Technische Universität Wien
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2015-02-17 [

Ewald Brückl

 | Department für Geodäsie und Geoinformation ]

Nachruf: Adrian Eugen Scheidegger

Die TU Wien und das Department für Geodäsie und Geoinformation trauern um Prof. Adrian Eugen Scheidegger, der am 10. Dezember 2014 in Baden AG, Schweiz, verstorben ist.

Adrian Eugen Scheidegger: 1925 - 2014

Adrian Eugen Scheidegger wurde am 2. Mai 1925 in Basel geboren. Seine akademische Ausbildung erhielt er an der ETH Zürich, u.a. bei Wolfgang Pauli, sowie an der Universität Toronto. Nach Abschluss seiner Studien war Adrian Eugen Scheidegger als Geophysiker in der Industrie und dem öffentlichen Dienst in Kanada tätig, danach Associate Professor of Mathematics an der Universität Alberta und seit 1961 auch Visiting Professor of Geophysics an der Universität Illinois.

Im Jahre 1970 wurde Adrian Eugen Scheidegger als erster Professor an das neugegründete Institut für Geophysik der TU Wien (damals Technische Hochschule Wien) berufen. Seinen herausragenden wissenschaftlichen Ruf erlangte Scheidegger unter anderem durch mehrere Bücher, von denen "The physics of flow through porous media" (Univ. Toronto Press, 1957), "Principles of Geodynamics" (Springer, 1958, 1963, 1982) und "Theoretical Geomorphology" (Springer, 1961, 1970, 1991) besonders hervorgehoben seien. Auch nach seiner Emeritierung im Jahr 1991 blieb Adrian Eugen Scheidegger wissenschaftlich tätig, wie u.a. das Buch "Morphotectonics" (Springer, 2004) belegt.

Mit Adrian Eugen Scheidegger verlieren die TU Wien und die internationale Fachwelt nicht nur einen brillanten Geist, der komplexe geowissenschaftliche Beobachtungen in klare Konzepte zu fassen wusste. Seine nähere Umgebung konnte darüber hinaus in anregenden Gesprächen seine umfassende humanistische Bildung bewundern. Um diese Seite von Adrian Eugen Scheidegger zu würdigen, sei auf das Buch "Heilige Kühe: Chaos-Theorie der Human-Evolution" (Europäische Hochschulschriften, Peter Lang, 1997) verwiesen. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.