Technische Universität Wien
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2015-06-01 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

TU-Erfolg bei Science-to-Business-Awards

Der S2B-Award des Rudolf-Sallinger-Fonds ging an die TU Wien: Das Team von Prof. Jürgen Stampfl wurde für die Entwicklung spezieller 3D-Druck-Anlagen ausgezeichnet.

Ein neues Material für den 3D Druck, mit stark verbesserten Eigenschaften

Kleine, präzise gearbeitete 3D-Objekte mit guten Materialeigenschaften und sauberer Oberfläche

Eine Brücke zwischen Wirtschaft und Wissenschaft will der Rudolf Sallinger Fonds bauen und zeichnet daher innovative Geschäftsideen aus, die auf Basis wissenschaftlicher Leistungen entwickelt wurden. Unter den neun Projekten, die es ins Finale schafften, kamen vier von der TU Wien – über den mit 20.000 Euro dotierten S2B-Award konnte sich schließlich das Team Cubicure freuen, zu dem Jürgen Stampfl, Robert Gmeiner (vom Institut für Werkstoffwissenschaften und Werkstofftechnologie der TU Wien) und Johannes Homa (vom TU-Spin-Off-Unternehmen Lithoz) gehören.

Praxistauglicher 3D-Druck durch neues Material

„Bei heutigen 3D-Druckverfahren kann man entweder eine gute Oberflächenqualität und geometrische Präzision erzielen, oder man kann Objekte mit guten Materialeigenschaften herstellen. Beides gleichzeitig ist kaum möglich, das ist das Dilemma des 3D-Drucks“, erklärt Jürgen Stampfl. Mit seinem Team ist es ihm allerdings gelungen, neuartige Photopolymerwerkstoffe zu entwickeln, mit denen sich diese Einschränkungen überwinden lassen. Dadurch lassen sich ganz neue Anwendungsgebiete für den 3D-Druck erschließen.

„Gemeinsam mit Prof. Liska vom Institut für angewandte Synthesechemie haben wir die physikalischen Wechselwirkungsmechanismen zwischen den einzelnen Polymerketten erforscht und gezielt verändert“, sagt Stampfl. „Auf diese Weise konnten wir bereits Werkstoffe entwickeln, die schon in der frühen Phase der Forschung sämtliche am Markt befindlichen Produkte in Festigkeit und Wärmebeständigkeit übertreffen.“ Das neugegründete Start-Up-Unternehmen Cubicure GmbH soll die neuen 3D-Druck-Technik nun weiterentwickeln und plant bereits für 2017 den Markteintritt.

Tablet für Blinde, Betonkuppeln, gesundes Wasser

Auch drei weitere TU-Projekte schafften es in die Endauswahl des S2B-Awards – damit war die TU Wien die mit Abstand erfolgreichste Institution des Wettbewerbs. Das Projekt „Blitab“ soll ein Tablet für Menschen mit Sehbehinderung hervorbringen und Texte in Braille-Schrift darstellen.

Eine neue Betonbau-Methode schaffte es ebenfalls ins Finale: Betonkuppeln sollen in Zukunft errichtet werden, indem man eine Betonplatte zunächst flach am Boden aushärtet und sie dann langsam verformt, indem man einen darunterliegenden Pneu aufbläst.

Das Projekt „Biotrac“ ist eine Kooperation zwischen der TU Wien und der Universität für Bodenkultur – hier geht es um ein neues, schnelleres Analyseverfahren, mit dem man pathogene Keime in Wasser nachweisen kann.