Technische Universität Wien
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2015-10-22 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Die Stadt von unten betrachtet

Die TU-Architektin Angelika Psenner wurde mit einer Elise-Richter-Föderung und einer Elise-Richter-Habilitationsstelle ausgezeichnet.

Angelika Psenner

In einem gewöhnlichen 3D-Stadtmodell sieht man die Stadt aus Vogelperspektive, für eine gezielte Analyse der Erdgeschoßzone ist das allerdings unbrauchbar. Seit Jahren erforscht Angelika Psenner im Rahmen ihrer Studien zur Wahrnehmung von Architektur und öffentlichem Raum gerade diesen „unteren Teil" Wiens. Sie hat damit begonnen die Sockelzone der Stadt - als dreidimensionales Netzwerk von öffentlichen, halböffentlichen und privaten Räumen - neu zu vermessen. Ihre „dreidimensionale zusammenhängende Parterre-Aufnahme“ (3D-ZPA) bildet das „Stadtparterre“ ab, bestehend aus Erdge¬schoß, Straßen- und Hofräumen, Unter- und Mezzaningeschossen.

„Diese detaillierte, ganzheitliche Darstellung der Raumsituation gestattet einen völlig anderen entwerferi¬schen Zugang zum Thema, der die bisherigen Versuche funktionaler und sozialräumlicher Neubesetzung ablösen wird“, sagt Angelika Psenner. Für diese Arbeit wurde sie mit der renommierten Elise-Richter-Förderung und einer Elise-Richter-Habilitationsstelle ausgezeichnet.

Das Stadtparterre als halböffentlicher Raum

In der Erdgeschoßzone trifft man sich – zumindest war das lange Zeit so. Als die typischen Wiener Gründerzeithäuser errichtet worden, gab es keine scharfe Trennung zwischen Wohn- und Gewerbezonen. In der untersten Etage wurde eingekauft, geplaudert, Freizeit verbracht. Im Lauf der Zeit wurde aus dem gemeinschaftlich erlebbaren Stadtparterre eine eher private Zone, in der Parkplätze und Autoverkehr die Hauptrollen spielen. Für Angelika Psenner ist es wichtig, den „halböffentlichen“ Charakter der Erdgeschoßzone wieder zu erkennen und zu fördern.

Angelika Psenner studierte in Wien und Paris Architektur, außerdem schloss sie am Institut für höhere Studien (IHS) in Wien ein Soziologiestudium ab. 2001 promovierte sie an der TU Wien mit einer Arbeit über Städtebau und Soziologie. Sie verbrachte Auslandsaufenthalte in London, Paris und New York (letzteres mit einem Forschungsstipendium des BMWF) und arbeitete als Research Fellow am internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) in Wien. Seit 2010 ist sie als Projektassistentin am Institut für Städtebau, Landschaftsarchitektur und Entwerfen der TU Wien tätig.

Das Elise-Richter-Stipendium ist nicht die erste Auszeichnung für Angelika Psenner: Sie konnte sich unter anderem auch bereits über den Wissenschaftspreis der WKÖ, über den Hochschuljubiläumsstiftungspreis der Stadt Wien, den Anerkennungspreis der Dr. Maria Schaumayer Stiftung und den Theodor Körner Förderungspreis freuen.

Näheres über die Erdgeschoß-Forschungsprojekte von Angelika Psenner können Sie hier nachlesen.

Nähere Information:
Dr. Angelika Psenner
Institut für Städtebau, Landschaftsarchitektur und Entwerfen
Karlsplatz 13, 1040 Wien
T: +43-1-58801-26013
angelika.psenner@tuwien.ac.at