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2013-09-30 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Loschmidt-Medaille für Ulrich Schubert

Ulrich Schubert, Professor für Anorganische Chemie an der TU Wien, erhält die höchste Auszeichnung der Gesellschaft Österreichischer Chemiker (GÖCH).

Prof. Ulrich Schubert

Für seine wegweisenden Beiträge zur anorganischen Chemie, zur Materialchemie und den Materialwissenschaften sowie für seinen Einsatz für die Verbreitung chemischen Wissens in Österreich wurde Prof. Ulrich Schubert mit der Loschmidt-Medaille der Gesellschaft Österreichischer Chemiker ausgezeichnet.

Neue Materialien im Baukasten-System
Ulrich Schubert und seine Forschungsgruppe vom Institut für Materialchemie der TU Wien beschäftigen sich in erster Linie damit, aus molekularen Vorstufen neue Materialien herzustellen. Ein wichtiges Instrument dabei ist die Sol-Gel-Technologie, bei der sich eine Lösung von Ausgangsverbindungen in ein gel-artiges System aus flüssigen und festen Bestandteilen umwandelt. Dabei lässt man die Grenzen zwischen organischer und anorganischer Chemie teilweise verschwimmen: Mit Sol-Gel-Methoden kann man organische und anorganische Komponenten zu Hybridmaterialien zusammenfügen oder gezielt Nanostrukturen erzeugen.

„Das Spektrum unserer Arbeiten reicht bis hin zu Industrieprojekten, in denen wir die Erkenntnisse aus unseren Grundlagenuntersuchungen anwenden“, sagt Ulrich Schubert. Für eine dieser Anwendungen wurde sein Forschungsteam kürzlich mit dem Innovationspreis der Firma AMAG ausgezeichnet.

Deutschland, USA, Österreich
Ulrich Schubert wurde in Regensburg geboren, er studierte an der TU München Chemie, nach einem Auslandsaufenthalt in Stanford (USA) kehrte er zunächst nach Deutschland zurück, 1994 wurde er dann als Professor für anorganische Chemie an die TU Wien berufen. Schubert ist Präsident der European Association of Molecular and Chemical Sciences, Mitglied des Kuratoriums des Wissenschaftsfonds FWF und Senatsmitglied der Christian Doppler Gesellschaft und war Präsident der Gesellschaft Österreichischer Chemiker. Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die er im Lauf seiner Karriere erhielt kam nun eine weitere hinzu: Die Loschmidt-Medaille, die ihm bei der diesjährigen Jahrestagung der GÖCH verliehen wurde, ist die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der GÖCH.

Die Auszeichnung ist nach dem großen österreichischen Chemiker Josef Loschmidt benannt, der 1865 die Loschmidt-Konstante berechnete: Sie gibt einen Zusammenhang zwischen Volumen und Teilchenanzahl eines idealen Gases an, sie kann direkt in die heute gebräuchlichere Avogadro-Zahl umgerechnet werden.