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2015-11-12 [

Nicole Schipani

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Franz-Dinghofer-Medaille für Prof. Siegfried Selberherr

Für seine wissenschaftlichen Leistungen erhielt Prof. Siegfried Selberherr die höchste Auszeichnung, die direkt im Parlament verliehen wird.

Laudator Prof. Fritz Paschke, Prof. Siegfried Selberherr

Franz-Dinghofer-Medaille

Elektrotechniker Prof. Siegfried Selberherr entwickelt Methoden für die Berechnung mikroelektronischer Phänomene am Computer. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er bereits vielfach ausgezeichnet. Am 10. November 2015 erhielt er nun vom Dinghofer-Institut, Studiengesellschaft für Politikforschung (DI), die Franz-Dinghofer-Medaille, die höchste und auch einzige Auszeichnung, die direkt im Parlament verliehen wird. Prof. Fritz Paschke hielt die Laudatio. Nach dem Mathematiker Prof. Werner Kuich ist Selberherr bereits der 2. Wissenschaftler der TU Wien, der diese Auszeichnung erhält.

Prof. Siegfried Selberherr
Siegfried Selberherr ist seit 1988 Ordinarius für Softwaretechnologie mikroelektronischer Systeme an der TU Wien. Er studierte Elektrotechnik an der TU Wien, wo er im Jahr 1981 promovierte, eine Habilitation folgte 1984. Danach war er einige Zeit Gastwissenschaftler in den berühmten Bell-Labs in Allentown, USA. Von 1998 bis 2005 leitete er als Dekan die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik.

Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die Siegfried Selberherr in seiner wissenschaftlichen Karriere bereits erhalten hat, gehört das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, zwei ERC-Grants des European Research Council und das Silberne Komturkreuz des Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich.

Selberherr ist Mitglied in beiden Europäischen Akademien, der European Academy of Sciences and Arts und der Academia Europaea sowie ein Fellow des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE). Seit 2001 ist Selberherr außerdem als Aufsichtsrat im steirischen Unternehmen ams AG tätig.

Dinghofer-Institut | Franz Seraph Dinghofer

Seit seiner Gründung im Jahr 2010 befasst sich das Dinghofer-Institut schwerpunktmäßig mit verfassungsrechtlichen Themen im Kontext der mitteleuropäischen Rechtsgeschichte. Jährlich wird in zwei Bereichen – Demokratie und Wissenschaft – die Franz-Dinghofer-Medaille direkt im Parlament verliehen.

Franz Seraph Dinghofer, 1873 in Ottensheim geboren, stand in den Tagen des Zusammenbruchs der Donaumonarchie an der Wiege der Ersten Republik. Gemeinsam mit dem Sozialdemokraten Karl Seitz und dem Christlichsozialen Jodok Fink übernahm Dinghofer im Oktober 1918 das Präsidium der Provisorischen Nationalversammlung und führte den Vorsitz, als am 12. November 1918 die Nationalversammlung die republikanische Staatsform beschloss. Von seinem Kollegen Karl Seitz begleitet, rief er von der Parlamentsrampe die Republik Deutschösterreich aus. Nach den Wahlen im Februar 1919 wählte ihn die Konstituierende Nationalversammlung zum Dritten Präsidenten, und dieses Amt bekleidete er auch in der ersten und zweiten Gesetzgebungsperiode des 1920 geschaffenen Nationalrats. Im Oktober 1926 holte ihn Bundeskanzler Ignaz Seipel als Justizminister in sein Kabinett, dazu amtierte Dinghofer auch von Oktober 1926 bis Mai 1927 als Vizekanzler. Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung im Juli 1928 beschloss Dinghofer seine Karriere als Präsident des Obersten Gerichtshofs – ein Amt, das er bis 1938 bekleidete. Dinghofer starb 1956 in Wien.