschungsförderungsgesellschaft FFG– lag der Schwerpunkt auf der Vermittlung  eines guten Einstieges in die technologische Berufswelt. Teilnehmerinnen am Projekt waren 20 Studentinnen, die ein Studium an der TU Wien belegen. Sie haben im Rahmen des Projektes Forschungsarbeiten für ihr Studium bei den zwei beteiligten Unternehmen – BIOENERGY 2020+ und AIT Austrian Institute of Technology –, geschrieben. Für die Studentinnen gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm wie Exkursionen, Seminare, Coaching, ein Förder-Assessment Center und ein Mentoring Programm. Ziel war es herauszufinden wie der individuelle Traumjob aussieht und worauf TU-Absolventinnen achten müssen, um auch wirklich im qualifizierten Berufsfeld zu landen.
Beide beteiligten Unternehmen haben schon eine Reihe der Forderungen der TU-Studentinnen umgesetzt.

DIin Dr.in Elvira Welzig,  Personalentwicklerin im AIT  Austrian Institute of Technology sagt: "AIT ist es ein Anliegen, durch gezielte Entwicklungsmaßnahmen seine MitarbeiterInnen zu fördern und auf die Herausforderungen in der angewandten Forschung vorzubereiten. Begleitend zu den Karrierewegen Science und Engineering & Expert Advice sind strukturierte Entwicklungskataloge aufgebaut. Dies stellt einen gezielten Kompetenzaufbau in ausgewählten, für das entsprechende Level relevanten Bereichen sicher."

DI Dr. Walter Haslinger, Area Manager bei Bioenergy2020+, selbst Vater einer Tochter, der in Väterkarenz war: "Systematische Gleichstellung von Frauen muss zwingend bei den Männern ansetzen. Nur durch pro-aktive Förderung von Väterteilzeit ist ein Systemwandel möglich. Die individuelle Förderung von Frauenkarrieren ist eine aktuell noch notwendige, langfristig aber hoffentlich nicht mehr erforderliche Maßnahme."

Links:

Rückfragehinweis:
Mag.a Dr.in Helga Gartner
FEMtech Projekt CHANGES, TU Wien, Koordinationsstelle für Frauenförderung und Gender Studies
T: +43-1-58801-43404 oder +43-699-12672132
F: +43-1-58801-943404
helga.gartner@tuwien.ac.at

Aussender:
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Wien
Operngasse 11, 1040 Wien
T.: +43-1-58801-41024
pr@tuwien.ac.at