Technische Universität Wien
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2018-01-02 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

Tomographie: Vom Molekül bis zum Organ

Der FWF fördert ein großes Tomographie-Forschungsprojekt mit TU-Beteiligung. Außerdem wird das erfolgreiche Doktoratskolleg „NanoCell“ verlängert.

Eine Zelle - links mit konventioneller Mikroskopie, daneben mit Superresolution-Mikroskopie, rechts eine Kombination.

Prof. Gerhard Schütz vom Institut für Angewandte Physik der TU Wien

Wer schon mal einen Bänderriss hatte, kennt die Prozedur: In Sekundenschnelle können moderne Geräte heute den Körper durchleuchten und aus den 3D-Messdaten hochauflösende 2D-Bilder berechnen. Doch nicht nur in der Medizin spielt die Tomographie eine wichtige Rolle. Sie lässt sich auf alle Größenskalen anwenden – von Molekülen bis zu kosmischen Objekten. Überall, wo man dreidimensionale Strukturen abbildet und zweidimensionale Schnitte daraus generiert, braucht man ähnliche Konzepte.

Der Fond zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung (FWF) finanziert nun ein hochdotiertes SFB-Projekt, in dem mit Beteiligung der TU Wien die Methoden der Tomographie erweitert und verfeinert werden sollen.

Tomographie auf allen Skalen
Mit sogenannten „Spezialforschungsbereichen“ (SFB) will der FWF besondere Schwerpunkte setzen und Forschungsnetzwerke schaffen, die interdisziplinären Forschungsfragen auf international hohem Niveau nachgehen. Mit der Bewilligung des neuen Spezialforschungsbereichs „Tomography across the scales“ ermöglicht der FWF die Entwicklung neuer Methoden für unterschiedlichste bildgebende Verfahren.

„Unsere Forschungsobjekte sind sehr unterschiedlich, aber die mathematischen Methoden, die wir benützen, haben große Ähnlichkeiten“, sagt Prof. Gerhard Schütz vom Institut für Angewandte Physik der TU Wien, einer der Principal Investigators des neuen SFB-Projekts. Er selbst forscht an der Schnittstelle zwischen Physik und Biologie und untersucht physikalische Vorgänge auf winziger Skala, beispielsweise in der Zellmembran. „Bisher gab es kaum Verbindungen zwischen den sehr unterschiedlichen wissenschaftlichen Gebieten, die tomographische Methoden anwenden“, sagt Schütz. „Dieser Spezialforschungsbereich soll das nun ändern, wir werden dadurch sicher alle viel voneinander lernen.“

Doktoratsstellen
Zusätzlich entschloss sich der FWF auch, das erfolgreiche Doktoratskolleg „NanoCell“ zu verlängern, an dem die TU Wien – ebenfalls in Person von Gerhard Schütz – beteiligt ist. In diesem Doktoratskolleg werden interdisziplinäre Forschungsthemen aus dem Bereich der Bio-Nano-Physik untersucht. Das ermöglicht 12 weitere Dissertationsstellen in den nächsten vier Jahren, davon eine an der TU Wien.