Technische Universität Wien
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2013-03-14 [

Bettina Neunteufl

 | Presseaussendung 19/2013 ]

TU Wien steigt aus: Kein Aufnahmeverfahren beim Technikstudium

Im Ringen um die Zugangsregelungen für die Studienfelder Architektur/Raumplanung und Informatik entscheidet sich die TU Wien gegen die Durchführung von Auswahl- und Aufnahmeverfahren.

TU Wien steigt aus: Kein Aufnahmeverfahren beim Technikstudium

Das Rektorat der Technischen Universität (TU) Wien hat Bilanz gezogen und entschieden, in diesem Jahr keine Auswahl- und Aufnahmeverfahren in Architektur/Raumplanung und Informatik durchzuführen. Daran gekoppelt ist, dass die TU den vom bmwf vorgelegten Zusatz zur Leistungsvereinbarung als einzige Universität nicht unterzeichnet. In diesem ist festgeschrieben, wie viele Studienplätze die Universität in den jeweiligen Studienfeldern anbieten muss. "Ich unterschreibe nicht, weil wir nicht bestätigen können, dass wir für dieses verpflichtende Angebot von Studienplätzen auch die Ressourcen haben. Das ist Fairness gegenüber zukünftigen Studierenden", bekräftigt Rektorin Sabine Seidler.

Die Entscheidung bedeutet, dass die TU Wien weiterhin unbeschränkten Zugang hat, nicht jedoch unbeschränkte Plätze. "Daraus folgt, dass in den beiden Studienfeldern Pläne umgesetzt werden müssen, um zu realistischen AnfängerInnenzahlen verknüpft mit einem qualitativen Betreuungsverhältnis zu kommen", erklärt der Vizerektor für Lehre Adalbert Prechtl. Vorarbeiten zu Aufnahmeverfahren, die bis dato erledigt wurden und Konzepte, die intern schon vorliegen, dienen der Vorbereitung für kommende Studienjahre und sind damit keinesfalls obsolet. Die bestehende Studieneingangs und –Orientierungsphase (STEOP) wird wie gehabt weitergeführt.

Die Mindestzahl an Studienplätzen, die die TU Wien laut Vorschreibung des bmwf anbieten müsste, ist viel zu hoch, unrealistisch und hat mit den tatsächlichen Kapazitäten nichts zu tun. Die Zahlen sind nicht akzeptabel. "Wenn es in die Nähe unserer Kapazitäten gegangen wäre, hätten wir es gemacht", erklärt das Rektorat unisono. Die neuen Beschränkungen bringen jedoch keine Entlastung in überlaufenen Fächern. Im Gegenteil: Sie verschlimmern die Situation für Studierende und Lehrende. Die kolportierten, zusätzlichen 95 Professuren sollen laut Bundesministerium das Betreuungsverhältnis verbessern. Diese Rechnung geht aber aus Sicht der TU Wien nicht auf. "Eine Mogelpackung die man den Unis verkaufen will", kommentiert Rektorin Sabine Seidler. Denn "es fehlt die Verknüpfung der Zahl von BeginnerInnen (Studienplätzen) und prüfungsaktiver Studierender. Das ist deshalb so wichtig, weil das viel zitierte verbesserte Betreuungsverhältnis auf Basis der Anzahl prüfungsaktiver Studierender ermittelt wird", so die Rektorin.

Die Architektur und Raumplanung an der TU Wien verfügt in etwa über Kapazitäten für rund 535 StudienanfängerInnen. Für die TU Wien vorgesehen sind jedoch 1.030. In der Informatik können realistisch 509 Studierende betreut werden. Die Vorgabe des bmwf liegt bei 980. Da die vorgegebenen AnfängerInnenzahlen weit über den Betreuungskapazitäten liegen, wird sich die Situation für die Studierenden nicht ändern, weil die Ressourcen nicht adäquat steigen. Die Gesetzesnovelle hätte unter anderem eine Umverteilung der Studieninteressierten zwischen den Universitäten bewirken sollen. Diese findet aber nicht statt, weil die Ausgangssituation bei der Ermittlung der Zielzahlen unzureichend berücksichtigt ist.

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