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2015-01-21 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Loschmidt-Preis für Christoph Deutsch

TU-Wissenschaftler wird für die Entwicklung eines neuen Materialsystems und der Erforschung wachstumsbedingter Asymmetrien im Bereich von Terahertz-Quantenkaskadenlasern ausgezeichnet.

Loschmidt-Preisträger Christoph Deutsch (Bild: © C. Deutsch & M. M. Furchi’)

Christoph Deutsch und Prof. Friedrich Aumayr. Foto: Österreichische Zentralbibliothek für Physik

v.l.nr.: Prof. Christoph Dellago (Uni. Wien), Dr. Christoph Deutsch (TU Wien), Dr. Johanna Irrgeher (Universität für Bodenkultur), Prof. Friedrich Aumayr (TU Wien) Präsident der CPG. Foto: Österreichische Zentralbibliothek für Physik

Terahertz-Strahlung ist für das Auge unsichtbar, wird allerdings für viele verschiedene Anwendungen heute immer bedeutender – etwa für bildgebende Verfahren, zum Aufspüren winziger Stoffmengen oder auch für die drahtlose Datenübertragung.  Terahertzlaser müssen aber für einen breiten Einsatz noch entscheidend verbessert werden. Christoph Deutsch, Postdoc in der Gruppe von  Prof. Karl Unterrainer am Institut für Photonik (Elektrotechnik), untersuchte erstmals wachstumsbedingte Asymmetrien von Quantenkaskadenlasern im Nanometerbereich.

Dieses Know-how erlaubte es einen neuen Rekordlaser mit fast einem Watt Ausgangsleistung zu realisieren und zukunftsweisende, neuartige Halbleitermaterialien einzusetzen. Im Rahmen eines Forschungsaufenthaltes an der Princeton University wurden diese Asymmetrieeffekte auch an Infrarot-Quantenkaskadenlasern untersucht. Christoph Deutsch erhielt am 20. Jänner einen der beiden Loschmidt-Preise, die von der Chemisch-Physikalischen Gesellschaft vergeben wurden. Der zweite Loschmidt-Preis ging an Johanna Irrgeher von der Universität für Bodenkultur.

Die Chemisch-Physikalische Gesellschaft
Die Chemisch-Physikalische Gesellschaft, die den Loschmidt-Preis jährlich für herausragende Dissertationen vergibt, ist eine Vereinigung mit großer Tradition. Bereits 1869 wurde sie ins Leben gerufen – von berühmten Wissenschaftlern wie Josef Loschmidt, der durch seine Abschätzung der Größe der Luftmoleküle erstmals eine rechnerische Verbindung zwischen mikroskopischer und makroskopischer Welt herstellte. Auch Josef Stefan – er hatte das Stefan-Boltzmannsche Strahlungsgesetzt experimentell gefunden – gehörte zu den Gründervätern.

Bis heute werden die Präsidenten des Vereins jeweils für ein Jahr gewählt – auf der Liste der historischen Vereinspräsidenten finden sich Namen wie Ludwig Boltzmann oder Ernst Mach. Derzeit wird die Chemisch-Physikalische Gesellschaft von Prof. Friedrich Aumayr vom Institut für Angewandte Physik der TU Wien geleitet.

Von Anfang an zählte es zu den wichtigsten Tätigkeiten der Chemisch-Physikalischen Gesellschaft, wissenschaftliche Vorträge zu organisieren. Dass immer wieder wissenschaftshistorisch bedeutende Persönlichkeiten – etwa Albert Einstein, Erwin Schrödinger, Walther Nernst, Max Planck oder Werner Heisenberg – für Vorträge in Wien gewonnen werden konnten, unterstreicht die Bedeutung dieser Vereinigung.

Ausschreibung für Loschmidt-Preis 2015
Auch in diesem Jahr wird der Loschmidt-Preis von der Chemisch-Physikalischen Gesellschaft vergeben. Bewerben kann man sich mit Dissertationen aus den Bereichen Chemie oder Physik, die mit der Note „Sehr gut“ beurteilt wurden, noch bis 15. Mai 2015.

Näheres zur Ausschreibung 2015

Näheres über die Forschungsarbeit des diesjährigen Preisträgers Christoph Deutsch können Sie hier nachlesen.